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Köln/BonnTechnische Störung legt Flughafen lahm

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Eine Frau läuft durch die beinahe leere Halle des Flughafens Köln/Bonn. Aufgrund eines Sicherheitsvorfalls war der Flugbetrieb auf dem Flughafen Köln/Bonn zeitweise weitgehend eingestelltworden.

Eine Frau läuft durch die beinahe leere Halle des Flughafens Köln/Bonn. Aufgrund eines Sicherheitsvorfalls war der Flugbetrieb auf dem Flughafen Köln/Bonn zeitweise weitgehend eingestelltworden.

Am Freitagmorgen ging auf dem Flughafen Köln/Bonn nichts mehr. Wegen einer technischen Störung musste der Sicherheitsbereich gesperrt werden. Hunderte Passagiere saßen mehr als zweieinhalb Stunden fest. Lange Wartezeiten häufen sich in jüngster Zeit.

Wer am Freitag von Köln/Bonn aus verreisen wollte, brauchte sehr viel Geduld. Wegen eines Sicherheitsvorfalls mussten viele Fluggäste stundenlang warten. Ein Überblick über die Ereignisse vom Freitag und andere Probleme des zweitgrößten Airports Nordrhein-Westfalens.

Wie stark waren Passagiere am Freitag betroffen?

Eine technische Störung hatte den Flughafen Köln/Bonn am Freitagmorgen für etwa zweieinhalb Stunden weitgehend lahmgelegt. Etwa 800 Fluggäste seien davon betroffen gewesen, teilte der Flughafen mit. Sie mussten den Sicherheitsbereich verlassen, längere Zeit warten und dann erneut mit ihrem Handgepäck durch die Sicherheitskontrolle. Die Störung trat etwa um 6.30 Uhr auf. Erst gegen 9.30 Uhr liefen die Kontrollen wieder, allerdings mit größeren Verzögerungen.

Was war der Grund für die Panne am Airport?

„Grund für die Maßnahme war eine zeitweise technische Funktionsstörung an der Sicherheitskontrolle während der Einführungsphase neuer Technik“, berichtete der Flughafen mit. Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ hat der Airport erst am Donnerstag drei neuartige Scanner an der Sicherheitskontrolle in Betrieb genommen. 

Laut Medienberichten haben die neu eingesetzten sogenannten CT- Scanner offenbar einen sicherheitsrelevanten Fehler. Am Morgen soll eine der Anlagen in der Passagierkontrolle verdächtige Gegenstände im Handgepäck eines Fluggastes entdeckt haben. Die entsprechende Warnmeldung tauchte demnach aber nicht in der Kontrollstrecke auf, in der sich der Passagier befand, sondern in einer anderen Kontrollstrecke.

Das Sicherheitspersonal wusste aber offenbar nichts mit dieser Meldung anzufangen. Die Folge: Die Tasche mit dem verdächtigen Inhalt wurde nicht wie vorgesehen aussortiert und noch einmal per Hand kontrolliert, sondern dem Passagier ohne Kontrolle übergeben.

Als das auffiel, räumte die Bundespolizei den gesamten Sicherheitsbereich im Flughafen Köln/Bonn und stoppte startbereite Flugzeuge, betroffen waren sowohl Terminal 1 als auch Terminal 2. Der Sicherheitsbereich wurde von Beamten durchsucht. Das dauerte mehr als zwei Stunden. Ein Sprecher des Airports wollte diese Medienberichte am Freitag nicht bestätigen.

Wann wurde der Betrieb wieder aufgenommen?

Gegen 9.30 Uhr lief der reguläre Betrieb wieder an, der Zugang wurde geöffnet. Danach kam es am Sicherheitscheck zu längeren Wartezeiten -  einmal dadurch, dass die 800 Passagiere vom Morgen noch einmal geprüft werden mussten, und dann dadurch, dass die Scanner mit der neuen Technik zunächst nicht genutzt werden konnten. Rund 60 Prozent der eigentlichen Kapazitäten stünden zur Verfügung, sagte ein Flughafensprecher. „Deswegen sind die Techniker mit Hochdruck dran, den Fehler zu beheben“, sagte ein Flughafensprecher am Mittag. Am frühen Nachmittag waren die neuen CT-Scanner wieder im Einsatz.

Allerdings gab es offenbar längere Wartezeiten bis in den Nachmittag hinein. Ein „Stadt-Anzeiger“-Leser berichtete, von 14.50 bis 16.10 Uhr in der Schlange vor der Sicherheitskontrolle gestanden zu haben. „Ich möchte mich bei allen betroffenen Passagieren und Partnern entschuldigen und weiß, wie belastend solche Beeinträchtigungen für unsere Fluggäste und alle Prozesspartner sind. Allen Fluggästen danke ich ausdrücklich für ihre Geduld und ihr Verständnis“, sagte Flughafenchef Thilo Schmid dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Wann kam es noch zu Störungen?

In den vergangenen Wochen kommt es immer wieder zu ungewöhnlich langen Wartezeiten und langen Schlangen am Flughafen Köln/Bonn. Zuletzt erst am Montag, 9. Februar, kam es zu einer Wartezeit von mehr als 50 Minuten vor der Sicherheitskontrolle. Ein Video im Internet zeigt Reisende, die im Terminal mehrere Hundert Meter lang in einer Schlange stehen. Die Warte-Reihe ist mit einem Flatterband abgesperrt.

Am Montag, dem 2. Februar, berichteten „Stadt-Anzeiger“-Leser sogar von Wartezen von mehr als 60 Minuten am späten Nachmittag. „Man doch für einen Inlandsflug nicht 90 Minuten Wartezeit nur mit Handgepäck einrechnen. Unverschämtheit“, schrieb ein verärgerter Passagier an die Redaktion. Auf Fotos ist eine Warteschlange zu sehen, die bis zum Rewe in Terminal 1 reicht. Dass es zu Wartenzeiten kommt, ist im Februar eher ungewöhnlich, da es keine ausgesprochene Reisezeit ist.

Schlangen am Flughafen Köln/Bonn am 2. Februar 2026

Schlangen am Flughafen Köln/Bonn am 2. Februar 2026

Der Flughafen Köln/Bonn ist ein Airport mit großen Unterschieden in der Auslastung je nach Jahreszeit. Da er viel von Ferienfliegern und Menschen, die im Sommer in ihre Heimatländer reisen, genutzt wird, ist das Verkehrsaufkommen im Sommer oder während der Herbst- und Osterferien um ein Vielfaches größer als im Januar oder Februar. Lange Wartezeiten sind da normalerweise viel leichter zu vermeiden.

Ein weiteres Ärgernis mehrerer Reisender seien streng riechende Toiletten am Kölner Airport. Ein Sprecher sagte dazu: „Es gibt im Rahmen der Terminal-Modernisierung ein Konzept zur Modernisierung der WC-Anlagen. Die Maßnahmen laufen bereits. Die WC-Anlagen werden nacheinander modernisiert. Auch hier im laufenden Betrieb.“

Was hat es mit den neuen Scannern auf sich?

Seit Ende Oktober setzt der Flughafen die umfassende Neugestaltung des Kontrollbereichs auf modernste CT-Technik um. Die Implementierung der neuen CT-Spuren soll Mitte 2026 abgeschlossen sein. Köln/Bonn wird danach als erster Flughafen in Deutschland an sämtlichen Kontrollspuren über CT-Technik verfügen. Insgesamt investiert der Flughafen rund 25 Millionen Euro. Am Donnerstag waren die ersten drei Scanner in Betrieb genommen worden, als Testlauf.

Fluggästen wird es künftig möglich sein, Flüssigkeiten und technische Geräte bei der Kontrolle im Handgepäck zu belassen. Das soll die Abfertigung an den Sicherheitskontrollen erheblich beschleunigen

Wie geht es mit den Bauarbeiten weiter?

Zu den verkehrsreichen Osterferien sollen dann fünf der CT-Scanner in Betrieb sein. In den besonders passagierstarken NRW-Sommerferien sollen dann alle elf Spuren mit den neuen Scannern arbeiten. Schlechte Nachricht für Vielflieger: Die beliebte Fastlane, die eine schnellere Kontrolle ermöglicht, ist während der Bauarbeiten meistens nicht verfügbar, wie ein Flughafensprecher bestätigte