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„Aktenzeichen XY“Zeuge mit Hinweis zu Kölner Mordfall meldet sich während der Sendung

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ARCHIV - 04.11.2025, Bayern, München: Das ZDF-Studio von «Aktenzeichen XY… Ungelöst» auf dem Bavaria Film Gelände.  (zu dpa: «Mord an Frau vor 34 Jahren – Kölner Cold Case im TV») Foto: Peter Kneffel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Das ZDF-Studio von „Aktenzeichen XY… ungelöst“. Am Mittwoch (6. Mai) ging es um Fälle aus Köln.

Neuer Hinweis in einem 34 Jahre alten Mordfall aus Köln: Ein Zeuge hat möglicherweise wertvolle Hinweise.

Gleich zwei Kölner Cold Cases standen am Mittwochabend (6. Mai) im Mittelpunkt der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“. Es ging um einen bewaffneten Überfall auf das Feinkostgeschäft Mare Atlantico im Dezember 2021 und um den Mord an der Prostituierten Bianca B. im Juli 1992.

Die damals 48-jährige B. wurde leblos in ihrer Wohnung in der Kölner Innenstadt gefunden. Sie war unter dem Namen „Yvonne“ bekannt und arbeitete in einem Apartment über dem Spielclub „Picadilly“ in der Brabanter Straße. Die Obduktion hatte ergeben, dass die Frau mindestens einen Tag zuvor getötet worden war. Die Polizei geht von einem Raubmord aus und suchte vor allem den letzten Kunden der Prostituierten.

Während der Sendung am Mittwoch kam ein vielversprechender Anruf. Es meldete sich demnach ein Zeuge, der angab, dass ein Bekannter von ihm die Tat gestanden habe. Florian Puchelt vom LKA Bayern, der im Studio einen Überblick über mögliche Hinweise zu den Fällen gab, sagte: „Das haben wir wirklich selten in der Sendung.“ Allerdings müsse man vorsichtig sein und erst einmal die Aussage überprüfen: „Was ist wirklich dran? Wir haben den Namen, wir wissen, wo er sich aufgehalten hat und die sehr gewichtige Aussage. Das muss jetzt geklärt werden“, so Puchelt.

Kölner Ermittler Markus Weber mit Hintergründen zum Mord an Prostituierter

Markus Weber, Leiter der Kölner Cold Case-Einheit, hatte den Fall im ZDF-Studio vorgestellt. Er sagte, die Staatsanwaltschaft habe 5.000 Euro Belohnung ausgelobt. Er erklärte zum Ermittlungsstand: „Wir konnten am Tatort DNA‑Spuren sichern, die wir sicherlich dem Täter zuordnen können. Der Täter hat seine Socken am Tatort ausgezogen und zurückgelassen.“ Dabei handelt es sich um weiße Tennissocken der Größe 39–42.

Für Weber war es der 13. und gleichzeitig letzte Auftritt bei „Aktenzeichen XY... ungelöst“. Er geht Ende Mai nach mehr als 45 Jahren bei der Polizei in den Ruhestand. Die Cold-Case-Abteilung war 2022 gegründet worden.

Der Überfall auf das Feinkostgeschäft Mare Atlantico am Kölner Großmarkt fand am 23. Dezember 2021 statt. Drei Männer mit Sturmgewehren bedrohten Kunden und Angestellte und gaben mehrere Schüsse ab. Mit 100.000 Euro Beute flüchteten die Täter in einem dunklen VW Golf, in dem vor dem Geschäft ein vierter Beteiligter gewartet hatte. Bisher gab es keine entscheidenden Hinweise in dem Fall. (red/dpa)