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Benefizkonzert zum Abschluss des ProjektsHimmelsleiter soll dem Domforum erhalten bleiben

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Blick in den dunklen Nachthimmel, gelborange leuchtende Himmelsleiter am Domforum auf der linken Seite, Dom auf der rechten Seite

Die Himmelsleiter soll länger an der Fassade des Domforums bleiben.

Mit einem Konzert fand das Projekt „Da berühren sich Himmel und Erde“ seinen Abschluss. Die Lichtinstallation soll weiterhin leuchten.

Seit dem vorigen Herbst ist sie der Hingucker des Domforums: die bei Dunkelheit orangegelb leuchtende „Himmelsleiter“, die drinnen im Parterre des Gebäudes beginnt und sich draußen an der Fassade bis zum Dach fortsetzt. Sie stand im Mittelpunkt des Projekts „Da berühren sich Himmel und Erde“, das im September mit der Dreikönigswallfahrt anfing. Am Sonntag hat es mit einem Konzert seinen Abschluss gefunden. Bei dieser Gelegenheit kündigte Stadtdechant Robert Kleine im voll besetzten Domforum an, dass die Lichtinstallation dem kirchlichen Kultur- und Informationszentrum dauerhaft erhalten bleiben soll. Mit der österreichischen Künstlerin Billi Thanner, die sie geschaffen hat, stehe man deswegen in Kontakt.

„Man kann so ein Kunstwerk nicht einfach versetzen“, sagte Kleine. Allerdings hatte die mit Neonröhren illuminierte Himmelsleiter ein paarmal den Standort gewechselt, bevor sie nach Köln kam. 2021 wurde sie auf dem Wiener Stephansdom installiert, um in der Corona-Zeit ein weithin sichtbares Zeichen der Hoffnung zu senden. Danach zog sie nach Münster in die Lamberti-Kirche um. Zwischendurch war sie im Rahmen der Olympischen Spiele in Paris zu sehen. Das etwa 20 Meter lange Kunstwerk mit 23 Sprossen soll nach den Worten von Thanner die Verbindung zwischen Himmel und Erde symbolisieren und an Gottes Nähe zu den Menschen erinnern.

Vorträge und Konzerte haben Installation an der Domplatte begleitet

Die Installation an der Domplatte war von einer Reihe von Veranstaltungen begleitet, darunter Vorträge und Konzerte. Das Motto des Projekts geht auf das Lied „Da berühren sich Himmel und Erde“ der Kölner Band Ruhama zurück, die  Thomas Quast leitet. Mit dem Projekt feierte das Domforum sein 30-jähriges Bestehen, auch das Katholische Bildungswerk Köln und das Stadtdekanat beteiligten sich daran. „So wie das Domform eine Marke für Qualität ist, für Dialog und für Offenheit, so ist auch die Himmelsleiter zur Marke geworden“, sagte Kleine. Carolin Hostert-Hack, die kommissarische Leiterin des Bildungswerks, sagte, zurzeit werde überlegt, welche weiteren Veranstaltungen rund um die Installation geeignet wären.

Publikum beim Benefizkonzert

Beim Benefizkonzert unter dem Motto „Kölsche Tön an der Himmelsleiter“ war das Domforum bis auf den letzten Platz besetzt.

Dass die Leiter im Herzen von Köln steht, ist maßgeblich Rainer Tüschenbönner zu verdanken. Dem früheren Leiter des Katholischen Bildungswerks und des Domforums sei es ein „Herzensanliegen“ gewesen, das Kunstwerk herzuholen, sagte Kleine. Auch sonst wurde an diesem Nachmittag an Tüschenbönner erinnert, der im vergangenen Oktober beim Bergwandern im Allgäu tödlich verunglückte und am Sonntag 63 Jahre alt geworden wäre.

Das Konzert war nicht nur der Abschluss des Projekts, sondern auch eine Benefizveranstaltung zugunsten der „Pace e bene“-Stiftung, für die Spenden gesammelt wurden. 2023 gegründet, hat die Stiftung zum Zweck, schwer kranken obdachlosen Menschen am Ende ihres Lebens ein Sterben in Würde zu ermöglichen. Um sie in einem Hospiz unterzubringen, sei viel Geld nötig, sagte Kirsten Lange-Wittmann, die dem Stiftungsrat angehört. Ein Hospizplatz koste 500 Euro pro Tag und im Monat 15 000 Euro.

Den musikalischen Auftakt machte JP Werner, zunächst mit Gitarre, dann mit seiner „Flitsch“, der Mandoline. Der Bogen spannte sich vom „Schöckelpääd“ (Schaukelpferd) der Kindheit bis zum Bekenntnis: „Ich bin doch nur ein Narr, ne Jeck im Karneval“. Elvis Katticaren vom Bildungswerk, der zusammen mit „Loss mer singe“-Initiator Georg Hinz durchs Programm führte, trug mit Elorado-Frontmann Manuel Sauer „Hallelujah“ von Leonard Cohen vor. Und Thomas Quast gab mit Andrea Hommelsheim „Da berühren sich Himmel und Erde“ zum Besten. Auch als Björn Heuser spielte und sang, war das Publikum zum Mitsingen eingeladen, ob es nun um „Minge ahle Hoot“ ging oder die „Morjesunn“. Als Überraschungsgast wurde Ex-Bläck-Fööss-Gitarrist Bömmel Lückerath begrüßt. Zum Finale kam auch der Stadtdechant nochmal auf die Bühne und sang „En unserem Veedel“ mit.