Nach seinem Heiratsantrag im Stadion sieht sich Pascal Kaiser erst mit Betrugsvorwürfen konfrontiert – nun wurde er offenbar angegriffen. Auch der Staatsschutz prüft den Fall.
Nach Heiratsantrag im StadionUnbekannte sollen Kölner Schiedsrichter in seinem Garten angegriffen haben

Pascal Kaiser bei seinem Heiratsantrag im Rhein-Energie-Stadion.
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Rund 50.000 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten am 30. Januar im Rhein-Energie-Stadion, wie Pascal Kaiser beim Heimspiel des 1. FC Köln gegen den VfL Wolfsburg seinem Freund einen Heiratsantrag machte. Kurz danach wurden Betrugsvorwürfe gegen den Amateur-Schiedsrichter laut. Nun soll er Opfer eines Angriffs geworden sein.
Drei Unbekannte sollen Pascal Kaiser in der Nacht zu Sonntag in seinem Garten tätlich angegriffen und verletzt haben. Daraufhin musste Kaiser im Krankenhaus behandelt werden, wie sein Anwalt gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ bestätigt. Zuvor hatte die französische Sportzeitung L’Équipe über den Vorfall berichtet. Im Vorfeld des Angriffs soll Kaiser „eine Vielzahl an Drohungen“ erhalten haben, so der Anwalt weiter. Ein Foto von Kaiser soll die Folgen des Angriffs zeigen: Sein rechtes Auge ist blau und geschwollen. Über die Hintergründe der Tat will Kaisers Anwalt nicht spekulieren. „Hinweise auf ein konkretes Tatmotiv liegen gegenwärtig nicht vor“, sagt er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.
Staatsschutz prüft homophoben Hintergrund
Ein Sprecher der Polizei bestätigte den Eingang einer Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung. Die Hintergründe der Tat seien derzeit noch unklar. Auch, ob die Tat homophob motiviert war oder womöglich im Kontext der Betrugsvorwürfe gegen Kaiser steht. Der Staatsschutz hat eingeschaltet, um der Frage nachzugehen, ob die Tat einen homophoben Hintergrund hat.
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Drei Männer sollen Pascal Kaiser in seinem Garten angegriffen haben.
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Kaiser setzt sich seit Jahren öffentlich für Queer-Rechte ein. Bei seinem Heiratsantrag erklärte er vor laufenden Kameras, er wolle sich „nicht verstecken, sichtbar sein“. Kurz darauf erhoben die Betreiber einer Kölner Bar Betrugsvorwürfe gegen ihn. Laut den Barbetreibern meldeten sich später weitere Menschen mit Vorwürfen gegen Kaiser.
Die Staatsanwaltschaft bestätigte eine Anzeige der Barbetreiber. Das Verfahren sei Anfang 2025 vorläufig eingestellt worden, „weil keine sicheren Erkenntnisse dazu vorlagen, wo der frühere Angestellte tatsächlich wohnte, beziehungsweise wo er sich länger aufhielt“, hieß es zunächst. Deshalb habe die Staatsanwaltschaft „strafprozessuale Maßnahmen zur Aufenthaltsermittlung“ veranlasst.
Kurz danach ruderte die Staatsanwaltschaft allerdings zurück. Die Wiederaufnahme des Verfahrens gegen Kaiser – und damit das Ende der Fahndung – sei „in unserem Datensystem aufgrund eines Büroversehens bedauerlicherweise zunächst nicht erfasst worden“, so Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer gegenüber der „Bild“. Gefahndet wird also nicht in dem Fall, ermittelt aber schon. Der Anwalt des Schiedsrichters weist die Betrugsvorwürfe gegen seinen Mandanten zurück.

