Ende September sollen die Bühnen wieder eröffnen, doch noch sind die Häuser nicht für den Spielbetrieb freigegeben. Der Zeitplan im Überblick.
Kölner Bühnen-SanierungDie Wochen der Wahrheit stehen an – Experten prüfen Brandschutz und Co.

Blick in das Schauspielhaus im vergangenen Oktober.
Copyright: Arton Krasniqi
Viereinhalb Monate vor der geplanten Eröffnung der sanierten Kölner Bühnen am Offenbachplatz stehen nun die Wochen der Wahrheit bevor: Bis Mitte/Ende Juni finden die sogenannten Wirkprinzipprüfungen in Oper, Schauspielhaus, Kinderoper und Kleinem Haus statt.
Dabei testen Experten, ob etwa im Brandfall die sicherheitsrelevanten Anlagen zusammenspielen, etwa die Brandmeldeanlage und die Lüftung. Im Opernhaus beispielsweise sind es 21 Szenarien, die die Prüfer analysieren, im Schauspielhaus sechs.
Projektleiter Jürgen M. Volm spricht von einem taggenauen Zeitplan und mit Blick auf den Terminplan von einer „anspruchsvollen, aber lösbaren Aufgabe“. In einigen Bereichen sind mittlerweile die Schutzfolien entfernt, beispielsweise von Teppichböden, Garderobenhaken, Geländern und Handläufen.
Festakt am 24. September
Wie mehrfach berichtet, sollen die Bühnen nach 14 Jahren Sanierung und Interimsspielstätten im September an den Offenbachplatz in der Innenstadt zurückkehren. Zunächst mit einem Eröffnungswochenende für die Kölnerinnen und Kölner am 19./20. September und vier Tage später mit dem offiziellen Festakt am 24. September. Potenzielle Gäste haben schon eine Mail der Stadt bekommen, damit sie sich den Termin freihalten.
Baulich sind die vier Spielstätten seit Ende des Vorjahres fertiggestellt, doch ob die Gebäude auch im Brandfall sicher sind und die Behörden ihr Okay geben, entscheidet sich in den nächsten Wochen.
Probleme mit Technischen Anlagen
Der Zeitplan ist laut des Berichts von der Baustelle für März/April eng getaktet: Noch laufen die Inbetriebnahmen der Technischen Anlagen wie etwa der Lüftung. Dabei wurden Ausführungsmängel festgestellt. Es bräuchte „vereinzelte kleinere bauliche Anpassungen im Bereich der Technischen Anlagen“, etwa der Leitungsführung. „Dies wurden parallel zur Mangelbeseitigung erledigt. Solange die Inbetriebnahme läuft, werden diese Aktivitäten auch weiterhin erforderlich sein.“

Die Baustelle des Opernhauses Köln am Offenbachplatz in Köln.
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Die Technischen Anlagen und ihre Leitungen waren 2015 einer der Hauptgründe für die abgesagte Eröffnung am 7. November und dafür, dass das Projekt nahezu komplett neu geplant werden musste.
Behörden müssen Gebäude abnehmen
Die Wirkprinzipprüfungen, die Ende Juni beendet sein sollen, bilden den Abschluss der Inbetriebnahme. Danach folgt die Abnahme durch die Baubehörde. „Zur Vorbereitung der behördlichen Abnahmen wurden in den vergangenen Wochen zahlreiche Vorbegehungen mit der Bauaufsichtsbehörde durchgeführt.“
Im Anschluss ziehen Schauspiel und Oper aus ihren rechtsrheinischen Spielstätten zurück an den Offenbachplatz. Für Abnahme und Umzüge bleiben also rund zweieinhalb Monate. Im Juli sollen die Baucontainer verschwunden sein, im August soll der Brunnen wieder sprudeln.
Firmen melden Bedarf für mehr Geld an
Derzeit hat die Stadt Köln für die reine Sanierung rund 776 Millionen Euro der vom Rat genehmigten 798,6 Millionen Euro ausgegeben, der Rest folgt bis zum Bauende. Sie geht von weiteren sogenannten Nachträgen der Firmen aus – also davon, dass die Unternehmen anmelden, dass der Bedarf größer war, als die Stadt angegeben hatte, sie mehr Arbeiten erledigen mussten und daher mehr Honorar brauchen.
Die Dimension der Nachträge zeigt der Blick auf die Kosten, zu denen sich die Stadt vertraglich verpflichtet hat: Von diesen 796 Millionen Euro hat sie 298 Millionen Euro für Nachträge ausgegeben. Das entspricht 37 Prozent.
Kosten von rund 1,465 Milliarden Euro
Zuzüglich der Ausgaben für Interim, Finanzierung der Kredite und Planung wird das Gesamtprojekt rund 1,465 Milliarden Euro kosten. Eine exakte Summe zu benennen, ist nicht möglich, weil die Finanzierungskosten schwanken und die Stadt sie – anders als früher – nicht mehr für die Öffentlichkeit ausweist.
Der Monatsbericht für März/April war nach vielen Jahren laut der Verantwortlichen der letzte seiner Art. Sie waren eingeführt worden, um Rat und Öffentlichkeit über die Entwicklung der Baustelle zu informieren. Die Berichte verhinderten aber auch nicht, dass sich die Sanierung immer wieder verzögerte und die Kosten explodierten. Ende des Jahres, wenn die Rechnungen der Firmen geprüft wurden, soll ein Abschlussbericht erscheinen.
