Das defizitäre Geschäft mit E-Autos und Trumps Zölle machen Ford zu schaffen. In Deutschland aber wurden im vergangenen Jahr fast neun Prozent mehr Autos verkauft.
US-AutobauerFord macht hohen Milliardenverlust

Ein weißer Ford Explorer kurz vor der Abnahme in den Fordwerken in Niehl.
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Der US-Autobauer Ford hat das vergangene Quartal mit einem hohen Verlust von 11,1 Milliarden Dollar abgeschlossen. Den Ausschlag gaben der Umbau des hochdefizitären Elektroauto-Geschäfts, ein Brand bei einem Aluminium-Zulieferer und die Importzölle von US-Präsident Donald Trump.
Hintergrund für das Minus: Der US-Autoriese hatte bereits eine Abschreibung von 19,5 Milliarden Dollar bei batteriebetriebenen Fahrzeugen angekündigt. Das Vorjahresquartal hatte Ford noch mit einem Gewinn von 1,8 Milliarden Dollar abgeschlossen. Der Umsatz sank unterdessen im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 45,9 Milliarden Dollar (38,7 Milliarden Euro).
Auf Spartenebene bot sich ein ähnliches Bild wie schon in den vergangenen Quartalen: Die Elektroauto-Sparte verbuchte einen operativen Verlust von 1,2 Milliarden Dollar. Autos mit Verbrennungsmotoren brachten Ford unterdessen einen operativen Gewinn von 727 Millionen Dollar ein und die Nutzfahrzeug-Sparte verdiente auf dieser Basis gut 1,2 Milliarden Dollar.
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Ford ist größter Industrie-Arbeitgeber Kölns
Ford ist mit mehr als 10.000 Beschäftigten noch immer der größte industrielle Arbeitgeber Kölns. Dort befindet sich auch die Europazentrale. Allerdings weist der Autobauer keine Geschäftszahlen mehr nach Regionen aus, sondern nach Sparten, wie ein Sprecher von Ford dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Mittwoch erklärte. Die Sparten sind aufgeteilt in Model E für Elektroautos, Ford Pro für Nutzfahrzeuge und Ford Blue für die verbliebenen Verbrenner.
Somit ist aus den Zahlen nicht ersichtlich, wie die Geschäfte bei Ford in Köln, Respektive in Deutschland laufen. Ford Köln war lange das Werk für den Kleinwagen Fiesta. Der letzte Ford Fiesta lief am 7. Juli 2023 im Kölner Werk vom Band. Nach 47 Jahren Produktionszeit und mehr als 22 Millionen hergestellten Einheiten endete damit die Ära des beliebten Kleinwagens, um Platz für die Produktion von Elektroautos zu schaffen.
Im Jahr 2024 startete dann in Köln zunächst die Produktion des elektrischen SUV Explorer, kurz darauf folgte der ebenfalls elektrische Ford Capri. Die Ford-Werke in Köln produzieren also nur noch E-Autos, das neu gestaltete Werk wird als Cologne Electrical Vehicle Center bezeichnet.
Stellenabbau in Köln läuft
2025 wurde schließlich bekannt, dass der Ford-Mutterkonzern mit Sitz in Dearborn die Patronatserklärung für die deutsche Tochter beendet. Dies bedeutet, dass Ford Deutschland seitdem selbst für seine Schulden verantwortlich ist. Im Gegenzug erhielt die Gesellschaft eine Finanzspritze von 4,4 Milliarden Euro. Wie lange die trägt, ist unbekannt.
Bis Ende 2027 sollen in Köln rund 2900 bis 3500 Arbeitsplätze in der Verwaltung und Produktion - insbesondere durch Umstellung auf Einschichtbetrieb im E-Auto-Werk - wegfallen. Ein entsprechendes Freiwilligenprogramm hat Ende November 2025 begonnen, um den Abbau zu realisieren. Noch ist nicht öffentlich, wie viele Mitarbeiter das umfangreiche Abfindungsangebot für die Ford-Beschäftigten angenommen haben.
Deutscher Markt 8,8 Prozent im Plus
Inzwischen gibt es aber einen leichten Aufwärtstrend. Gemäß der Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes wurden im vergangenen Jahr 108.299 Ford Fahrzeuge in Deutschland zugelassen, ein Plus von 8,8 Prozent im Vergleich zu 2024. Davon waren 20.753 Elektrofahrzeuge (19,2 Prozent). Jedes siebte Fahrzeug für den deutschen Markt entstand in Köln.
Nach dem Erfolg von Tesla hatten die großen US-Autobauer General Motors, Ford und Stellantis Milliarden investiert, um mehr Elektroautos in ihre Modellpaletten zu bringen. In Zukunft will Ford stärker auf Hybrid-Fahrzeuge setzen - und bei Elektroautos auf kleinere Modelle. Die vollelektrische Version des großen Pickups F-150 wurde eingestellt.
Der US-Autoriese Ford hat für die E-Kleinwagen mit dem französischen Autobauer Renault eine Partnerschaft zur Fertigung von zwei erschwinglichen Elektroautos für europäische Kunden vereinbart. Die beiden von Ford entworfenen und mit Renault entwickelten E-Automodelle der Marke Ford sollen in Douai in Nordfrankreich produziert werden, wie die Unternehmen mitteilten.
Das erste der beiden Fahrzeugmodelle werde voraussichtlich Anfang 2028 in den Verkauf gehen. Die beiden neuen E-Autos markierten den ersten Schritt einer umfassenden neuen Produktoffensive von Ford in Europa. Trotz der Kooperation mit Renault blieben beide Marken klar getrennt, hieß es. (mit dpa)

