Die öffentliche Empörung über den Fall der Schauspielerin Collien Fernandes ist groß. Auch Kölner Promis melden sich zu Wort.
„Sprachlos und schockiert“Das sagen Kölner Promis zum Fall Collien Fernandes

Auf einer Demonstration in Berlin solidarisierten sich Tausende Menschen mit Collien Fernandes.
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Der Fall Collien Fernandes schlägt in Deutschland hohe Wellen. Mehrere Tausend Menschen versammelten sich am Sonntag in Berlin, um „gegen sexualisierte digitale Gewalt“ zu demonstrieren. Sie forderten „Solidarität mit allen Opfern“.
Die Kundgebung am Brandenburger Tor fand nach Angaben der Veranstalter wegen der aktuellen Diskussion in Solidarität mit der Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes (44) statt.
Collien Fernandes: „Täter nicht mehr davonkommen lassen“
Eine Stellungnahme von Fernandes wurde vorgelesen, in der sie sich für die Solidarität bedankte und in der es hieß: „Sexualisierte und digitale Gewalt sind weiter verbreitet, als man ahnen mag. Aktuell gibt es diesbezüglich jedoch massive gesetzliche Schutzlücken. (...) Das muss sich ändern! Wir dürfen die Täter nicht mehr davonkommen lassen! Sie verstecken sich hinter einer Mauer des Schweigens, und diese ist hoch – sehr, sehr hoch.“

Christian Ulmen und Collien Fernandes im April 2024. (Archivbild)
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Hintergrund sind schwere Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, über die zuerst der „Spiegel“ berichtet hatte. Ulmen selbst hat sich bisher nicht geäußert. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Ulmens Anwalt Christian Schertz kündigte rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung an, bei der es sich „in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung“ handle. Zudem würden „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet“, hieß es weiter.
Katharina Dröge: „Es macht mich sehr betroffen, das zu lesen“
In den sozialen Medien meldeten sich in den vergangenen Tagen auch zahlreiche Kölner Prominente zu Wort. Mit Katharina Dröge äußerte sich unter anderem eine deutsche Politikerin. „Es macht mich sehr betroffen, das zu lesen“, schreibt die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag. „Ein riesiger Respekt für den Mut, öffentlich darüber zu sprechen.“ Dröge fordert mehr Schutz für betroffene Frauen.
Auch in der Kultur- und Medienszene beschäftigen die unbestätigten Vorwürfe Collien Fernandes’ gegen Christian Ulmen einige Kölnerinnen und Kölner. Viele solidarisierten sich mit der Moderatorin und Schauspielerin, die Opfer von sexueller Gewalt wurde.
Zuspruch für Collien Fernandes aus Köln
Darunter ist die in Köln lebende RTL-Moderatorin Frauke Ludowig. „Kranker Scheiß!!! Das gibt’s doch alles gar nicht!!“, kommentiert Ludowig den Instagram-Beitrag, in dem Fernandes die Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann erhebt. „Ich schicke dir und deiner Tochter viel Kraft und bewundere deinen Mut“, so die 62-Jährige.
Stefano Zarrella, Bruder von Giovanni Zarrella, zeigt sich ebenfalls tief betroffen. „Ich bin wirklich sprachlos und schockiert, dass es so etwas gibt“, schreibt Zarrella unter den Beitrag von Fernandes. „Tut mir so unglaublich leid, dass du das durchgemacht hast!“
Der Kölner Comedian Lutz van der Horst veröffentlichte auf seinem Instagram-Account einen eigenen Beitrag, in dem er über den Fall Fernandes spricht. Er appelliert an alle Männer, genau hinzuschauen. „Bei sexueller Gewalt sind Männer das Problem. Das sind Fakten. Wer hier relativiert, macht sich mitschuldig.“, so van der Horst. Collien Fernandes gelte „maximaler Respekt“ und seine „volle Solidarität“.
Model und Fernsehmoderatorin Rebecca Mir, die mit Fernandes jüngst noch im WDR-Talk „Kölner Treff“ gemeinsam über ihren Fall sprach, äußerte sich in den sozialen Medien. Es mache sie „wütend und traurig zugleich“, was Fernandes habe erleiden müssen. „Ich finde es unglaublich mutig und bewundernswert, dass du damit den Schritt an die Öffentlichkeit gehst. Das erfordert so viel Stärke. Ich wünsche dir von Herzen, dass dir Gerechtigkeit widerfährt“, so Mir. (pst)

