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Champions League-Aus gegen ArsenalBayer 04 mit zu vielen Fehlern auf höchstem Niveau

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England: Fussball UEFA Champions League 2025 - 2026, Achtelfinale Rückspiel FC Arsenal London vs Bayer 04 Leverkusen - Emirates Stadium London: Aleix Garcia / Aleix Garcia Bayer 04 Leverkusen, 24 Declan Rice Arsenal, 41 *** England Football UEFA Champions League 2025 2026, Round of 16 second leg FC Arsenal London vs Bayer 04 Leverkusen Emirates Stadium London Aleix Garcia Aleix Garcia Bayer 04 Leverkusen, 24 Declan Rice Arsenal, 41 Copyright: xJOERANxSTEINSIEKx

Leverkusen mit zu vielen Fehlern gegen den FC Arsenal. Auch deswegen folgte das Aus in der Champions League. 

Bayer 04 verliert nicht nur mit 0:2 gegen Arsenal, sondern bekommt auch klar die Grenzen aufgezeigt. 

Declan Rice schlenderte mit der Uefa-Trophäe für den Mann des Spiels im edlen, lederummantelten Kästchen grinsend durch die Betonwüste des Emirates Stadium an den Journalisten vorbei. Wenig später versuchte Edmond Tapsoba an eben jener Stelle zu erklären, warum die Leverkusener Spieler nicht lachend nach Hause fahren. „Uns war klar, dass es in London gegen Arsenal sehr schwer wird – das ist eines der besten Teams der Welt“, sagte der Innenverteidiger von Bayer 04 am Dienstagabend. „Heute haben wir durch einfache Fehler Arsenal zusätzlich Selbstvertrauen gegeben.“

Bayer 04 muss Königsklassen-Aus verdauen

Das 0:2 im Achtelfinalrückspiel (Hinspiel 1:1) beim FC Arsenal beendete die Leverkusener Saison in der Champions League. „Wir haben bis zum Ende alles versucht, aber es war insgesamt zu wenig. Ich habe nicht das Gefühl, dass wir weit weg sind. Wir können besser spielen und mehr Kontrolle haben. Aber auf diesem Niveau fehlt uns noch die letzte Qualität – gerade in den entscheidenden Momenten“, urteilte Trainer Kasper Hjulmand und lenkte den Blick direkt auf mögliche positive Aspekte: „Wir sind in dieser Champions-League-Saison besser und besser geworden. Wir hatten starke Auswärtsspiele und enge Duelle – auch zwei enge Spiele gegen Arsenal. Wir sind enttäuscht, aber diese Runde hilft uns für den nächsten Schritt – besonders für die jungen Spieler.“

Bemerkenswert war, dass es ausgerechnet einige jüngere Spieler waren, die beim FC Arsenal eine eher kleine Lücke zu ihrem Leistungsmaximum hatten. Eklatant waren vielmehr die Auftritte von Führungsspielern wie Alejandro Grimaldo, Exequiel Palacios und besonders Aleix García. Der Spanier, nach dem Abgang von Granit Xhaka, in die Führungsrolle im zentralen Mittelfeld gewachsen, erwischte einen rabenschwarzen Tag. Als einer der passsichersten Spieler im Kader leistete sich García einen haarsträubenden Fehlpass nach dem anderen.

Defensiv vermochten es García und Palacios zudem nicht, das Zentrum zu schließen. Beide Gegentreffer fielen nach Abschlüssen aus zentraler Position direkt vor dem Strafraum. Zur Ehrenrettung kann man anführen, dass beide Male auch die Innenverteidigung zu spät reagierte. Beim 1:0 vor der Pause, einem Traumtor per Volley durch Eberechi Eze, war Tapsoba zu zögerlich. „Ich war vielleicht einen Moment zu spät – wenn ich ein, zwei Sekunden früher rauskomme, kann ich ihn vielleicht blocken“, sagte der 27-Jährige. „Das ist aber auch ein Tor, das nicht oft so fällt – daraus müssen wir lernen.“

Bayer 04 mit vielen Fehlern

Im Spiel lernte die Werkself daraus nichts. Das 2:0 von Rice entsprang erneut einem Ballverlust in der eigenen Hälfte, diesmal durch einen wilden, zu kurz geratenen Befreiungsschlag von Grimaldo in die Mitte. Rice nahm die Kugel und lief unbedrängt an den Sechzehnmeterraum, wo es diesmal Kapitän Robert Andrich war, der nicht energisch genug blockte. Rice schob überlegt zur Vorentscheidung ein.

Leverkusen hatte nur eine echte Torchance – in der 87. Minute, als Christian Kofane in Arsenals Keeper David Raya seinen Meister fand. „Arsenal war eine andere Mannschaft als im Hinspiel – aggressiver und gefährlicher. Wir haben es selbst auch nicht so gut wie im Hinspiel gemacht – das gehört zur Wahrheit dazu. Uns hat dieser Sahnetag gefehlt“, sagte Janis Blaswich.

Der Torhüter erwischte selbst allerdings schon einen sehr guten Tag, sorgte im ersten Durchgang mit mehreren Glanzparaden dafür, dass der Rückstand nicht höher ausfiel. Für den Ersatztorhüter könnte es dennoch der letzte Einsatz in dieser Saison gewesen sein.

Stammkeeper Mark Flekken ist nach seiner im Januar erlittenen Bänderverletzung im Knie seit zwei Wochen wieder im Training. Seine Rückkehr in den Kader steht unmittelbar bevor – auch auf den Platz? „Janis hat es sehr gut gemacht“, sagte Trainer Hjulmand. „Wir haben mit Mark einen Top-Torwart, der wieder bereit ist“, erklärte Hjulmand und ergänzte: „Es wird eine sehr schwierige Entscheidung, aber das ist gut für unsere Mannschaft. Mark ist bereit, in den nächsten Tagen werden wir eine Entscheidung treffen.“

Kehrt Mark Flekken zurück?

Blaswich selbst wollte nach seiner Top-Leistung in London keine Ansprüche stellen: „Da bin ich der falsche Ansprechpartner. Ich gebe einfach mein Bestes. Der Trainer muss entscheiden, was passiert. Ich möchte der Mannschaft helfen. Auf Einzelspieler kommt es jetzt nicht an. Es kommt darauf an, dass wir als Mannschaft Punkte holen. Und das ist das Wichtigste.“

Bayer 04 will auch in der kommenden Saison wieder im Konzert der Großen mitspielen. Aktuell beträgt der Rückstand auf die Champions-League-Ränge jedoch fünf Punkte. „Das große Ziel ist ganz klar: nächstes Jahr wieder Champions League“, sagte Hjulmand. „Das wird ein wilder Kampf bis zum Ende – aber wir werden alles tun, um dieses Ziel zu erreichen.“ Die erste Aufgabe bei acht verbleibenden Bundesligaspielen ist die Partie beim 1. FC Heidenheim am Samstag (15.30 Uhr).

Nach den drei Höhepunktspielen gegen Arsenal und den FC Bayern geht es also zum Tabellenletzten auf die Ostalb. „Dort ist es immer unangenehm – auf die Tabelle muss man gar nicht schauen“, sagte Blaswich: „Der Fokus muss jetzt darauf liegen – wir müssen angreifen.“