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Playoff-AnalyseIst der Arena-Vertrag ein Problem für die Meisterambitionen der Kölner Haie?

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Referees schützen Berlins Ty Ronning nach Zweikampf mit Kölns Torwart Janne Juvonen.

Referees schützen Berlins Ty Ronning nach Zweikampf mit Kölns Torwart Janne Juvonen.

Der KEC, der in der Playoff-Serie 1:2 gegen Titelverteidiger Eisbären Berlin zurückliegt, braucht im Heimspiel am Mittwoch mehr Esprit und Tempo.

Die Eisbären Berlin waren und sind für die Kölner Haie alles andere als ein Lieblingsgegner in der Deutschen Eishockey-Liga. Das zeigt sich auch in der aktuellen Playoff-Halbfinalserie im Modus „Best of 7“, in der die Kölner nach dem 2:4 am Sonntag in Berlin mit 1:2 zurückliegen. Am Mittwoch (19.30 Uhr) geht die Serie in der Lanxess-Arena weiter. Köln will ausgleichen – sonst hätten die Eisbären bereits einen Matchpuck zum Finaleinzug.

Was war in Spiel drei los? Die Haie wirkten in der ausverkauften Berliner Arena weder frisch noch gedankenschnell noch inspiriert. Der Schwung vom 5:1-Heimsieg vier Tage zuvor war weg. Gegen das Forechecking der Berliner kamen sie diesmal nicht an. Es fehlte an einer schnellen Spieleröffnung. Die Verteidiger passten sich die Pucks zu, fanden aber kaum Wege in die Tiefe. Berlin hielt die neutrale Zone dicht und ließ Köln kaum hinter die eigene Abwehr kommen. Das von Trainer Kari Jalonen favorisierte finnische System griff so nicht.

Immerhin schafften sie es, die Berliner Angreifer nicht zu häufig vor das Tor von Janne Juvonen kommen zu lassen, sodass sich die Zahl der gefährlichen Schüsse in Grenzen hielt. Insgesamt parierte der Finne 54 Schüsse. Da Berlin jedoch über viel Offensivpower verfügt, fielen drei Treffer sowie ein Empty-Net-Goal. Das Aufbäumen der Kölner in der 53. Minute, als Dominik Bokk zum 1:3 traf, kam zu spät.

Was sind die Perspektiven? Es fiel auf, dass sich die Kölner Führungsspieler wie Moritz Müller, Juhani Tyrväinen oder Valtteri Kemiläinen voll reinhängen. Andere Profis hingegen, etwa der kanadische Mittelstürmer Gregor MacLeod oder der finnische Verteidiger Oliwer Kaski, der schwedischen Berichten zufolge in der nächsten Spielzeit für Malmö auflaufen wird, haben noch Steigerungspotenzial. Immerhin verfügt Jalonen über personelle Optionen: Wahrscheinlich wird der zuletzt angeschlagene Stürmer Nate Schnarr – wichtig im Powerplay und für überraschende Einzelaktionen – am Mittwoch wieder fit sein. Möglich ist auch ein Einsatz von Ryan MacInnis. Und dann ist da noch Verteidiger Markus Nutivaara, der auf seinen ersten Playoffeinsatz wartet.

Was sagten die Verantwortlichen? Coach Jalonen fand, es sei das beste Spiel der Halbfinalserie gewesen. Berlin sei „besonders in den ersten 30 Minuten sehr stark“ gewesen. Und: „Ich mochte es, wie meine Mannschaft in den letzten 30 Minuten gespielt und dagegengehalten hat.“ Sportdirektor Matthias Baldys analysierte kritischer: „Der Auftritt in Berlin war nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir müssen es schnell abhaken und für Mittwoch alle Energie wieder bündeln. Dann wollen wir so auftreten wie im letzten Heimspiel und unser Potenzial abrufen – darauf liegt jetzt der Fokus.“

Welchen Einfluss hat das abgegebene Heimrecht? Um der Lanxess-Arena in den Verhandlungen entgegenzukommen, einigten sich die Haie mit der Arena darauf, in alle Serien auswärts zu starten. So müssen weniger Playoff-Termine für den KEC freigehalten werden. Das galt bereits im vergangenen Jahr, fiel jedoch nicht auf, da die Haie als Tabellensechster in die Playoffs gingen und nur auf vor ihnen platzierte Teams trafen. In diesem Jahr, in dem sie Spitzenreiter und neben Ingolstadt die heimstärkste Mannschaft der Hauptrunde waren, könnte es sich als Nachteil erweisen.

Wären sie im Halbfinale zu Hause gestartet und hätten ihre Heimspiele gewonnen, lägen sie nun 2:1 vorn – und nicht 1:2 zurück. Sollte es zu einem sechsten und siebten Spiel kommen, fänden sie zwar jeweils in Köln statt. Es könnte aber auch anders kommen: Sollten sich die Eisbären in fünf Partien durchsetzen, hätten die Haie nur zweimal in Köln gespielt, die Berliner dagegen dreimal zu Hause.

Mit solchen Gedanken soll sich die Mannschaft jedoch nicht belasten. „Sie lässt sich von äußeren Faktoren nicht ablenken“, sagte Baldys. „Wir gehen unseren Weg und konzentrieren uns auf unsere Arbeit. Alles, was nicht mit dem Spiel auf dem Eis zu tun hat, spielt für uns keine Rolle.“ Auch in der kommenden DEL-Spielzeit wird die Regelung noch gelten. Danach wird ein neuer Arena-Vertrag verhandelt.