Die BV Lindenthal hat beschlossen, die kreative Planungsvariante für den Hybridpark umzusetzen. Die Stadt erläuterte bereits die konkreten Schritte.
Vergessene BracheKölns „Hybridpark“ für 1,8 Millionen wartet auf das Startzeichen

Die kreative Planungsvariante der Stadt für den Hybridpark.
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Wild wuchernde Gräser auf sandigem Schotter erinnern an eine Savannenlandschaft. Am Horizont ragen Industrieschornsteine in die Höhe. Die Brache am ehemaligen Gleisdreieck, inmitten des Gewerbegebietes zwischen Stolberger und Eupener Straße sowie Mercedes-Benz-Allee, erscheint vergessen, fast unwirklich. Doch die Stadt hat Pläne damit: Hier am ehemaligen Gleisdreieck, wo sich einst die Güterzüge kreuzten, soll das grüne Herz der künftigen „West-Stadt“ entstehen.
Der Hybridpark wird auch in der Mitte der ebenfalls geplanten Rad- und Fußwegverbindung „Low Line“ liegen, die von Ost nach West führen wird. Wege in südlicher und nördlicher Richtung werden ebenfalls von dem Park ausgehen. Er soll einen Erholungsort für „West-Städter“ darstellen, die bald in der Nachbarschaft entstehenden Neubauten wohnen, und als kühlende „Klimaanlage“ gegen die auf der künftig stark versiegelten Umgebung entstehende Hitze dienen.

Bezirksbürgermeister Roland Schüler, Harald Schäfer und Ilsetraut Popke (v. l.) vom Rahmenplanungsbeirat Braunsfeld/Müngersdorf/Ehrenfeld auf der Brache am Gleisdreieck, wo der Hybridpark entstehen soll.
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Der stellvertretende Leiter des Amtes für Landschaftspflege und Grünflächen, Christoph Hölzer, hat der Bezirksvertretung (BV) Lindenthal in ihrer vergangenen Sitzung zwei Planungsvarianten für den Hybridpark vor- und zur Auswahl gestellt. Die Bezirkspolitik hat die kreative Variante ausgewählt und beschlossen, dass die Stadtverwaltung sie umsetzen soll.
Wald, Wasser und eine Hügellandschaft
Die Planungsvariante setzt sich aus zwei Grundmodellen zusammen, und zwar aus Elementen eines „Waldparks“ und denen eines „kühlen Parks“: Eine Hügellandschaft mit einem Teich wird danach das Zentrum des künftigen Hybridparks bilden. Ihr Südhang soll mit Sonnenliegen zum Entspannen einladen. Auch ein Pavillon ist vorgesehen. Das Ganze wird in einen dichten Baumbestand mit Unterholz eingebettet. Darin sind Lichtungen mit Sport- und Spielmöglichkeiten vorgesehen, etwa eine Lichtung mit einem Bouleplatz, eine mit einem Multitor, eine weitere mit Tischtennisplatten, eine mit einem großen Naturspielplatz und eine weitere, damit verbunden, mit einem Kleinkinderspielplatz. Die Spiel- und Sportorte sind jeweils von ruhigen Bereichen umgeben.
Eine „konservative Variante“ stand ebenfalls zur Auswahl
Die andere Variante, die zur Auswahl stand, war eine klassische Parkvariante. „Sie ist eher konservativ“, erläuterte Hölzer, „so wie wir auch heute schon Parkanlagen planen“. Darin gäbe es dann mehr Felder, Rasen- und Freiflächen, weniger Baumbestand, aber Obstgärten mit Picknickbereichen und Gemeinschaftsgärten, sowie einen Basketball- und Fußballplatz, eine Boulebahn und Tischtennisplatten.
Die kreative Planungsvariante setzte sich hingegen aus den Elementen zusammen, die bei der vergangenen Bürgerbeteiligung die meisten Stimmen erhalten hatten. Die meisten teilnehmenden Bürger und Bürgerinnen hatten sich einen Waldpark gewünscht. Der „kühle Park“ war die zweibeliebteste Option. Auch die Verwaltung empfahl in ihrer Beschlussvorlage die kreative Variante, und zwar, weil sie eine besonders positive Wirkung auf das Klima haben wird. Der dichte Baumbestand sorge für Kühlung, Lärmdämpfung und eine naturnahe, erholsame Atmosphäre. Hitzeinseln würden vermieden.
Bezirkspolitik wählt einstimmig die kreative Variante
Nach dem einstimmigen Votum der BV Lindenthal entschied auch die BV Ehrenfeld über die Pläne für den Hybridpark, der sich im Grenzgebiet der Stadtbezirke Lindenthal und Ehrenfeld befindet. Auch sie votierte einstimmig für die kreative Variante. Im April entscheidet noch der Umweltausschuss darüber. Wie schnell der Park dann gebaut wird, hängt allerdings von der Finanzierung ab: „Der Park wird rund 1,8 Millionen Euro kosten“, sagte Hölzer. „Wir haben bereits bei dem Förderwettbewerb Klimaanpassung NRW einen Förderantrag eingereicht.“
Ohne eine Förderung könne die Stadt den neuen Hybridpark in Zeiten klammer Kassen so schnell nicht bauen. Man hoffe aber bis Mitte des Jahres auf eine positive Entscheidung des Landes. „Und wenn dann wirklich alle Ampeln auf Grün stehen, können wir vielleicht bereits innerhalb der nächsten achtzehn Monate mit einem Baubeschluss wieder hier in der Bezirksvertretung sitzen.“

