Der KEC tritt am Mittwoch in der Lanxess-Arena gegen die Eisbären an, um in der Halbfinal-Serie gegen den Angstgegner auf 2:2 auszugleichen.
Playoff-HalbfinaleHaie müssen ihr Eisbären-Trauma überwinden

Beim dritten Halbfinal-Spiel am vergangenen Sonntag in Berlin ging es für die Haie und Eisbären ganz schön zur Sache.
Copyright: IMAGO/Contrast
Die Eisbären Berlin sind schon die ganze DEL-Saison über von Verletzungspech heimgesucht worden. Nun hat es den Titelverteidiger auch während des Playoff-Halbfinals gegen die Kölner Haie böse erwischt. Vor Spiel vier der Serie „Best of 7“ am Mittwoch in Köln (Lanxess-Arena, 19.30 Uhr) gaben die Eisbären bekannt, dass Angreifer Lean Bergmann für den Rest der Playoffs und den Start der kommenden Spielzeit ausfällt. Wegen einer „schwerwiegenden Beinverletzung“, wie es offiziell heißt.
Bergmann soll, wie zu hören ist, einen Kreuz- und Innenbandriss erlitten haben. Und zwar am Sonntag, als er in Spiel drei in der Berliner Arena am Ende des zweiten Drittels vom Kölner Finnen Juhani Tyrväinen gecheckt wurde, der dafür nach Videobeweis eine Zweiminutenstrafe wegen Kniechecks bekam. Dass Tyrväinens Strafe nachträglich erhöht werden könnte, ist nicht zu erwarten, denn es war eher ein unglücklicher Zusammenprall als ein böswilliges Foul. Damit fehlen den Berlinern zwei hart spielende Angreifer: Der Kanadier Yannick Veilleux ist noch für eine Partie gesperrt, er hatte Tyrväinen in der zweiten Begegnung mit einem Crosscheck niedergestreckt.
Berliner treten ohne hart spielende Angreifer Bergmann und Veilleux an
Die Haie, die in der Serie 1:2 zurückliegen, wollen allerdings nicht so sehr auf den Gegner schauen, sondern mehr auf sich selbst. Denn da gibt es einigen Verbesserungsbedarf. „Wir wollen unser Spiel spielen, so auftreten wie im vergangenen Heimspiel und unser Eishockey durchbringen“, sagt Sportdirektor Matthias Baldys. „Das bedeutet, mit guter Energie zu spielen, griffig und schnell zu sein und so die Serie auszugleichen.“ Heißt: so schwungvoll wie am vergangenen Freitag beim 5:1-Heimsieg, nicht so passiv und hasenfüßig wie am Sonntag beim 2:4 in Berlin.
Haie kämpfen offensichtlich auch gegen ihr Eisbären-Trauma. Es scheint oft eine mentale Hemmung aufzutreten, wenn sie auf Berlin treffen – nicht erst seit dem klar verlorenen Finale im vergangenen Jahr, in dem die Kölner im Duell mit den Eisbären dreimal hintereinander mit 0:7 untergingen. Vor diesem Halbfinale bestritten die Haie insgesamt fünf Playoff-Serien gegen Berlin und gewannen davon nur eine – 2016 im Viertelfinale mit Coach Corey Clouston, während die Eisbären damals von Uwe Krupp trainiert wurden.
Die Berliner wurden seit 2005 elfmal deutscher Meister, also im Schnitt ungefähr jedes zweite Jahr, und verfügen über die entsprechende Siegermentalität und das nötige Selbstbewusstsein – das ist derzeit ihre größte Stärke. Unschlagbar wirken sie nach der holprigen Hauptrunde in diesem Jahr jedoch nicht. Ihre Form ist bei weitem nicht so brillant wie 2025.
Wir müssen mit dem richtigen Mindset ins Spiel gehen, und ich bin sehr guter Dinge, dass uns das gelingen wird.
Torwart Jake Hildebrand, Berliner Playoff-Held der Vorsaison, hat gerade erst nach dreimonatiger Verletzungspause sein Comeback gegeben. Stürmer Leo Pföderl, im vergangenen Jahr in Bestform, erzielte am Sonntag sein erstes Tor nach 13 torlosen Spielen. Liam Kirk und Frederik Tiffels haben ebenfalls (noch) nicht die Form des Vorjahres. Für die Kölner gibt es somit keinen Grund, in Ehrfurcht zu erstarren, wodurch sie die Berliner im Zweifelsfall nur stärker machen würden, als sie sind.
Baldys meint: „Wir müssen mit dem richtigen Mindset ins Spiel gehen, und ich bin sehr guter Dinge, dass uns das gelingen wird.“ Für ihn ist es keine Frage des besseren Spielsystems, es gehe um dessen Umsetzung: „Man muss vorsichtig sein, wenn man über Spielsysteme spricht. Wenn die Energie nicht da ist und du nicht schnell genug in die Zweikämpfe kommst, funktioniert kein System.“
Die Lanxess-Arena wird am Mittwoch wie bei allen drei bisherigen Playoff-Heimspielen mit 18.600 Zuschauern ausverkauft sein. Spiel fünf findet am Freitag in Berlin statt. Sollten die Haie in der Serie auf 2:2 ausgleichen, gäbe es am Montag (19.30 Uhr) eine sechste Partie in Köln; am Sonntag ist die Arena mit dem Handball-Final-Four belegt. Sollte ein siebtes Spiel nötig sein, um die Serie zu entscheiden, würde es am Mittwoch in Köln ausgetragen.

