Ein temporäres Tennisstadion für 12.000 Menschen soll in Müngersdorf entstehen, wenn Köln Olympia bekommt. Die Übersicht über die Kölner Wettkampforte.
Olympia in Köln?Bogenschießen auf den Poller Wiesen – Überblick über die Wettkampforte

So könnte ein temporäres Leichtathletik-Stadion mit angrenzendem Olympischen Dorf auf dem Kreuzfeld-Gelände im Stadtbezirk Chorweiler aussehen.
Copyright: Photothek Media Lab.
Olympisches Bogenschießen auf den Poller Wiesen? Das olympische Radrennen auf der Strecke des Radklassikers „Rund um Köln“? Noch sind das erste Planspiele, aber die Stadt Köln sowie der Stadtsportbund zeigen auf ihren Internet-Auftritten, wo in Köln welche Sportarten stattfinden könnten. Das Presse- und Medienzentrum soll in der Messe sein. Eine Sprecherin der Stadt sagte: „Das ist der aktuelle Stand, wie es das Konzept des Landes vorsieht.“
Ob Köln tatsächlich mit der Region Rhein-Ruhr in frühestens zehn Jahre Olympische Sommerspiele und Paralympische Spiele ausrichtet, ist noch völlig offen. Infrage kommen die Jahre 2036, 2040 oder 2044. Doch zunächst müssen in den 17 beteiligten Städten die Bürgerinnen und Bürger am 19. April mehrheitlich dafür stimmen.
Danach müsste sich Rhein-Ruhr mit Köln als sogenannter Leading City, also als Gesicht der Bewerbung, erstmal gegen die deutschen Mitbewerber wie München, Hamburg und Berlin durchsetzen. Und dann muss der deutsche Kandidat ja überhaupt erstmal die Spiele erhalten. Es sind also noch viele offene Fragen zu klären. Anbei ein Überblick, welche Sportart wo in Köln stattfinden soll.
Alles zum Thema Bergisches Land

Der SC Magdeburg bejubelt 2023 in der Lanxess-Arena den Gewinn der Champions League.
Copyright: Marius Becker/dpa
In der Deutzer Arena finden in der großen Variante bis zu 20.000 Besucherinnen und Besucher Platz, das Management zählt die Arena „international zu den größten und modernsten Multifunktionsarenen“. Regelmäßig finden dort sportliche Großveranstaltungen wie Eishockey-Weltmeisterschaften oder Handball-Europameisterschaften statt, nächstes Jahr sogar eine Handball-Weltmeisterschaft.
Doch die Ballsportarten sollen bei Olympia nicht in die Arena kommen, sondern Sportarten wie etwa Bodenturnen. Arena-Geschäftsführer Stefan Löcher war zuletzt Eishockey schauen bei den Winterspielen in Mailand, besuchte auch die Sommerspiele in Paris. Löcher sagt: „Es ist wichtig, dass wir Olympia groß und gemeinsam denken. Olympia ist ein Nimbus, der ein Leben lang bleibt.“ Mit den geplanten Sportarten für die Arena zeigte er sich zufrieden, „das wäre super“.
Olympische Wettkämpfe: Turnwettbewerbe wie Bodenturnen, Gerätturnen, Rhythmische Sportgymnastik und Trampolinturnen
Paralympische Wettkämpfe: Sitzvolleyball, Rollstuhl-Basketball oder Rollstuhl-Rugby

Diese Visualisierung zeigt das mögliche neue Olympiastadion.
Copyright: Elfers Geskes Krämer GmbH
Temporäres Olympiastadion:
Im geplanten neuen Stadtteil Kreuzfeld soll ein Olympiastadion für rund 50.000 Besucherinnen und Besucher entstehen. Die Stadt schreibt über die Anschlusspläne inklusive neuer Wohnungen: „Im Anschluss an die Olympischen und Paralympischen Spiele ist ein Umbau des Stadions zu einem urbanen Zentrum des neuen Stadtteil Köln-Kreuzfeld vorgesehen.“
Olympische Wettkämpfe: Leichtathletik
Paralympische Wettkämpfe: Para-Leichtathletik

Das ausverkaufte Rhein-Energie-Stadion.
Copyright: IMAGO/Maximilian Koch
Rhein-Energie-Stadion:
Rund 50.000 Menschen haben Platz in Kölns Stadion, in dem Fußball-Erstligist 1. FC Köln seine Heimspiele austrägt, auch das Finale des Deutschen Fußball-Bundes im Frauenfußball findet dort jährlich statt. Die Stadt nennt es eines der „stimmungsvollsten Stadien Deutschlands“.
Olympische Wettkämpfe: Fußball und 7er-Rugby

Die Poller Wiese mit Blick auf den Dom.
Copyright: Michael Bause
Jahnwiese/Sportpark Müngersdorf/Poller Wiesen:
Zwischen 1921 und 1926 wurden im Äußeren Grüngürtel Sportanlagen, Spielplätze, Schwimmbäder und das Müngersdorfer Stadion gebaut. Die Stadt schreibt über den Sportpark: „Er ist der Dreh- und Angelpunkt des Kölner Sports und zugleich Standort zahlreicher nationaler und international bedeutender Sportinstitutionen und Sportstätten. Dazu zählen zum Beispiel die Deutsche Sporthochschule Köln, der Olympiastützpunkt Rheinland, die Trainingsakademie ebenso wie das Rhein-Energie-Stadion.“ Im Sportpark Müngersdorf soll zudem ein Tennisstadion für 12.000 Zuschauerinnen und Zuschauer übergangsweise für die Spiele gebaut werden.
Olympische Wettkämpfe: Bogenschießen auf den Jahnwiesen, Entscheidungswettkämpfe auf den Poller Wiesen, Tennis.
Paralympische Wettkämpfe: Bogenschießen auf den Jahnwiesen, Entscheidungswettkämpfe auf den Poller Wiesen, Rollstuhltennis.

So soll das neue Kölner Radstadion aussehen.
Copyright: Schürmann Architekten
Albert-Richter-Velodrom:
Das frühere Radstadion zwischen Rhein-Energie-Stadion und Sporthochschule haben die städtischen Sportstätten abbrechen lassen. Stattdessen soll dort eine Mehrzweckarena entstehen. Vereinfach gesagt ist außen in der Halle Bahnradsport möglich, im Inneren der Bahnradstrecke Volleyball und Basketball. Bis zu 4000 Zuschauer sind möglich. Im nächsten Jahr soll das Velodrom stehen, Stand jetzt 122 Millionen Euro kosten.
Olympische Wettkämpfe: Bahnrad
Paralympische Wettkämpfe: Para-Bahnrad

Nils Politt (weißes Trikot) am Agathaberg.
Copyright: Rund um Köln
Radstrecke „Rund um Köln“:
Vergangenes Jahr fand zum 107. Mal „Rund um Köln“ statt, laut Veranstalter „der älteste deutsche Radklassiker“. Die Strecke führt von Köln ins Bergische Land und endet in Köln. Voriges Jahr standen fünf Bergwertungen und 1850 Höhenmeter auf dem Programm. Jan Ullrich, Erik Zabel und Nils Politt haben das Rennen in der Vergangenheit schon gewonnen. Die Stadt schreibt: „Die anspruchsvolle Strecke durch das Bergische Land mit ihren fordernden Anstiegen wäre ein Olympischer Schauplatz.“
Olympische Wettkämpfe: Straßenradrennen
Paralympische Wettkämpfe: Para-Straßenradrennen

Die Regattastrecke am Fühlinger See.
Copyright: Max Grönert
Fühlinger See:
Bis zu 15 Meter tief ist der Fühlinger See, das Naherholungsgebiet gibt es laut Stadt seit 1978, damals wurden mehrere Kiesgruben rekultiviert. Zehntausende versammeln sich nach Angaben der Verwaltung dort an heißen Tagen. „Internationale Beachtung fanden die Ruder-Weltmeisterschaften 1998 auf der 2300 Meter langen Regattastrecke“, schreibt die Stadt.
Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ schrieb danach: „Glücksgefühle der Veranstalter: Ausrichter erhielten viel Lob – Mehr als 60.000 Zuschauer am Fühlinger See“.
Olympische Wettkämpfe: Marathonschwimmen (10 Kilometer)

