Der Südstadt-Klub kommt gegen den Bonner SC nicht über ein 0:0 hinaus. Es fehlte der Fortuna auch an Spielglück.
0:0 im DerbyFortuna Köln fehlt gegen den Bonner SC Spielglück

Luftduell zwischen den Kölnern Enzo Wirtz (vorne) und Hamadi Al Ghaddioui sowie Bonns Bilal-Badr Ksiouar
Copyright: IMAGO/Jan Huebner
Mit einer kreativen Choreografie begrüßte die Sektion „Stehplatz Mitte“ im Südstadion am Sonntag die Mannschaft des SC Fortuna Köln zum Regionalliga-Derby gegen den Bonner SC: Weiße Flaggen und Ballons wehten zwischen roten Streifen, die sich über die Tribüne spannten; in der Mitte vervollständigte ein Transparent die untere Hälfte des Vereinslogos – passgenau zur oberen, die fest an der Tribüne angebracht war.
Nur drei Tage nach dem 1:0 im Mittelrheinpokal gegen Drittligist Alemannia Aachen war die Stimmung im Kölner Süden wieder hervorragend. Das Spiel blieb der Kulisse jedoch einiges schuldig. Am Ende trennte sich der Tabellenführer mit 0:0 vom Bonner SC. Durch den Punkt bleibt die Fortuna weiterhin Tabellenführer. Rot-Weiß Oberhausen verkürzte jedoch den Abstand durch den 2:1-Erfolg in Dortmund auf sechs Punkte.
„Es war das erwartet schwere Spiel. Bonn ist in einer guten Phase, sie verteidigen gut und sind extrem unangenehm“, resümierte Trainer Matthias Mink. „Im jeden Zweikampf scheppert es. Ich habe versucht, die Jungs darauf vorzubereiten. Wir hatten in der ersten Hälfte nicht die gewohnte Qualität. Viele Flanken kamen nicht an“, kritisierte der Fortuna-Coach. „Wir hatten zu wenig Torabschlüsse. Die Mannschaft war in der Halbzeit total unzufrieden. In der zweiten wurde es dann besser.“ Mink weiter: „Mit fortlaufender Spielzeit konnten wir den Druck durch Einwechslungen erhöhen. Richtige Torchancen hatten wir erst in den letzten zehn Minuten. Das ist zu wenig, wenn man einen Erfolg haben möchte. Es sind noch ein paar Spiele. Mit 50 Punkten steigt man am Ende nicht auf.“
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Timo Bornemann fiel kurzfristig aus
Der Trainer hatte im Vergleich zum Pokalerfolg vom Donnerstagabend dreimal rotiert: Enzo Wirtz, Tom Geerkens und Kevin Brechmann rückten in die Startelf, Vleron Statovci und Adrian Stanilewicz nahmen zunächst auf der Bank Platz, Timo Bornemann fiel kurzfristig aus.
Von Beginn an investierte Fortuna mehr – doch Bonn stand defensiv sicher und wurde seinerseits immer wieder durch Ex-Viktoria-Profi Lucas Cueto gefährlich. Gegen den tiefen Bonner Block suchten die Südstädter die Tiefe, die Genauigkeit ließ dabei ebenso zu wünschen übrig wie bei den meisten Flanken.
Es brauchte bis zur zweiten Hälfte, bis die Fortuna den ersten gefährlichen Schuss hatte. Nach schöner Kombination zog Geerkens vom Sechzehner ab, der Ball ging knapp vorbei (53.). Ansonsten blieb die Partie von vielen Unterbrechungen gezeichnet. Mink reagierte, brachte mit Adrian Stanilewicz und Dejan Galjen zwei frische Spieler (68.). Dennoch mangelte es weiterhin an Konzentration, die Fortuna agierte mit ungewohnten Fehlpässen. Aus dem Spiel funktionierte kaum etwas – auch weil es die Bonner stark verteidigten – daher musste ein Eckball her.
Lattentreffer kurz vor Schluss
Doch Fortunas Galjen köpfte aus vielversprechender Situation deutlich über das Tor (81.). Das Spielglück war nicht auf Seiten der Fortuna. Kurz vor Schluss schoss Michelbrink einen Freistoß an die Latte (90.). Nach einem überharten Foul kassierte Bonns Markus Wipperfürth noch die Gelb-Rote Karte. Der anschließende Freistoß und der darauffolgende Eckball sorgten nochmals für Gefahr, doch Fortunas Verteidiger Max Fischer scheiterte frei vor dem Bonner Schlussmann Elias Bördner. Dann war Schluss.
Nun folgen zwei Auswärtsspiele für die Fortuna. Erst gegen den 1. FC Bocholt, dann gegen die SSVg Velbert. Hier möchte sich der Südstadt-Klub das Spielglück zurückarbeiten.
Fortuna Köln: Winkler – Brechmann (90. Majetic), Fischer, Al-Azzawe, Afamefuna – Geerkens, Strauch – Thier (68. Stanilewicz), Garcia (78. Michelbrink) – Al Ghaddioui (68. Galjen), Wirtz. – Zuschauer: 3390. – Gelb-Rote Karte: Wipperfürth (90.+4.)

