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Das Geheimnis der Bayern-FrauenDie Gründe für die Dominanz in der Frauen-Bundesliga

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FC Bayern München

Gewohntes Bild: Die Bayern-Fußballerinnen stehen kurz vor der nächsten Meisterschaft. (Archivbild)

Die Fußballerinnen des FC Bayern stehen kurz davor, die Meisterschaft zu sichern. Ein Sieg gegen Union Berlin genügt. Was steckt hinter der Dominanz?

Kurz nach dem 35. Meistertitel der Herrenmannschaft haben an diesem Mittwoch auch die Frauen des FC Bayern die Chance, ihre Saison in der Bundesliga vorzeitig zu krönen. Ein Erfolg bei Union Berlin sichert der Mannschaft von Trainer José Barcala den Titel. Andernfalls wäre der Spitzenreiter auf einen Patzer des Tabellenzweiten VfL Wolfsburg angewiesen, der im Nachholspiel bei Werder Bremen antritt (beide 18.00 Uhr/DAZN und Magentasport).

Die achte Meisterschaft für die Münchnerinnen, welche die vierte in Folge wäre, ist praktisch nur noch Formsache. Für die beiden führenden Mannschaften verbleiben laut dpa noch fünf Spiele in der Liga, wobei der Vorsprung der Bayern auf Wolfsburg 13 Zähler beträgt. 61 von 63 möglichen Punkten sammelte das Team um Giulia Gwinn bereits. Es existieren mehrere Faktoren für diese rot-weiße Überlegenheit:

Finanzen

Der FC Bayern verstärkt seine Investitionen in den Frauenfußball, und Direktorin Bianca Rech scheint die Mittel umsichtig einzusetzen. Obwohl keine offiziellen Budgetdetails bekannt sind, wird angenommen, dass es das höchste der Liga ist. In der Spielzeit 2024/2025 verdoppelte sich der Gesamtumsatz der Münchnerinnen auf 7,2 Millionen Euro, womit sie zu den zehn finanzkräftigsten Vereinen weltweit gehören. Diese Information stammt aus den Daten der «Football Money League 2026», die von der Prüfungs- und Beratungsfirma Deloitte publiziert wurden.

Die Spielerinnen profitieren von exzellenten Trainingsbedingungen auf dem Bayern-Campus, der 2.500 Plätze fasst. Weil dieser für Partien nicht mehr ausreicht, erwarben die Münchner den Sportpark Unterhaching. Es ist geplant, dass Gwinn und ihre Mitspielerinnen dort künftig vor bis zu 15.000 Zuschauern spielen werden.

Bianca Rech

Zieht die Fäden: Bayern-Direktorin Bianca Rech. (Archivbild)

Konkurrenz

Obwohl der VfL Wolfsburg am 14. Mai noch die Chance hat, das DFB-Pokalfinale gegen München für sich zu entscheiden, hat der Verein in der Liga den Kontakt zum ewigen Konkurrenten eingebüßt. „Wir haben keine super Konstanz in dieser Saison“, stellte die ehemalige DFB-Kapitänin Alexandra Popp fest, die den VfL nach der Saison verlassen und sich dem Regionalligisten Borussia Dortmund anschließen wird. Besonders schmerzhaft waren die Punktverluste gegen die abstiegsbedrohten Teams vom HSV (3:3) und der SGS Essen (1:1).

Popps Einschätzung lässt sich ebenso auf Eintracht Frankfurt übertragen. Die SGE agiert lediglich als ungefährlicher Konkurrent und ist zufrieden, als aktueller Dritter der Tabelle erneut die Qualifikation für die Champions League zu erreichen. Die TSG Hoffenheim fungiert weiterhin primär als Ausbildungsclub und muss regelmäßig Leistungsträgerinnen, wie im Sommer die Stürmerin Selina Cerci, abgeben. Auch Bayer Leverkusen bleibt trotz der Verpflichtung von Carlotta Wamser deutlich hinter dem Niveau der Münchnerinnen zurück.

Taktik

„Der Hauptgrund ist die Qualität und das Talent des Kaders. Wir haben so viele gute Spielerinnen, und wenn viele gute Spielerinnen zusammen spielen, dann ist das Ergebnis, dass man dominieren kann“, äußerte Bayern-Trainer Barcala im Vorfeld der Partie gegen Union. Die Art, wie er seine Mannschaft dominieren lässt, ist bezeichnend: Das Spiel der Bayern ist geprägt von hohem Ballbesitz, zahlreichen Pässen, intensivem Pressing und einem starken Offensivdrang. 81 erzielte Tore sind ein klarer Beleg dafür, eine Steigerung um 28 Treffer im Vergleich zu den ersten 21 Partien der vergangenen Saison.

Barcala hob hervor, dass er auf der Vorarbeit seines Vorgängers Alexander Straus aufbauen konnte: „Diese Mannschaft brauchte keine Revolution. Wir hatten eine starke Basis, eine starke taktische Grundlage.“ Die abschließende Feinabstimmung ist ihm offensichtlich geglückt.

FC Bayern München

Münchens Topspielerinnen unter sich: Bühl (l), Harder (M) und Damnjanovic. (Archivbild)

Kaderbreite

Aufgrund der großen Kadertiefe war es Barcala möglich, selbst langfristige Verletzungen von Spielerinnen wie Lena Oberdorf und Sarah Zadrazil (beide mit Kreuzbandriss) auszugleichen. Der Wintertransfer der DFB-Stürmerin Lea Schüller zu Manchester United führte ebenfalls zu keiner Leistungsminderung. Die Mannschaft besitzt umfassende internationale Erfahrung, unter anderem durch die Kapitänin Islands, Glodis Viggosdottir, die zweifache englische Europameisterin Georgia Stanway (die den Verein am Saisonende verlässt) und die Stürmerin Pernille Harder. Dies trifft ebenso auf die deutschen Nationalspielerinnen wie Giulia Gwinn, Klara Bühl und Linda Dallmann sowie die Italienerin Arianna Caruso zu.

José Barcala

Erfolgscoach: José Barcala kam vor der Saison von Servette Genf. (Archivbild)

Topstars

Die dänische Spielerin Harder teilt sich mit Vanessa Fudalla von Leverkusen die Spitze der Torschützenliste (beide 14 Tore) und absolviert eine exzellente Saison. Klara Bühl, die momentan verletzt ist, hat ebenfalls die Fähigkeit, Partien im Alleingang zu entscheiden. Unter den Anhängern sind die Flügelspielerin und Gwinn besonders populär. Unter dem spanischen Trainer erlebte Dallmann als Spielmacherin eine neue Blütezeit, und auch die Angreiferin Jovana Damnjanovic sorgt verlässlich für wichtige Treffer.

Entdeckungen

Die Nationalspielerin Franziska Kett (21), die unter Barcalas Vorgänger Alexander Straus eine geringere Rolle spielte und von Bundestrainer Christian Wück für die EM 2025 entdeckt wurde, zeigt konstant starke Leistungen. Ebenso haben sich die spanische Stürmerin Edna Imade (25), die seit dem letzten Winter fest zum Team gehört, und insbesondere das japanische Ausnahmetalent Momoko Tanikawa (20) in dieser Spielzeit hervorragend etabliert. (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.