In einem denkmalgeschützten Gebäude in Deutz entsteht die zweite Niederlassung von Element Boulders nach der Schildergasse.
Im Schatten des Messe-HochhausesIn Deutz entsteht in einem braunen Kasten eine Kletterhalle

Das ehemalige KHD-Museum steht im Schatten des Messe-Hochhauses.
Copyright: Alexander Schwaiger
Dieser flache Quader gehört sicherlich zu den am wenigsten bekannten Gebäuden der Stadt. Er liegt im Schatten des Messe-Hochhauses, das in Deutz mit 15 Stockwerken in den Himmel ragt und bei der Einfahrt in die Stadt von der Zoobrücke aus gut zu sehen ist. Geduckt davor steht der mit braunem Quarzit verkleidete Kasten, nur aus Fußgängerperspektive hinter einem vorgebauten Riegel zu entdecken. Sowohl Hochhaus als auch Kasten stehen seit 1992 unter Denkmalschutz.
In dem Kasten wird kräftig gewerkelt. Hier entsteht eine Boulder-Halle. An den Wänden sind bereits einige Grundgerüste für die Kletterer angebracht worden, es wird gesägt und gedübelt. Im Herbst soll die Halle fertig sein. Es ist die zweite Kölner Niederlassung der Firma Element Boulders. Die erste wurde im Sommer 2024 auf der Schildergasse eröffnet. „Sie wurde sehr gut angenommen“, sagt Sprecherin Verena Keim.

Marie-Theres Hobmeier (l.) und Verena Keim von Element Boulders auf der Baustelle: Die ersten Kletterwände sind angebracht.
Copyright: Alexander Schwaiger
Die Deutzer Halle sei ein idealer zweiter Standort. „Der Stadtteil ist aufstrebend, die KVB-Haltestelle ist fast vor der Tür, und für Autofahrer gibt es eine Tiefgarage. Außerdem ist die rechtsrheinische Innenstadt noch nicht gut mit Kletterhallen versorgt.“
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4,50 Meter hohe Kletterwände
Das Gebäude sei „sehr spannend“. Die Betondecke hat ein Raster von Oberlichtern, so dass Tageslicht in den Saal fällt. „Und die Halle hat die ideale Höhe“, sagt Marie-Theres Hobmeier, die den Bau betreut. Die bis zu 4,50 Meter hohen Kletterwände reichen fast bis zur Decke. Später wird dann in der Raummitte ein Kletterwürfel gebaut, auf dessen Dach ein Bistro eingerichtet werden soll. Das können Nicht-Kletterer über eine Treppe erreichen. Rund zwei Millionen Euro werden auf 1350 Quadratmetern investiert.

Durch Oberlichter in der Betondecke fällt Tageslicht in die Halle.
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„Das alles wird sehr eng mit dem Denkmalschutz abgestimmt, hier kann bei Bedarf alles wieder zurückgebaut werden“, sagt Marie-Theres Hobmeier. So werde zum Beispiel nur in den Fugen geschraubt – und nicht in den ebenfalls unter Denkmalschutz stehenden Fliesen. Wie das Hochhaus wurde auch das kleine Gebäude 1964 errichtet. Das Hochhaus war die neue Zentrale des Kölner Maschinen-Unternehmens KHD – und sollte Modernität und Leistungsfähigkeit demonstrieren, weshalb es auch als wichtiges Zeitzeugnis eingeschätzt wird.
Brauner Kasten war einst ein Museum für Motoren
In dem Quader wurde damals stolz ein Museum mit Motoren eingerichtet. Die zogen allerdings später zur Deutz AG nach Porz um. Im braunen Kasten folgte ein Rechenzentrum, dann stand er jahrelang leer. Nur die Skulptur aus Kurbelwellen vor dem Eingang erinnert noch an die Geschichte.
Während sich nun im kleinen Vorbau viel tut, steht das Hochhaus dahinter etwas traurig da. Hier sitzt die Messe-Hauptverwaltung. Doch der 61 Meter hohe Bau ist marode, schon seit Jahren ist die Fassade mit Netzen überspannt, da sich Teile lösen könnten. Der Mietvertrag mit dem Hausbesitzer, dem Immobilienunternehmen Aroundtown, läuft bis zum Jahr 2033. Die Messe plant den Bau einer neuen Zentrale. Auf die Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ zur Situation antwortete Aroundtown: „Für die Fassade des Hochhauses sind Reparaturarbeiten geplant, der Beginn der Arbeiten ist für den nächsten Monat vorgesehen. Im Zuge dieser Maßnahmen wird auch das bestehende Netz entfernt.“
Die Umgestaltung des Vorbaus sei Teil des Ansatzes, „Standorte durch zeitgemäße und attraktive Nutzungskonzepte weiterzuentwickeln“. Die Flächen sollen gemeinsam mit dem Mieter neu belebt werden. Das Kletterhallen-Unternehmen überlegt derweil, wie man den Außenbereich verschönern könnte. Mit Außengastronomie ist es allerdings so eine Sache, denn auch die Form und Anlage der Rasenfläche rund um den braunen Quader steht unter Denkmalschutz. Es bleibt also viel zu verhandeln.

