Der KEC hat am Freitag nach einer wechselhaften Leistung in Spiel fünf des Playoff-Halbfinals mit 2:5 bei den Eisbären verloren und liegt in der Serie mit 2:3 zurück.
Playoff-HalbfinaleKölner Haie kassieren dritte Niederlage in Berlin

Haie-Torwart Janne Juvonen stand am Freitagabend in Berlin erneut zu oft im Mittelpunkt.
Copyright: IMAGO/Contrast
Das Berliner Eis liegt den Kölner Haien nicht: Sie verloren am Freitag im Playoff-Halbfinale der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) auch ihr drittes Spiel bei den Eisbären, die wieder einmal abgeklärter waren als der KEC. Vor 14.200 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof unterlagen die Haie-Profis dem Titelverteidiger nach einer nicht immer konzentrierten Leistung mit 2:5 (0:0, 1:2, 1:3). Damit gingen die Berliner in der Serie „Best of 7“ mit 3:2 in Führung – und das bedeutet: In Halbfinalspiel sechs am Montag in der Lanxess-Arena (19.30 Uhr) haben die Eisbären einen Matchpuck zum Finaleinzug.
„Es ist ärgerlich, ich hatte lange das Gefühl, dass wir in Berlin gewinnen können. Wir haben aber hier und da Geschenke verteilt. Es war insgesamt nicht genug, um hier zu gewinnen. Wir hätten aus unseren Chancen Kapital schlagen müssen. Jetzt müssen wir zu Hause gewinnen“, sagte Haie-Kapitän Moritz Müller bei „MagentaSport“.
Am Anfang sah es tatsächlich so aus, als würden die Haie ein gutes Auswärtsspiel machen. Im ersten Drittel wogte das Spiel ähnlich hin und her wie am Mittwoch beim 4:3 n.V. des KEC in Köln. Beide Mannschaften hatten einige Chancen, in Führung zu gehen. Kölns Goalie Janne Juvonen hielt 13 Schüsse, sein Berliner Gegenüber Jonas Stettmer zwölf – und so blieb das erste Drittel torlos.
Im zweiten Drittel schaute Kölns Coach Kari Jalonen jedoch bald sorgenvoll auf das Geschehen auf dem Eis. Nachdem Stettmer im Kölner Powerplay einen Schuss von Maxi Kammerer abgewehrt hatte, landeten die Eisbären einen Doppelschlag. Leo Pföderl spielte in der neutralen Zone zu Adam Smith, der viel Platz hatte, da die Kölner gerade gewechselt hatten. Er nutzte den Vorteil und überwand Juvonen mit einem Handgelenkschuss – 1:0 (25.).
Fatales Unterzahltor
Und es kam noch schlimmer für die Haie: Der Berliner Andreas Eder bekam eine Zweiminutenstrafe. Es folgte nicht etwa der Ausgleich für Köln, sondern ein Unterzahltor, erzielt von Manuel Wiederer, der Haie-Verteidiger Oliwer Kaski überlief und Juvonen tunnelte (27.).
Die KEC-Profis schafften es, wieder einigermaßen zu ihrer Linie zu finden – und zum Anschluss. Dominik Bokk verkürzte nach Zusammenspiel mit Louis-Marc Aubry auf 2:1 (32.). „Der Shorthander war bitter. Wir haben noch ein Drittel, um zurückzukommen. Bis jetzt machen wir eigentlich ein ganz gutes Spiel. Wir müssen unsere Chancen nutzen“, sagte Bokk in der Pause vor dem Schlussabschnitt, der allerdings unerfreulich für den KEC begann – nämlich mit dem 3:1 für Berlin.
Der Shorthander war bitter. Wir haben noch ein Drittel, um zurückzukommen. Bis jetzt machen wir eigentlich ein ganz gutes Spiel. Wir müssen unsere Chancen nutzen
Eisbären-Verteidiger Jonas Müller legte eine sehenswerte Einzelaktion aufs Eis. Nachdem er das Kölner Tor umfahren und zwei Gegenspieler abgehängt hatte, tauchte er frei vor Juvonen auf – und schlug zu. Die Haie taten sich danach zunächst schwer, offensiven Druck zustande zu bringen. Im Powerplay gelang es ihnen: Gregor MacLeod traf in der 54. Minute zum 3:2, Stettmer rutschte der Schuss unter der Stockhand durch.
Das Glück blieb bei Berlin. Als Juvonen zwei Minuten vor Ende vom Eis ging, schoss Liam Kirk das 4:2 für die Eisbären. Marcel Noebels gelang kurz darauf ein zweites Empty-Net-Goal. Die Nerven lagen blank beim KEC, Aubry und Robin van Calster bekamen jeweils Zehn-Minuten-Strafen wegen unsportlichen Verhaltens.
Kölner Haie: Juvonen – Kaski, Austin – Kemiläinen, Vittasmäki – Müller, Sennhenn, Glötzl – Bokk, Aubry, Storm – Russell, MacLeod, Kero – Niedenz, Tyrväinen, Kammerer – Münzenberger, van Calster, Uher. – Zuschauer: 14.200 (ausverkauft). – Schiedsrichter: Schrader, Ansons. – Strafminuten: Berlin 6/ Köln 6 + 10 Aubry, van Calster. – Tore: 1:0 Smith (24:55), 2:0 Wiederer (26:15), 2:1 Bokk (31:54), 3:1 J. Müller (42:02), 3:2 MacLeod (53:30), 4:2 Kirk (58:04), 5:2 Noebels (59:14).

