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„Ein schlechter Scherz“Heftiger Streit um die geplante Regionalliga-Reform

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Aufstiegsreform der Regionalliga

Die Arbeitsgruppe Regionalliga-Reform hat zwei Lösungsmodelle erarbeitet. Doch eins davon wird kritisiert. (Archivbild)

Ein Reformkonzept für die Regionalliga führt zu großem Ärger. Besonders die Clubs im Nordosten fühlen sich durch den Entwurf benachteiligt und abgestraft.

Streit um Regionalliga-Zukunft: „Instinktloser“ Vorschlag erntet scharfe Kritik

Das sogenannte Regionen-Modell, ein Vorschlag der Arbeitsgruppe zur Reform der Regionalliga, erntet laut der Nachrichtenagentur dpa deutlichen Widerspruch. Ein 13-köpfiges Gremium hatte sich einstimmig für eine Spielklasse mit vier Staffeln ausgesprochen. Dies soll gewährleisten, dass zukünftig alle Meister den Aufstieg in die 3. Liga schaffen. Zwei unterschiedliche Lösungsansätze wurden dafür konzipiert.

Zum einen existiert das Kompass-Modell, welches von zahlreichen Vereinen präferiert wird. Dabei würden die vier Ligen jede Spielzeit neu basierend auf geografischen Distanzen zusammengestellt. Demgegenüber steht das stark in der Kritik stehende Regionen-Modell. Dieses sieht vor, dass die Ligen West und Südwest unverändert bleiben, während aus den Verbänden Nord, Nordost und Bayern zwei neue Gruppen entstehen würden.

NOFV-Präsident Winkler kritisiert Vorschlag scharf

Für den Nordostdeutschen Fußball-Verband (NOFV) hätte dies weitreichende Konsequenzen und käme einer Auflösung seiner Liga gleich. Eine neue Struktur mit vier Staffeln könnte, sofern ein Beschluss gefasst wird, ab der Spielzeit 2028/2029 greifen.

Hermann Winkler (62), der Präsident des NOFV, äußerte gegenüber dem MDR: „Ich halte es für instinktlos, dass das Regionen-Modell vorgeschlagen wurde! Es ist offensichtlich, dass die Vereine, die die Initiative „Meister müssen aufsteigen“ wieder ins Rollen gebracht haben, jetzt bestraft werden sollen“.

Der Vorschlag sei die Quittung dafür, dass sich der Verband und die Vereine für eine fairere Aufstiegsregelung starkgemacht hätten. „Dafür erhalten wir den Vorschlag, es kann ja ein Teil von euch in den Norden und einer nach Bayern. Das ist nicht akzeptabel und kann nicht die Lösung sein“, bemängelte Winkler. Er erachtet das Kompass-Modell als „gerechter“.

Unterstützung aus den Vereinen: „Schlechter Scherz“

Rückendeckung für den Verbandspräsidenten kommt von diversen Traditionsclubs. So bezeichnete Daniel Meyer, Sportdirektor des Halleschen FC, das Regionen-Modell in der „Bild“ als „schlechten Scherz“. Es mache deutlich, auf welch „erschreckendem Irrweg sich einige Personen auf Verbandsebene im deutschen Fußball bewegen“.

Die etwa 70 Vereine, die sich in der Initiative zur Aufstiegsreform zusammengeschlossen haben, beabsichtigen daher, geschlossen für das Kompass-Modell zu stimmen. „Wir als 1. FC Lokomotive Leipzig sind ganz klar für das Kompass-Modell, welches von fast allen Vereinen favorisiert wird“, äußerte Sport-Geschäftsführer Toni Wachsmuth gegenüber der „Leipziger Volkszeitung“.

Eine vollständige Auflösung der Regionalliga Nordost sei undenkbar, unterstrich Wachsmuth. Er beschrieb sie als „die attraktivste und interessanteste Regionalliga mit den meisten Traditionsvereinen und den mit Abstand höchsten Zuschauerzahlen“. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.