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Kölner Live-Musik-Szene„Waldschänken Festival“ soll Mittelalter-Rock nach Dünnwald bringen

4 min
Alexander Falkenstein

Am 19. Juni 2027 findet das erste „Waldschänken Festival“ in Köln-Dünnwald statt. Alexander Falkenstein organisiert es komplett alleine.

Alexander Falkenstein möchte die Kölner Live-Musik-Szene um sein eigenes Event bereichern. Er organisiert alles alleine, derzeit ist er auf der Suche nach Sponsoren.

Der Höhenhauser Alexander Falkenstein hat sich Großes vorgenommen: Er will ein neues Festival aus dem Boden stampfen. Es soll Waldschänken Festival heißen, am 19. Juni 2027 zum ersten Mal im Waldbad Dünnwald stattfinden und Mittelalter- und Folk-Rock liefern. Bis dahin ist noch einiges zu tun – und es war auch bisher schon eine ganze Menge Arbeit, erzählt Falkenstein. Vieles davon habe er auch nicht kommen sehen.

„Es ist wirklich eine Menge, was man beachten muss“, sagt der 32-Jährige, „aber ich gehe da nicht blauäugig ran. Es ist alles knallhart durchgeplant, und ich habe einfach Bock.“ Falkenstein ist gelernter Veranstaltungskaufmann. Wegen der Pandemie wechselte er aber in den Vertrieb, ist mittlerweile Teamleiter. „Ich merke aber immer wieder, dass einfach der Veranstalter in mir steckt“, sagt der Höhenhauser.

„Waldschänken Festival“ wird im Waldbad Dünnwald stattfinden

Schon vor zehn Jahren gründete Falkenstein einen Karnevalsverein; er ist im Festausschuss der Höhenhauser Karnevalsvereine, organisierte neben seinem Beruf immer wieder ehrenamtlich Veranstaltungen. Vergangenes Jahr dann sei er auf eine Playlist mit Mittelalter-Folk-Rock gestoßen, und da habe es Klick gemacht. „Ich höre das Genre nicht 365 Tage im Jahr, aber ich habe direkt gedacht, ich würde die Musik gerne live erleben“, sagt Falkenstein. Die lose Idee war geboren.

„Ich habe dann erst einmal geschaut, wie es so aussieht mit Events in der Gegend“, erzählt der Höhenhauser. „Es gibt zwar das Amphi-Festival in Köln, aber das geht eher in die Gothic-Richtung und ist nicht so ganz das, worauf ich Lust hatte.“ Auch das Spectaculum am Fühlinger See ist anders als das, was Falkenstein vorschwebt. „Das ist ein Mittelaltermarkt, bei dem es Musik gibt, aber bei mir soll der Fokus auf Musik liegen.“ Es soll auch bei ihm Stände geben, und Verkleidung sei ausdrücklich willkommen, aber Falkenstein geht es vorrangig darum, eine gute Auswahl von Musikerinnen und Musikern in einer coolen Location zu bieten.

Das Folkfield in Gelsenkirchen entspricht am ehesten der Idee, die der Kölner gerne für seine Heimat umsetzen würde: „Ich finde, da ist Potenzial und eine Lücke in Köln, und die möchte ich einfach füllen.“ Also habe er herumgesponnen, Locations und Bands angefragt. Das Waldbad sei seiner Idee direkt zugetan gewesen, das passe auch gut wegen des dazugehörenden Campingplatzes. Auch erste Bands hätten schon Interesse bekundet, sagt der 32-Jährige. „Da habe ich wirklich sehr viel dazu gelernt“, erzählt Falkenstein. „Ich hatte erst, karnevalsgeschädigt, an 20-, 30-Minuten-Auftritte gedacht, darauf hatten die Bands weniger Lust, und auch zu den Gagen hatte ich gar keinen Bezug.“ In jedem Fall dabei sein soll die Kölner Band Huggefugg.

Kölner Alexander Falkenstein organisiert gesamtes Festival alleine

Vier- bis fünfstellige Gagen für die Bands seien üblich, das weiß Falkenstein jetzt. Hinzu kommen Location, Hotels, Versicherungen, Gema-Gebühren, Technik, Bühne, Filmteam, Marketing, Security und mehr. Falkenstein organisiert das Festival komplett alleine. Allein das Line-Up dürfte 50.000 bis 70.000 Euro kosten, insgesamt rechnet Falkenstein mit Kosten von rund 200.000 Euro. Die große Summe wird er nicht komplett alleine aufbringen können. Er ist neben Krediten also auf Sponsoren angewiesen – die an Land zu ziehen, ist derzeit ein großes Thema für den 32-Jährigen.

„Das Festival soll langfristig der Mittelpunkt der Szene in Köln und der Umgebung werden“, sagt Falkenstein zuversichtlich. Und er denkt schon weiter: „Wenn es nächstes Jahr gut läuft, ist der Plan durchaus, mehrtägig und größer zu werden.“ Ins Waldbad passen 3000 bis 3500 Menschen, hier gelten Lärmschutzrichtlinien, an die Falkenstein sich mit seiner Veranstaltung halten muss. Das achtstündige Programm soll deshalb von 14 bis 22 Uhr stattfinden. „Ich möchte das in Einklang bringen mit dem Festivalerlebnis“, sagt Falkenstein. „Es soll ein Festival sein, bei der die familiäre und vielfältige Szene zusammenkommen und die Musik feiern kann.“ 

Tickets für das Festival nächstes Jahr will Falkenstein ab Karfreitag online verkaufen. Zunächst, solange die Künstlerinnen und Künstler noch nicht kommuniziert sind, kosten die Karten 45 Euro, später sollen sie dann für 62 Euro erhältlich sein. „Das ist ein absolutes Herzensprojekt“, erklärt Falkenstein, „ich bin Gastgeber und Veranstalter durch und durch und freue mich, dass es Gestalt annimmt.“

waldschaenken-festival.de