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„Kann nicht euer Ernst sein“Zverev tobt und scheitert in Australien an Alcaraz

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Alexander Zverev und Carlos Alcaraz umarmen sich nach dem Spiel.

Alexander Zverev gratulierte Carlos Alcaraz nach dem denkwürdigen Australien-Halbfinale fair.

Der deutsche Tennisstar schnupperte gegen die Nummer eins der Welt an einer Überraschung, nachdem er sich über einen Vorgang besonders geärgert hat.

Der große Karrieretraum von Tennisstar Alexander Zverev ist abermals geplatzt.

Der Hamburger hat den vierten Einzug in ein Grand-Slam-Finale durch eine dramatische Niederlage im Halbfinale gegen den zeitweise deutlich angeschlagenen Carlos Alcaraz verpasst und muss weiter auf seinen Premierentitel bei einem der vier wichtigsten Turniere warten.

Zverev liefert sich historischen Kampf mit Alcaraz

Im Halbfinale der Australian Open verlor Zverev einen Tennis-Thriller über 5:27 Spielzeit gegen den Weltranglistenersten aus Spanien mit 4:6, 6:7 (5:7), 7:6 (7:3), 7:6 (7:4), 5:7. Zverev, der 2025 im Finale in drei Sätzen am Italiener Jannik Sinner gescheitert war, verpasste im längsten Spiel seiner Karriere sein zweites Endspiel in Melbourne.

Gegen Alcaraz war Zverev fast drei Sätze lang nahezu chancenlos, ehe der Spanier plötzlich große körperliche Probleme bekam. Beim Stand von 4:4 im dritten Satz hatte Alcaraz auf einmal mit Krämpfen zu kämpfen. Nachdem der Spanier seinen Aufschlag mit Mühe durchgebracht hatte, ließ er sich beim Seitenwechsel behandeln und nahm eine medizinische Auszeit.

Sehr zum Unmut von Zverev. „Das ist unglaublich. Das gibt es nicht. Das kann nicht euer Ernst sein“, kommentierte Zverev die Behandlungspause des Spaniers in der entscheidenden Phase des dritten Satzes im Gespräch mit dem Oberschiedsrichter. Behandlungen sind eigentlich nur bei Verletzungen gestattet, nicht aber bei Krämpfen. Alcaraz hatte aber wohl angegeben, dass er einen Stich im Oberschenkel gespürt hatte.

Alexander Zverev verspielt Führung im fünften Satz

Alcaraz hatte nun deutlich Probleme, sich zu bewegen. Doch Zverev konnte daraus zunächst kein Kapital schlagen. Dem 28-Jährigen unterliefen ein paar leichte Fehler, sodass sich der Spanier in den Tiebreak retten konnte. Dort endlich nutzte Zverev die körperlichen Schwierigkeiten seines Gegners aus und ließ den Spanier laufen. Nach 3:03 Stunden Gesamtspielzeit holte er sich den dritten Satz.

Carlos Alcaraz jubelt nach seinem Sieg gegen Alexander Zverev

Jubel bei Carlos Alcaraz: Der Spanier steht im Fnale der Australian Open

Alcaraz ließ sich auch danach massieren und war nach wie vor weit von seiner normalen Fitness entfernt. Zverev schien der strauchelnde Gegner aber eher zu irritieren. Die deutsche Nummer eins versäumte es weiter, Druck auf Alcaraz auszuüben. Beim Stand von 3:2 hatte Zverev zwei Breakbälle, die Alcaraz aber bravourös abwehrte. Wieder musste die Entscheidung im Tiebreak fallen. Hier spielte Zverev nun sein bestes Tennis und schaffte nach 4:07 Stunden den Satzausgleich. Auf einmal war in der Rod Laver Arena wieder alles offen.

Im fünften Satz hatte sich Alcaraz dann weitgehend wieder erholt. Doch Zverev spielte nun großes Tennis und schaffte ein frühes Break. Beim Stand von 2:1 lieferten sich Zverev und Alcaraz dann einen erbitterten Kampf. Das Aufschlagspiel des Deutschen dauerte mehr als zehn Minuten. Zverev wehrte zwei Breakbälle des Spaniers ab und brachte sein Service schließlich durch.

Das Drama nahm weiter seinen Lauf. Beim 5:4 schlug Zverev zum Matchgewinn auf, kassierte aber das Break. Alcaraz ließ sich von den Zuschauern feiern und nutzte die Emotionen, um das Spiel doch noch zu drehen. (red/sid/dpa)