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Ausflug mit Geschichte6 UNESCO-Welterbestätten in NRW, die man gesehen haben muss

5 min
Touristen fotografieren den Kölner Dom, eines der sechs Unesco-Weltkulturerbestätten in NRW.

Touristen fotografieren den Kölner Dom, eines der sechs Unesco-Weltkulturerbestätten in NRW.

Von römischen Grenzwällen bis zum Kölner Dom: In Nordrhein-Westfalen liegen sechs UNESCO-Welterbestätten – ein Überblick über alle Orte.,

Nordrhein-Westfalen gilt vielen als Bundesland der Industriegeschichte und Großstädte – dabei steckt es voller Orte, die von der UNESCO als Welterbe anerkannt wurden und damit zum gemeinsamen Erbe der gesamten Menschheit zählen. Insgesamt sechs Welterbestätten liegen in NRW – so viele wie in kaum einem anderen Bundesland. Sie erzählen von Jahrhunderten Geschichte: von mächtigen Kaisern und frommen Mönchen, von der Glanzzeit des Barock und dem Aufstieg der Industriegesellschaft.

Wer die Welterbestätten in NRW besucht, begibt sich auf eine Reise durch die Zeit – und muss dafür nicht einmal weit fahren. Der Kölner Dom und der Aachener Dom gehören zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Deutschlands überhaupt. Weniger bekannt, aber nicht weniger beeindruckend: das Kloster Corvey im Weserbergland, die barocken Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl, die Zeche Zollverein in Essen und der Niedergermanische Limes, der als einstiger Grenzwall des Römischen Reiches durch weite Teile NRWs verläuft .

Ein Ausflug zu diesen Stätten lohnt sich – für Geschichtsinteressierte genauso wie für alle, die einfach Lust auf einen besonderen Tag haben.

1. Kölner Dom

Der beleuchtete Kölner Dom hinter dem Bahnhof. (Archivbild)

Der beleuchtete Kölner Dom hinter dem Bahnhof. (Archivbild)

Er ist das Wahrzeichen Kölns und eines der bekanntesten Gebäude der Welt: Der Kölner Dom wurde 1248 begonnen und erst 1880 fertiggestellt – über 600 Jahre Bauzeit. Mit seinen 157 Metern Höhe war er bei seiner Vollendung das höchste Gebäude der Welt. Seit 1996 gehört der gotische Meisterbau zum UNESCO-Welterbe und zieht jedes Jahr Millionen Besucher aus aller Welt an den Rhein. Ein besonderer Tipp für Schwindelfreie ist eine Führung über die Dächer des Gotteshauses. Kürzlich wurde beschlossen, dass ab Juli ein Eintrittsgeld für den Dom erhoben werden soll.

Der Kölner Dom ist in der Regel täglich von 6 bis 20 Uhr geöffnet, Gottesdienste haben Vorrang . Für touristische Besichtigungen wird er werktags meist zwischen 10 und 17 Uhr und sonntags zwischen 13 und 16 Uhr empfohlen. Die Turmbesteigung ist saisonal, meist 9 bis 16/18 Uhr, möglich.

Kölner Dom, Domkloster 4, 50667 Köln | www.koelner-dom.de


2. Aachener Dom

Der Aachener Dom von außen.

Der Aachener Dom als herausragendes Bauwerk der karolingischen Renaissance und Krönungsstätte vieler Könige und Kaiser ist unter den Dienstältesten der deutschen Stätten in der der Welterbe-Liste. (Archivbild)

Der Aachener Dom war die erste deutsche Stätte überhaupt, die 1978 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde. Das von Kaiser Karl dem Großen um 800 n. Chr. erbaute Gotteshaus gilt als eines der bedeutendsten Bauwerke des frühen Mittelalters in Europa. Über Jahrhunderte war der Dom Krönungsort der deutschen Könige – 30 Könige und 12 Königinnen wurden hier gekrönt. Neben dem Dom lohnt auch ein Blick in den Domschatz, der zu den wertvollsten Kirchenschätzen nördlich der Alpen zählt.

Der Aachener Dom ist in der Regel täglich von 7 bis 18 (Januar-März) bzw. 19 Uhr (April-Dezember) geöffnet. Touristische Besichtigungen sind meist ab 11 Uhr möglich (sonntags ab 13 Uhr), während der Gottesdienste ist dies jedoch nicht gestattet. Der Eintritt ist frei, der Besuch der Chorhalle erfordert eine Führung.

Aachener Dom, Domhof 1, 52062 Aachen | aachenerdom.de


3. Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl

Ein Blick über den Schlosspark auf das Schloss Augustusburg in Brühl. (Archivbild)

Ein Blick über den Schlosspark mit Weiher auf das Schloss Augustusburg in Brühl. (Archivbild)

Nur wenige Kilometer südlich von Köln liegt eines der schönsten Barockensembles Deutschlands. Die Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl wurden im 18. Jahrhundert für die Kölner Kurfürsten erbaut und gelten als Gesamtkunstwerk des deutschen Rokoko – 1984 wurden sie als solches zum Welterbe erklärt. Berühmte Staatsgäste waren hier zu Besuch, wie Queen Elisabeth II., Michail Gorbatschow, Nelson Mandela oder auch Papst Johannes Paul II.Besonders beeindruckend ist das prachtvolle Treppenhaus des Augustusburgs, das als eines der bedeutendsten des Rokoko in Europa gilt. Die weitläufigen Gartenanlagen laden nach der Besichtigung zu einem ausgedehnten Spaziergang ein.

Schloss Augustusburg kostet 11 Euro Eintritt, Falkenlust 8 Euro. Geöffnet ist von Di-Fr 9 bis 16 Uhr und am Wochenende von 10 bis 17 Uhr. Der Park ist frei zugänglich.

Schloss Augustusburg, Parkplatz Max-Ernst-Allee, 50321 Brühl / Jagdschloss Falkenlust, An Schloss Falkenlust, 50321 Brühl | www.schlossbruehl.de


4. Zeche Zollverein in Essen

Der Förderturm der Zeche Zollverein ragt imposant in den Himmel. (Archivbild)

Der Förderturm der Zeche Zollverein ragt imposant in den Himmel. (Archivbild)

Was einmal das größte Steinkohlebergwerk der Welt war, ist heute eines der faszinierendsten Industrie- und Kulturdenkmäler Europas. Die Zeche Zollverein in Essen wurde 2001 zum UNESCO-Welterbe ernannt und beherbergt heute Museen, Ausstellungen, Restaurants und ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm. Die markante Förderanlage des Schachts XII gilt als architektonisches Meisterwerk des Bauhaus-Stils. Ein Besuch lohnt sich zu jeder Jahreszeit – im Winter verwandelt sich das Gelände sogar in eine beliebte Eislaufbahn.

Das UNESCO-Welterbe Zeche Zollverein ist jederzeit frei zugänglich, wobei die Außenanlagen rund um die Uhr erkundet werden können. Das Besucherzentrum Ruhr in der ehemaligen Kohlenwäsche ist die zentrale Anlaufstelle. Highlights sind das Ruhr Museum, das Red Dot Design Museum sowie geführte Touren über den Denkmalpfad, die eine Anmeldung erfordern und Tickets erfordern.

UNESCO-Welterbe Zollverein, Gelsenkirchener Straße 181, 45309 Essen | www.zollverein.de


5. Kloster Corvey in Höxter

Schloss Corvey im Sommer. (Archivbild)

Schloss Corvey im Sommer. (Archivbild)

Im Weserbergland, idyllisch an der Weser gelegen, versteckt sich eine der bedeutendsten Klosteranlagen des frühen Mittelalters. Das karolingische Westwerk des Klosters Corvey bei Höxter ist der einzige noch erhaltene Bau aus der Karolingerzeit nördlich der Alpen und wurde 2014 zum Welterbe ernannt. Corvey war einst ein mächtiges Benediktinerkloster mit einer der wertvollsten Bibliotheken des Landes. Heute beherbergt das Schloss, das später auf dem Klostergelände entstand, ein Museum sowie das Archiv des Dichters Hoffmann von Fallersleben. 

Reguläre Tickets (Erwachsene) liegen bei 14 Euro, für Garten, Museum und Teile der Anlage braucht man ein Ticket.

Kulturkreis Höxter-Corvey GmbH, Corvey 2, 37671 Höxter | www.schloss-corvey.de


6. Niedergermanischer Limes

Besucher besichtigen das Amphitheater im Archäologischen Park in Xanten. Die militärischen Elemente der einstigen römischen Stadt Colonia Ulpia Traiana - heute Xanten - sind Teil des Unesco-Weltkulturerbes. 



Dieses alte Theater stammt noch aus römischer Zeit.

Besucher besichtigen ein Amphitheater aus römischer Zeit im Archäologischen Park in Xanten. Die militärischen Elemente der einstigen römischen Stadt Colonia Ulpia Traiana - heute Xanten - sind Teil des Unesco-Weltkulturerbes.

Für den sechsten Punkt dieser Liste lässt sich kein einzelner Ort nennen. Denn der jüngste Neuzugang unter den Welterbestätten in Nordrhein-Westfalen ist der Niedergermanischer Limes – ein Abschnitt der römischen Grenzanlagen entlang des Rheins und zugleich das flächenmäßig größte UNESCO-Welterbe des Bundeslandes. Seit 2021 steht er auf der Welterbeliste. Der einstige Grenzverlauf des Römischen Reiches reichte von Bonn bis nach Xanten und ist Teil eines transnationalen Welterbes, das sich durch mehrere europäische Länder zieht. Reste von Kastellen, Wachtürmen und Siedlungen machen die römische Vergangenheit entlang der Route noch heute erlebbar. Besonders anschaulich wird sie im Archäologischer Park Xanten, wo sich die antike Stadt Colonia Ulpia Traiana erkunden lässt.

Regel-Tickets für den Archäologischen Park Xanten kosten 11 Euro. Geöffnet ist vom 1. März bis zum Ende der Sommerzeit von 9 bis 18 Uhr, vom Beginn der Winterzeit bis 28. Februar von 10 bis 16 Uhr.

Verschiedene Orte, etwa LVR-Archäologischer Park Xanten, Am Rheintor, 46509 Xanten | apx.lvr.de