Heinz Pötter ist am 26. Februar 1926 in Mülheim geboren. Der Opernfreund und ehemalige Polizeibeamte feiert seinen 100. Geburtstag in Dellbrück.
„Das Glück hat mich nie verlassen“Kölner Heinz Pötter feiert 100. Geburtstag

Heinz Pötter ist am 26. Fabruar 1926 in Köln-Mülheim geboren. Heute feiert er seinen 100. Geburtstag in Dellbrück. Herzlichen Glückwunsch.
Copyright: Rika Kulschewski
Von seinen 100 Jahren hat Heinz Pötter fast sein ganzes Leben in Köln verbracht. Am 26. Februar 1926 kommt er in Köln-Mülheim zur Welt. Heute lebt er in einer Wohnung in Dellbrück, in die er im Oktober 1955 mit seiner Frau eingezogen ist. Er ist ein echt Kölscher Jung, aber wenn er nochmal wieder kommen könnte, würde er sich einen anderen Ort aussuchen, witzelt er: „Es gibt schönere Orte, aber ich hab mich über die Jahre an Köln gewöhnt und bin zufrieden hier“, sagt Pötter lächelnd, „im großen Ganzen hat mich das Glück nie verlassen“.
Was der Sinn des Lebens ist, könne er auch mit 100 Jahren nicht beantworten, aber er habe viel erlebt und es sei nicht immer einfach gewesen. Er habe eine Halskrankheit und eine schwere Herzkrankheit gehabt. Trotzdem scheint er vor allem sein Glück im Leben zu sehen. „Ich bin vor allem dankbar, dass ich den Krieg überstanden habe“, erklärt Pötter. Er wächst in Mülheim auf, fängt dann mit 14 eine Ausbildung zum Industriekaufmann an.
Köln-Dellbrück: Heinz Pötter wird 100 Jahre alt
Doch 1944 wird er erst in den Arbeitsdienst nach Rinteln an der Weser und dann als Soldat nach Hameln einberufen. Der Kriegsdienst führte über Ostpreußen und Ungarn, bevor 1945 schließlich die Rückführung nach Mülheim erfolgte. Wenn Heinz Pötter über den Krieg spricht, ist er merkbar nachdenklich. Er habe schreckliche Dinge gesehen und erleben müssen und sei heute vor allem froh, dass er diese schreckliche Zeit überstanden habe.
Alles zum Thema Polizei Köln
- „Das Glück hat mich nie verlassen“ Kölner Heinz Pötter feiert 100. Geburtstag
- Schwerer Unfall L331 in Königswinter lange gesperrt – Kradfahrer lebensgefährlich verletzt
- Drogenlabor Kerpen Angeklagte sollen Rauschgift im großen Stil produziert haben
- Versteck in Zwischendecke Polizei nimmt mutmaßlichen Kupferdieb auf Kölner Großmarkt fest
- Großeinsatz in Köln Polizei deckt organisierten Betrug bei Sprachtests auf
- Großeinsatz in Köln Polizei, Stadt und Zoll kontrollieren in Kalk und Höhenberg
- Mordfall bei „Aktenzeichen XY“ Neue Hinweise zu Kölner „Cold Case“ – Kommissar äußert Verdacht
Danach habe er als Industriekaufmann keinen Job mehr gefunden, in der Zeitung sah er, dass die Polizei suchte: „Zu der Zeit war eigentlich nur die Frage, ob Bergwerk oder Polizei und ich habe mich für die Polizei entschieden“, erzählt der 100-Jährige. Diese Entscheidung, so ist er sich sicher, würde er immer wieder treffen.
Er arbeitete zunächst bei der Schutzpolizei, später dann bei der Kriminalpolizei, habe einiges in seinem Dienst erlebt. „Einmal wurde ich in eine Bank gerufen, um einen Mann festzunehmen, der einen falschen Pass nutzte“, erinnert sich Pötter, „kurz darauf stellte sich raus, dass es der Pass seines Mordopfers war“. Er sei froh, einige Täter festgenommen zu haben und damit für Gerechtigkeit gesorgt zu haben.
Klassische Musik und Tischtennis sind Heinz Pötters Leidenschaften
Während seiner Zeit bei der Polizei baute er zudem eine Tischtennisabteilung auf. Neben der klassischen Musik sei Tischtennis seine große Leidenschaft. Er liebe klassische Musik, vor allem Opern. So habe er sich häufig freiwillig zum Wachdienst in der Oper gemeldet. Und wenn im Fernsehen ein Konzert läuft, nehme er dies immer auf. „Es ist die Natürlichkeit, die mich so fasziniert“, sagt Pötter mit leuchtenden Augen, „vor allem die Klavierkonzerte von Beethoven liebe ich und Opern, außer Wagner, der ist zu laut“.
Opern und Tischtennis begleiten ihn durch sein langes Leben. Es scheint deshalb nur passend, dass er seine Frau Ruth 1950 beim Tischtennis spielen kennenlernt. Es sei der schönste Moment seines Lebens gewesen, reflektiert er: „Sie hat mir gefallen und dann habe ich gefragt, ob sie mal mit mir in die Oper gehen würde, wir sind stattdessen in eine Operette gegangen. Bei dem Treffen ist es dann für immer geblieben“. Dass er seine Frau 2017 verloren hat, sei ein tiefer Einschnitt gewesen. Doch auch das gehöre zum Leben, meint er.
Und dieses Leben feiert er heute mit Familie und engsten Bekannten im Brauhaus Dellbrück. 100 Jahre, das schaffen nicht viele. Wie er so weit gekommen ist, frage er sich auch: „Ich war nur einmal in meinem Leben betrunken und rauche nicht, vielleicht liegt es daran“. Und vielleicht liegt es auch an dem Glück, das ihn nie verlassen hat.
