Für das Quartier rund um den Leipziger Platz und das Afrikaveedel entstehen zwei Bebauungspläne, um die vorhandenen Vorgärten zu schützen.
Im Osten von NippesVorgärten werden geschützt – Umwandlung in Pkw-Stellplätze verboten

Viele hübsche Vorgärten sind im Nippeser Osten zu sehen, wie hier an der Schwerinstraße (im Hintergrund die Kirche St. Bonifatius). Die bestehenden Gärten werden nun per Bebauungsplan geschützt.
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Mit zwei Bebauungsplänen sollen zukünftig die vorhandenen Vorgärten im Nippeser Osten geschützt werden. Jeweils gegen die Stimmen von CDU-Fraktion und AfD beschloss die Bezirksvertretung Nippes, die beiden Verwaltungsvorlagen aus dem Stadtplanungsamt, für das Gebiet um den Leipziger Platz herum und das nördlich angrenzende Afrikaveedel Bebauungspläne aufzustellen. Mit dem Votum der Bezirksvertretung ist die Aufstellung bereits final beschlossen, da der Stadtentwicklungsausschuss im Fall einer uneingeschränkten Zustimmung auf Wiedervorlage verzichtet hat.
Der Bebauungsplan im Afrikaveedel schützt die Vorgärten in einem ungefähr 5,5 Hektar großen Gebiet, zwischen Neusser Straße, Toni-Steingass-Park, Bülowstraße, Gustav-Nachtigal-Straße (demnächst Manga-Bell-Straße) und Nordstraße. Rund 14 Hektar groß ist der südlich angrenzende Bereich rund um den Leipziger Platz, mit den ungefähren Grenzen Nordstraße, Niehler Straße, Florastraße, Yorckstraße, Scharnhorststraße, Neusser Straße, Blücherstraße und dem nördlichen Abschnitt der Yorckstraße in Richtung Nordstraße.
Vorgärten müssen erhalten bleiben, und gärtnerisch gestaltet werden
Innerhalb der genannten Bereiche soll es nicht mehr zulässig sein, vorhandene Vorgärten in Pkw-Stellplätze umzuwandeln. Die Vorgärten in den Gebieten sollen gärtnerisch gestaltet und dauerhaft erhalten werden. Dabei ist auf natürliche Komponenten zurückzugreifen: Eine großflächige Verwendung von Schotter oder Kunstrasen wäre nicht zulässig. Die Neuregelung hat zum Ziel, den bisherigen Charakter der Straßenzüge zu erhalten, aber auch insgesamt das Stadtgrün zu schützen. Im Laufe des Planverfahrens wird es eine gesetzlich vorgeschriebene Beteiligung der Öffentlichkeit geben. Ähnliche Bebauungspläne speziell zum Schutz der Vorgärten gibt es unter anderem am Drosselweg an der Rennbahn-Rückseite in Niehl, sowie im Riehler Süden rund um Zoo und Flora. Bereits angelegte Pkw-Stellplätze auf privatem Grund genießen Bestandsschutz.
„Wir Grünen haben mit breiter Mehrheit vor etwa zehn Jahren auf das Problem hingewiesen, dass sich das Stadtbild ändert. Daher freuen wir uns natürlich über das Vorhaben und stimmen zu“, so Grünen-Fraktionschefin Anne Roth. Kritik kam dagegen von der CDU, die beide Pläne ablehnte: „Schon die Ankündigung eines Bebauungsplans wird reichen, dass genügend Vorgärten vor Inkrafttreten in Parkplätze verwandelt werden. Wir stimmen daher nicht zu“, so Fraktionschef Christoph Schmitz. Dies ist durchaus möglich, denn der Vorgartenschutz greift erst mit Inkrafttreten der Bebauungspläne, die zunächst noch aufzustellen sind.
Wie Stadtsprecherin Jutta Doppke-Metz ausführte, seien die Vorgärten nicht nur optisch wertvoll, sondern leisteten durch ihre Kühlungs- und Versickerungs-Wirkung auch einen Beitrag fürs lokale Klima, zudem für die Artenvielfalt. Hinzu komme, dass auf diese Weise zudem öffentliche Pkw-Stellplätze gesichert würden: Wenn ein Vorgarten zum privaten Stellplatz umgewandelt wird, entfällt der Parkraum vor dem Grundstück, da es sich zukünftig um eine Ausfahrt handeln würde.
Im Viertel sind die Meinungen über den Vorgartenschutz geteilt, und sehr differenziert. „Es ist ein zweischneidiges Schwert“, findet eine Anwohnerin direkt am Leipziger Platz. „Die Leute, die auf ein Auto angewiesen sind, wollen Parkplätze haben – und man muss ja nicht direkt alles zubetonieren, wenn man sich einen Stellplatz anlegt. Ich persönlich bin aber für viel Grün.“
„Wir haben schon genug Parkraumvernichtung, obwohl ich Vorgärten sehr mag“, so ein weiterer Nachbar. Allein 2025 sei der Autobestand in Köln wieder um ein Prozent gewachsen. „Dass man Autofahren unattraktiv machen will und Parkraum einschränkt, verstehe ich, aber irgendwo müssen sie ja hin.“ Was im Übrigen fehle, sind sich beide einig, sind mehr Elektro-Ladesäulen.

