Der Archivar und Alpenvereins-Mitstreiter aus Nippes eroberte im Januar 2009 auf Skiern Kölns höchsten Punkt. Das Sportgerät ist nun im Stadtmuseum zu sehen.
„Kölscher Everest“Nippeser Archivar stiftet Skier seiner Troodelöh-Expedition dem Stadtmuseum

Museumsdirektor Matthias Hamann, Reinhold Kruse und Friedrich Dedden bei der Übergabe der Skier in den Bestand des Hauses
Copyright: Bernd Schöneck
„Ich hatte extra auf den Tag X gewartet, an dem genug Schnee lag, um den Monte Troodelöh auf Skiern erreichen zu können. Leider dauerte es dann noch Jahre – bis zum 11. Januar 2009“, erinnert sich Reinhold Kruse, Nippeser Archivar und Buchautor zur Veedelsgeschichte sowie seit 1980 Mitglied der Kölner Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV), an seine Expedition zum „kölschen Everest“. Damals meisterte er gemeinsam mit Vereinskollege Thomas Wilm von der Linie-9-Endhaltestelle aus skifahrend den Weg zu Kölns mit 118,04 Metern höchster natürlicher Erhebung, im Königsforst an der unmittelbaren Grenze zur Nachbarstadt Rösrath.
Mit Stöcken, Steigfellen und Harscheisen ging es auf den 118 Meter hohen Berg im Kölner Königsforst
Kruses Skibergsteiger-Ausrüstung ist ab sofort im Kölnischen Stadtmuseum zu sehen: Auf einer kleinen Feierstunde übergab Kruse im Beisein von Friedrich Dedden, Teil-Namensgeber des höchsten Kölner Punkts, an Museumsdirektor Matthias Hamann seine komplette Ausrüstung des Ski-Trips zum Troodelöh, einschließlich Stöcken, Steigfellen und Harscheisen. Außer im Königsforst war die Skiausrüstung mehrfach bei Kruses Bergtouren im tatsächlichen Hochgebirge in den Ostalpen im Einsatz.

Der kölsche Gipfel: Der Monte Troodelöh im Königsforst
Copyright: Guido Wagner
„Das Museum wollte etwas Dreidimensionales, Fassbares zum Ausstellen und fragte mich, ob ich mich von diesen Skiern trennen könnte“, so Kruse. Dies fiel ihm leicht, denn er hatte die Ausrüstung längst ausrangiert. Sie verstaubten in seinem Keller. „Diese Skier erzählen von der liebevollen, von Humor geprägten Verbindung der Kölnerinnen und Kölner zu ‚ihrem‘ Berg im Königsforst“, so Hamann. „Sportgeschichte entsteht nicht nur in Stadien, sondern auch mitten im Alltag – im Wald, auf den Wiesen, im Verein oder im Ehrenamt. Sport braucht nicht immer die große Kulisse, sondern oft einfach nur Begeisterung.“
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„Erstbesteigung “des Monte Troodelöh fand im Jahr 1999 statt
Der Monte Troodelöh wurde als Kölns höchster natürlicher Punkt erst 1999 exakt identifiziert. Damals vermaßen Michael Troost, Friedrich Dedden und Kai Löhmer bei ihrer „Erstbesteigung“ den topografischen Punkt auf den Zentimeter genau; aus den Anfangsteilen ihrer Nachnamen setzt sich die neue Bezeichnung zusammen. Am 20. Mai 2001, vor fast genau 25 Jahren, stiftete der DAV Köln ein Gipfelkreuz samt Bronzetafel an der Stelle, das später durch einen großen Findling ersetzt wurde.
Neben dem 25-jährigen Bestehen der Gipfelmarkierung gibt es im laufenden Jahr zudem den 150. Geburtstag der Sektion Rheinland-Köln des DAV zu feiern. Mit beachtlichen mehr als 26.000 Mitgliedern ist es der zweitgrößte Sportverein Kölns, nur vom 1. FC Köln übertroffen. „Als ich 1980 beitrat, waren es nur rund 4000“, erläutert Kruse. Neben einer Versicherung für Bergtouren profitierten Mitglieder unter anderem von Vergünstigungen, Kursen und priorisierter Platzvergabe in den Berghütten. Im Foyer des Stadtmuseums ist noch bis 22. März die Ausstellung „Köln an einem Wintertag“ kostenfrei zu sehen.

