Die Kölner Komikerin hatte sich bereits zuvor einem Appell von rund 250 prominenten Frauen an die Bundesregierung angeschlossen.
Kölner Komikerin zum Fall FernandesCarolin Kebekus hat eine Botschaft für Männer – und auch ein Lob

Komikerin Carolin Kebekus im März bei der Veranstaltung „Köln eine gute Idee“ bei der Lit.Cologne 2026 in der Kölner Flora. (Archivbild)
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Carolin Kebekus (45) ist „positiv überrascht“ von den Reaktionen vieler Männer auf die Vorwürfe von Moderatorin Collien Fernandes. „Mir fällt doch auf, dass sich viele Männer jetzt damit auseinandersetzen“, sagte die Komikerin und Entertainerin in Köln.
„Sie machen sich Gedanken dazu, was sie anders machen können, oder kommen von selbst darauf zu sprechen, dass das vielleicht auch etwas mit Strukturen zu tun haben könnte. Mit Frauen, die aus verschiedensten Gründen in toxischen Beziehungen leben müssen. Okay, ich spreche jetzt nur über mein persönliches Umfeld – im Netz spielt sich gerade was ganz anderes ab. Aber ich denke schon, dass da jetzt auch positiv was ins Rollen gebracht worden ist“, erklärte Kebekus.
Carolin Kebekus: „Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte“
Hintergrund der aktuellen Debatte über digitale Gewalt sind schwere Vorwürfe der Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, über die zuerst der „Spiegel“ berichtete. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt Christian Schertz kündigte an, gegen die „initiale Berichterstattung“ des „Spiegels“ gerichtliche Schritte einzuleiten.

Christian Ulmen und Collien Ulmen-Fernandes auf einer Archivaufnahme.
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Die Wut der Frauen sei derzeit allgegenwärtig, sagte Kebekus. „Jeder bekommt das ja derzeit gerade von seiner Frau, Freundin, Mutter oder Schwester aufs Brot geschmiert. Man hat so richtig den Eindruck: Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Und deswegen sind jetzt alle Männer gezwungen, sich damit auseinanderzusetzen. Und meine Haltung dazu ist: Ja, das war überfällig. Nehmt doch diese Wut der Frauen mal ernst!“
Carolin Kebekus unterstützt Appell von 250 Frauen an Bundesregierung
Kebekus hatte sich bereits zuvor einem Appell von rund 250 prominenten Frauen an die Bundesregierung angeschlossen. In einem Zehn-Punkte-Plan zum Schutz vor männlicher Gewalt fordert die Gruppe Maßnahmen von der Bundesregierung.

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe von Fernandes gingen in Deutschland in mehreren Städten Menschen für Demonstrationen auf die Straße. (Archivbild)
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Zu den Unterzeichnerinnen gehörten neben Kebekus unter anderem SPD-Chefin und Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas, Grünen-Parteichefin Franziska Brantner, Schauspielerin Veronica Ferres, Musikerin Nina Chuba und Aktivistin Luisa Neubauer.
Carolin Kebekus: „Wir müssen ja an ein Problem, das es gibt“
Das Bündnis fordert unter anderem, das Herstellen nicht-einvernehmlicher sexualisierter Deepfakes unter Strafe zu stellen, da das reine Erstellen solcher Inhalte bislang nicht strafbar ist. Zudem verlangen die Unterzeichnerinnen dem „Spiegel“ zufolge ein digitales Gewaltschutzgesetz mit Anspruch auf rasche Löschung von Inhalten und Identifizierung von Tätern.
Auch sollen sogenannte Nudify-Apps verboten werden, die es ermöglichen, Personen auf Fotos mithilfe von KI virtuell auszuziehen. Die Frauen fordern außerdem, das Prinzip „Ja heißt Ja“ im Sexualstrafrecht zu verankern, wonach jede sexuelle Handlung ohne ausdrückliche Einwilligung strafbar sein soll. Ebenso soll der Straftatbestand „Femizid“ im Strafgesetzbuch eingeführt werden.
„Wir müssen ja an ein Problem, das es gibt: dass es in unserer Gesellschaft möglich ist, dass es Täter so einfach haben und so ein cozy Umfeld haben, wo sich keiner schämt“, hatte Kebekus zuvor bereits kurz nach Bekanntwerden von Fernandes’ Vorwürfen mit Blick auf den Fall in einer Instagram-Story erklärt. (das/dpa)

