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Fall Collien Fernandes„Sexuelle und digitale Gewalt stoppen!“ – Demonstration am Samstag in Köln

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„Danke Collien“ steht auf einem Plakat bei der Demonstration in Solidarität mit Collien Fernandes am Brandenburger Tor in Berlin.

„Danke Collien“ steht auf einem Plakat bei der Demonstration in Solidarität mit Collien Fernandes am Brandenburger Tor in Berlin.

Eine Demo in Köln soll Druck auf die Politik machen. Es geht um Schutz, Gesetze – und die Frage, was jetzt passieren muss.

„Wir schweigen nicht länger.“ Mit diesen Worten ruft die Feminist Law Clinic zu einer Demonstration in Köln auf. Anlass ist die Debatte um den Fall von Collien Fernandes, der bundesweit Aufsehen erregt hat.

Die 44-Jährige hatte im „Spiegel“ gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, schwere Vorwürfe erhoben. Dabei geht es um das Erstellen und Verbreiten von gefälschten, mithilfe künstlicher Intelligenz generierten pornografischen Aufnahmen von ihr. Ulmen bestreitet die Vorwürfe.

Die Feminist Law Clinic in Köln bietet Frauen und queeren Menschen kostenlose Rechtsberatung. Jetzt setzt sie sich gemeinsam mit weiteren Initiativen für mehr Solidarität, mehr Gerechtigkeit und besseren Schutz vor sexualisierter Gewalt ein.

Die Demonstration unter dem Titel „Sexuelle und digitale Gewalt stoppen!“ soll am Samstag (28. März) um 13 Uhr am Rudolfplatz beginnen. Von dort aus geht es nach Angaben der Polizei zum Hans-Böckler-Platz am Stadtgarten. Angemeldet sind rund 500 Teilnehmende. Bis 16 Uhr könne es auf dem Zugweg zu kurzfristigen Straßensperrungen kommen.

Köln zeigt am Samstag Solidarität mit Collien Fernandes

Die Kritik der Organisatorinnen ist deutlich: Es fehle an klaren Gesetzen und echten Konsequenzen für Täter, heißt es in dem Aufruf. Der Fall Fernandes mache einmal mehr sichtbar, was viele längst wüssten: Betroffene seien in Deutschland nicht ausreichend geschützt.

Konkret geht es um Strafbarkeitslücken bei bildbasierter Gewalt und sogenannten Deepfakes. Das Digitalministerium fordert, dass „was offline verboten ist, ebenso online verboten sein“ müsse. Auch im Bundestag steht das Thema auf der Agenda, ein Gesetzentwurf ist angekündigt.

Nur Ja heißt Ja – mehrere Petitionen gestartet

Zusätzlichen Druck macht eine Petition mit dem Titel „In Solidarität mit Collien Fernandes – 10 Forderungen an die Bundesregierung“, die innerhalb kürzester Zeit rund 192.000 Unterschriften gesammelt hat. Rund 250 prominente Frauen unterzeichneten sie als Erste. Sie fordert unter anderem, jede sexuelle Handlung ohne ausdrückliche Einwilligung strafbar zu machen – nach dem Prinzip „Ja heißt Ja“. Dafür gibt es auch eine eigene Petition der Feminist Law Clinic.

In Berlin demonstrierten erst vor wenigen Tagen Tausende Menschen am Brandenburger Tor gegen sexualisierte digitale Gewalt. Die Kundgebung stand ebenfalls im Zeichen der Solidarität mit Fernandes, erwartet worden waren 500 Teilnehmende – es kamen deutlich mehr. Auch in Köln soll dieser Protest nun sichtbar werden.

Die Feminist Law Clinic ruft dazu auf, Freundinnen und Freunde mitzubringen und gemeinsam laut zu sein. Das Ziel: Die gesellschaftliche Debatte soll nicht verhallen, sondern Konsequenzen haben.