Abo

Streik-Woche in KölnBusse, Bahnen, Apotheken und Kitas betroffen

3 min
Busse der Kölner Verkehrsbetriebe KVB stehen im Depot. (Archivbild)

Busse der Kölner Verkehrsbetriebe KVB stehen im Depot. (Archivbild)

Ab Dienstag startet die dritte Verhandlungsrunde für den kommunalen Nahverkehr – währenddessen sind keine Streiks geplant.

Auch in dieser Woche sorgen Tarifkonflikte für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Neben Bussen und Bahnen sind nun auch Apotheken und Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) betroffen. In Kitas, der offenen Ganztagsbetreuung an Grundschulen oder Seniorenheimen in Trägerschaft der Awo kann es zu Arbeitsniederlegungen der Beschäftigten kommen.

Schon in der vergangenen Woche verlangte der Tarifstreit im kommunalen Nahverkehr KVB-Nutzern viel ab. Ab Dienstag standen die Stadtbahnen für drei Tage still, anschließend gab es bis zum Wochenende noch einzelne Einschränkungen. Nun haben die Gewerkschaft Verdi und die Nahverkehrsgewerkschaft für Montag (23. März) zu weiteren Warnstreiks aufgerufen. Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) teilen mit, dass der Bus-Betriebshof Nord und vereinzelt der Stadtbahnbetrieb bestreikt würden.

Folgende Linien entfallen demnach komplett: 121, 124, 125, 126, 133, 139, 140, 141, 142, 143, 147, 148, 149, 150, 153, 159, 171, 179 und 196. Und diese Linien fahren mit eingeschränktem Fahrplan: 120, 122, 127, 136, 145, 151, 152, 155 und 157. Der Stadtbahnbetrieb könne grundsätzlich aufrechterhalten werden, die Fahrgäste müssten sich allerdings auf Beeinträchtigungen einstellen.

Die Gewerkschaft Verdi will die Arbeitszeiten verkürzen

Die gute Nachricht lautet: Am Dienstag startet die dritte Verhandlungsrunde für den kommunalen Nahverkehr, sie ist für mehrere Tage angesetzt. Und während der Verhandlungen sind keine weiteren Warnstreiks geplant. Es geht um die Arbeitsbedingungen von etwa 30.000 Beschäftigten in rund 30 Nahverkehrsbetrieben in NRW. In zwei Verhandlungsrunden ist bislang keine Einigung erzielt worden. Verdi NRW will die wöchentliche Arbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich verkürzen. Die Ruhezeit zwischen zwei Schichten soll außerdem von zehn auf elf Stunden erhöht werden. Der Zuschlag für Sonntagsarbeit soll von 25 Prozent des Stundenentgelts auf mindestens 40 Prozent steigen.

Am Montag Versorgung mit Medikamenten nur über Notdienst-Apotheken

Ebenfalls für Montag ruft die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) zu einem bundesweiten Protesttag der Apothekerschaft auf. Ziel ist es, höhere Honorare durchzusetzen. Alle Apotheken sollen geschlossen bleiben, die Versorgung wird über die Notdienst-Apotheken aufrechterhalten. „Wegen der chronischen Unterfinanzierung müssen jedes Jahr hunderte Apotheken schließen“, sagt Abda-Präsident Thomas Preis: „Seit 2013 haben wir rund 20 Prozent aller Apotheken verloren – für die Menschen in den Städten und auf dem Land verlängern sich somit die Wege zur nächsten Apotheke.“

Zentrale Awo-Kundgebung am Dienstag auf dem Hans-Böckler-Platz in Köln

Auch im Tarifkonflikt der Awo wird um höhere Gehälter gestritten. Die Gewerkschaft Verdi ruft für Dienstag (24. März) landesweit alle Beschäftigten aus allen Bereichen der Awo zu Warnstreiks auf. In Köln ist eine der zentralen Veranstaltungen geplant: der Auftakt findet um 10 Uhr auf dem Neumarkt statt, es soll einen Demonstrationszug zum Hans-Böckler-Platz (Ankunft etwa 11.30 Uhr) geben und dort bis 13 Uhr eine Abschlusskundgebung. 

Die Awo Köln gibt an, über 1500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kindertagesstätten, Schulen, Jugendeinrichtungen, Seniorenzentren, in der Pflege, Betreuung und Beratung zu beschäftigen. NRW-weit befinden sich 840 Kitas und 519 Offene-Ganztags-Betreuungen in Trägerschaft der Awo. Verdi fordert unter anderem eine Entgelterhöhung mit festen Beträgen, um insbesondere Beschäftigte in unteren und mittleren Einkommensgruppen spürbar zu entlasten. Die vierte Verhandlungsrunde ist für den 30. und 31. März angesetzt.