Grüne, SPD und Linke beschließen Instandsetzung des maroden Bauwerks in der Innenstadt und erteilen der Verwaltung weitere Aufträge.
Im Zuge der GeneralsanierungStadt Köln soll in der Tiefgarage am Dom Platz für Fahrräder schaffen

Bauarbeiten in der Tiefgarage am Dom
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Die Tiefgarage am Dom in der Kölner Innenstadt soll in der Zukunft einen Hauch niederländischer Modernität versprühen: Grüne, SPD und Linke haben am Montag im Hauptausschuss des Stadtrats beschlossen, dass die Nutzer nach der Sanierung in einem Teil des Parkhauses neben Autos auch Fahrräder abstellen können. Die Stadt Köln soll dafür ein Konzept entwickeln und beim Bundesamt für Logistik und Mobilität eine Förderung beantragen – dieses kann dann bis zu 75 Prozent der Kosten übernehmen.
Trankgasse für Autos gesperrt
„Im direkten Umfeld des Doms und des Hauptbahnhofs wurde die Fahrradinfrastruktur in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Entsprechend steigt die Nachfrage nach sicheren, zentralen und wettergeschützten Fahrradabstellmöglichkeiten“, heißt es in dem gemeinsamen Antrag der drei Fraktionen, der auf Initiative der Grünen entstand. Damit beziehen sich die Politiker auf die Trankgasse vor der Parkhausausfahrt unter dem Dom, die das Mobilitätsdezernat 2023 in eine Fahrradstraße umgewandelt hatte. Seitdem ist die Straße für den Durchgangsverkehr mit dem Auto gesperrt, was CDU und FDP kritisieren.
Die CDU teilte am Dienstag mit, dass sie die Pläne von Grünen, SPD und Linke entschieden ablehnt. „Wir können es uns nicht leisten, während bestehender Einschränkungen zusätzliche Parkkapazitäten abzubauen“, sagte CDU-Fraktionsgeschäftsführer Niklas Kienitz.
Die Pläne für ein Fahrradparkhaus in der Tiefgarage, wie in vielen niederländischen Städten üblich, hatten die Grünen bereits vor sechs Jahren entwickelt. Jetzt haben sie ihrer Forderung noch einmal Nachdruck verliehen. Frühere Pläne sahen vor, dass mindestens 500 Fahrräder in der Tiefgarage Platz finden sollen. Sollte es möglich sein, doppelstöckige Abstellanlagen unterzubringen, könnten es auch 1000 sein. Im Gegenzug müsste allerdings ein Teil der bislang 520 Stellplätze für Autos entfallen.

Die Tiefgarage am Kölner Dom
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Das Liegenschaftszernat wollte sich am Montag zunächst lediglich die Sanierung der Tiefgarage von der Politik absegnen lassen, das reichte den drei Fraktionen aber nicht aus. „Wir bauen jetzt die Infrastruktur für die nächste Generation, daher müssen wir über den Status quo hinausdenken. Unser Ziel bei der Domgarage ist: sanieren, weiterdenken und Köln fit machen für die Zukunft“, sagte Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Lino Hammer.
Die Stadt lässt derzeit für rund 4,1 Millionen Euro zunächst die schlimmsten Schäden in der Tiefgarage unter der Domplatte und dem Roncalliplatz sanieren, um die Standfestigkeit sicherzustellen. Die Bauarbeiten sollen bis zum Herbst dieses Jahres dauern. Erst danach soll eine großangelegte Generalsanierung folgen, um das Bauwerk aus dem Jahr 1971 für die Zukunft fitzumachen. Bei Untersuchungen stellte die Stadt Schäden an der Bausubstanz fest – unter anderem sind über die Jahrzehnte Tausalze in den Beton eingedrungen.
Grüne, SPD und Linke haben die Stadtverwaltung auch damit beauftragt, zu prüfen, ob sich der Zugang zur römischen Stadtmauer, die sich in der Tiefgarage befindet, ohne wesentliche Mehrkosten sicherstellen lässt. Liegenschaftsamt und Gebäudewirtschaft sollen zudem anhand der Auslastungszahlen der vergangenen drei Jahre kritisch überprüfen, ob die derzeitige Anzahl an Stellplätzen weiterhin erforderlich ist oder ob die Sanierung weniger Geld kosten würde, wenn Parkplätze für Autos wegfallen würden.

