Bevor die Stadt an der Preisschraube für Mietwagen dreht, sollte sie sicherstellen, dass Kölner mit Bus und Bahn vernünftig durch die Stadt kommen.
Kölner PlanUber wird so teuer wie Taxi – eine Katastrophe für Verbraucher


Köln dreht an der Preisschraube für Uber und Co.
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Für Taxifahrer ist die Anhebung der Mietwagenpreise eine gute Nachricht. Für Menschen, die sich in Köln von A nach B bewegen müssen, ist sie eine Katastrophe. Taxis oder eben Uber und oder Bolt sind für viele Menschen in dieser Stadt kein optionales Luxusgut, sondern ein Kostenpunkt, zu dem sie gezwungen sind, weil der restliche ÖPNV den Ansprüchen einer Großstadt nicht gerecht wird.
Die KVB erfüllt ihren Beförderungsauftrag nur unzureichend. Die Taktung ist vielerorts zu gering, zu oft fallen Bahnen aus. Wer nachts nicht sicher sein kann, ob er mit der Bahn überhaupt noch nach Hause kommt, für den sind bezahlbare Mietwagenangebote keine verzichtbare Alternative, sondern eine Notwendigkeit.
Die Preissteigerungen werden nun vor allem jene treffen, für die Mobilitätskosten ohnehin eine Bürde sind, wie Studierende und Geringverdiener. Und selbst, wer mehr Geld in der Tasche hat: Bei den wenigsten Menschen sitzt das so locker, dass sie gerne 20 Euro ausgeben, um von Ehrenfeld zum Ebertplatz zu kommen.
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Bislang preiswertere Mietwagenanbieter wie Uber geraten zu Recht immer wieder durch Fälle von Sozialbetrug in die Schlagzeilen. Allerdings werden solche Fälle auch regelmäßig bei Taxi-Kontrollen aufgedeckt. Wer glaubt, allein das Drehen an der Preisschraube für Endverbraucher würde diese Probleme unterbinden, der irrt.
Kölner Taxibranche ist veraltet
Das Taxigewerbe, ebenso wie das Mietwagengewerbe und seine Angestellten, auf lange Sicht zu schützen, muss natürlich Ziel der Stadt sein. Dazu gehört fairer Wettbewerb ohne Dumpinglöhne. Das darf aber nicht ausschließlich auf Kosten der Kunden passieren. Bevor die Stadt künstlich die Preise treibt, stünde sie in der Pflicht, ein effizientes, wenn schon nicht kostengünstiges Nahverkehrsnetz aus Bussen und Bahnen zu gewährleisten.
Die KVB bietet aktuell weder noch. Dass zeitgleich mit höheren Taxi- und Mietwagenkosten auch noch eine ÖPNV-Abgabe im Gespräch ist, ist ein regelrechter Schlag ins Gesicht der Kölner Verbraucher.
Und auch die Taxibranche selbst steht in der Verantwortung. Ihr bescheren nicht nur hohe Fahrtkosten einen mitunter schlechten Ruf, sondern auch Fahrer, die keine Kartenzahlung akzeptieren oder absichtlich längere Routen fahren, um Preise in die Höhe zu treiben. Zu lang hat sich die Branche auf ihrer Monopolstellung ausgeruht. Fixe Kosten, einfache Buchung, schnelle Abholung: Auch durch Vorteile wie diese, viele Jahre Alleinstellungsmerkmal von Anbietern wie Uber, haben Taxis den Anschluss verloren.
Die Antwort auf all diese Probleme darf am Ende nicht sein, Kunden schlicht keine Wahl zu lassen.



