Sportlich hat das Team von Trainer Patrick Reusch gute Chancen, doch es fehlen die finanziellen Möglichkeiten und die Infrastruktur.
BasketballDeshalb verzichten die Wings Leverkusen auf den Bundesliga-Aufstieg

Olivia Okpara (am Ball) bleibt der Sprug in die Bundesliga mit den Wings Leverkusen verwehrt.
Copyright: Uli Herhaus
Für die Wings Leverkusen steht am Wochenende der Saisonhöhepunkt an: die Teilnahme am Final Four um die Meisterschaft in der zweiten Basketball-Bundesliga der Damen. Die Final-Teilnehmer würden sich sportlich für die Erste Bundesliga qualifizieren.
Die Chancen der Wings auf das Finale stehen gut, haben sie sich doch in der starken Nord-Liga als Spitzenreiter der Hauptrunde behaupten können. Im Halbfinale trifft das Team von Trainer Patrick Reusch am Samstag in Göttingen auf die Bascats USC Heidelberg. Das andere Halbfinale bestreiten Gastgeber Göttingen und Bochum.
LED-Banden und ein Spielfeld ohne Linien anderer Sportarten sind Pflicht
Aber eines ist schon vor dem ersten Sprungball dieser Partie klar: Leverkusen wird auch bei einer sportlichen Qualifikation nicht in die Erste Liga aufsteigen. Das wurde seitens des Klubs bereits Mitte April beschlossen, als es galt, einen Lizenzantrag für die höchste deutsche Spielklasse zu stellen. Dieser Antrag wurde nicht gestellt.
Gründe, nicht erneut den Schritt in die Erste Liga zu gehen, gibt es mehrere. Massiv weichen die Zustände in Deutschlands höchster Spielklasse von den sportlichen Vorstellungen und finanziellen Möglichkeiten der Wings ab. Sie müssten viel Geld für die Infrastruktur ausgeben; so sind LED-Banden in der Ersten Liga ebenso Pflicht wie ein Spielfeld ohne Linien anderer Sportarten. Beides wäre mit einem enormen finanziellen Aufwand verbunden, den der Verein nicht stemmen kann und möchte.
Davon abgesehen, war die zuletzt für die Erste Liga genutzte Heisenberg-Halle auch keine Dauerlösung, da sie gleich in mehrfacher Hinsicht nicht den Anforderungen entsprach. Zwar ist als alternativer Spielort eine andere Halle in Aussicht, nur muss hierzu Leverkusens Stadtrat noch zustimmen.
Grit Schneider, Sportdirektorin des Klubs, äußert sich so: „In der Ersten Liga braucht man einen Etat von mindestens einer halben Millionen Euro, um oben mitspielen zu können. Zudem kommen nur wenige deutsche Talente in der Liga zum Einsatz und die Kosten für die Infrastruktur sind unglaublich hoch. Wir konzentrieren uns auf unsere Hausaufgaben, um den Verein in der Breite wachsen zu lassen, junge Spielerinnen für die Bundesliga auszubilden und um die Fans aus Leverkusen mit attraktivem und erfolgreichem Basketball in die Halle zu locken.“
Es wird sicher ein intensives und hart umkämpftes Spiel. Einstellung und Physis werden wichtig sein
Letzteres gelang in dieser Saison ausgezeichnet und soll nun am Wochenende in Göttingen, wo das Final Four-Turnier ausgetragen wird, erfolgreich abgeschlossen werden. „Es sind die letzten beiden Spiele für uns als Mannschaft, daher ist die Vorfreude groß. Wir haben die letzten Trainingseinheiten fokussiert genutzt, uns erst mal auf Heidelberg vorzubereiten. Es wird sicher ein intensives und hart umkämpftes Spiel. Einstellung und Physis werden wichtig sein. Und dann schauen wir weiter“, erklärt Wings-Coach Patrick Reusch, der während der Woche nicht mit seiner kompletten Besetzung trainieren konnte, aber fürs Wochenende darauf hofft, dass alle Spielerinnen an Bord sein werden.
