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Dienstwagen des Kölner OBBurmester übernimmt Rekers Auto

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Der Dienstwagen von OB Torsten Burmester

Der Dienstwagen von OB Torsten Burmester

Welches Auto das Kölner Stadtoberhaupt fährt, war in der Vergangenheit ein emotionales Thema. Ein Überblick. 

Bei den vier ehrenamtlichen Bürgermeisterinnen oder Bürgermeistern waren Dienstwagen in der Vergangenheit kein emotionales Thema. Ganz anders verhält es sich da bei den Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeistern.

Zum Beispiel bei Torsten Burmesters Vorgängerin Henriette Reker (parteilos). Reker wollte 2019 angesichts des ausgerufenen Klimanotstandes Autos für die Stadtspitze prüfen, die umweltverträglicher sind.

Ford-Chef mit Kritik

Zunächst ging es um drei von 13 Autos, und zwar zwei Plug-in-Hybride sowie einen wasserstoffbetriebenen GLC F-Cell von Mercedes-Benz. Die Ankündigung, nicht Ford, also ein Auto des größten industriellen Arbeitgebers der Stadt zu fahren, löste eine wochenlange, emotionale Diskussion aus. Der damalige Ford-Chef Gunnar Herrmann sagte: „Das ist eine enorme Enttäuschung und kein schönes Signal.“

Der Ford-Betriebsrat startete sogar eine Online-Petition und forderte ein Bekenntnis von Reker. Mehr als 21.000 Unterstützerinnen und Unterstützer fanden sich, es gab eine Aktuelle Stunde im Stadtrat. Doch Reker selbst fuhr ohnehin immer weiter Ford: Ab 2023 etwa den Ford Explorer Hybrid. Das Auto ist ein typisch amerikanischer SUV und wird auch in den USA gebaut. Das Fahrzeug ist gut fünf Meter lang und zwei Meter breit.

Schramma fuhr mal Volvo

Vorher hatte sie den Ford Mondeo genutzt, doch der wurde im Jahr 2022 eingestellt. Ford hatte vor 2023 als Nachzügler bei der E-Mobilität als reines E-Auto nur den Mach-E im Angebot, einen sportlichen Mustang, der für Arbeiten einer OB im Auto ungeeignet ist. Deshalb fiel Rekers Wahl auf den Explorer.

2001 hatte es schon mal einen Streit um den Dienstwagen des Stadtoberhauptes gegeben. Der damalige Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) wechselte von einem Ford auf den Volvo S80. Auch die meisten Bürgermeister fuhren damals in Volvos zu Terminen. Ein Schlag für Ford. Volvo gehörte zu jener Zeit zwar zum Großkonzern Ford, doch eine kölsche Marke wurde aus den Schweden niemals.

Burmester übernimmt Rekers Autos

Burmester hat die beiden Ford Explorer Hybrid seiner Vorgängerin übernommen. Einer der Wagen ist das Reservefahrzeug. Mittlerweile fahren einige Dezernentinnen und Dezernenten auch VW, Audi oder Mercedes. Stadtsprecher Alexander Vogel hat angekündigt, dass Burmester während seiner Amtszeit Ford fahren wird. Der OB hatte darüber hinaus angekündigt, regelmäßig mit dem Bus ins Rathaus fahren zu wollen.

Bis 2020 hatten auch Fraktionen ab einer Größe von 25 Mitgliedern das Recht auf einen Dienstwagen plus Fahrer, doch das änderte der Rat, nachdem die Grünen bei der Wahl 2020 stärkste Kraft geworden waren. Nun müssen die Fraktionen mögliche Dienstwagen aus ihrem eigenen Budget zahlen. Ohnehin hat keine Fraktion mehr als 25 Mitglieder, die Grünen als personell stärkste Kraft haben 22, CDU und SPD jeweils 18.