In Frankfurt und München landeten die ersten Emirates-Maschinen mit deutschen Passagieren. An den Flughäfen kam es zu ergreifenden Szenen.
Erleichterung und Tränen„Todesangst“ – Erste Urlauber sind aus Dubai zurück in Deutschland

Ein Airbus A380 der Emirates-Airline ist am Dienstag (3. März) am Frankfurter Flughafen gelandet. Die Maschine ist als eine der ersten aus Dubai nach Deutschland gestartet.
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Nachdem am Montag bereits britische Reisende aus den Golfstaaten zurück in ihre Heimat fliegen konnten, landeten am Dienstag erste Maschinen auch auf deutschen Flughäfen. In Frankfurt und München kamen die gestrandeten Passagiere an – und zeigten sich erleichtert, nach der als bedrohlich wahrgenommenen Situation nun wieder in Sicherheit zu sein.
Die Passagiere des Emirates-Flugs EK8045 aus Dubai waren die ersten seit Beginn der israelischen und amerikanischen Angriffe auf den Iran am Samstag, die auf deutschem Boden landeten. Gegen 13.30 Uhr kam der A380 mit rund 500 Personen an. Die meisten der Passagiere hatten erst kurzfristig erfahren, dass sie fliegen können. Sie wurden in Frankfurt von ihren Angehörigen empfangen, viele zeigten sich überglücklich, es waren auch Tränen der Erleichterung zu sehen, wie die „FAZ“ berichtet.
Unter den Reisenden waren viele Transit-Passagiere, die eigentlich nur auf der Durchreise in Dubai waren. So auch eine Familie mit einem Einjährigen, die einen Teil der Elternzeit auf Sri Lanka verbrachte und ihre Rückreise unterbrechen musste.
„Pure Angst“ bei Gestrandeten
Die Gestrandeten kamen in Hotels unter, die die Airline organisierte und bezahlte. Die Reisenden und ihre Angehörigen berichten der „FAZ“ allerdings auch von beängstigenden Situationen. Es habe immer mal wieder geknallt in der Umgebung. Teilweise habe man aus Sicherheitsgründen ins Treppenhaus des Hotels gehen müssen. Dies habe sich nach „purer Angst“ angefühlt.
Als dann die Nachricht kam, die Reisenden könnten Dubai verlassen, „da hab ich das erste Mal geweint“, so eine wartende Mutter in Frankfurt, die ihre Tochter und den Enkel glücklich in die Arme schloss. Auch an Bord der Maschine sei die Stimmung bereits euphorisch gewesen, berichteten Passagiere.
Auch in den sozialen Medien verbreiten sich Szenen der Ankunft der ersten Passagiere in Frankfurt. Ein junger Mann erzählte der „Hessenschau“, er habe am Sonntag Explosionen gehört und Rauchschwaden aus dem Hotelfenster heraus gesehen. Es sei „surreal“ gewesen, er habe wirklich „Todesangst“ gehabt.
Kreuzfahrt-Gäste an Bord: Maschine aus Dubai auch in München gelandet
In München kam am Abend eine Emirates-Sondermaschine aus Dubai an. Flug EK8051 landete gegen 21.50 Uhr. An Bord waren nach Angaben eines Sprechers des Reisekonzerns Tui unter anderem rund 200 Tui-Gäste. Die Kreuzfahrt-Reisenden waren von Abu Dhabi, wo sie auf „Mein Schiff 4“ festsaßen, mit Bussen nach Dubai gebracht worden, von wo aus der Emirates-Flug startete. Offenbar gehörten Familien mit kleinen Kindern zu den ersten Kreuzfahrt-Gästen, die ausreisen konnten, sie wurden bevorzugt behandelt.
Auch in München spielten sich ergreifende Szenen ab: Nach Tagen der „puren Angst“, wie eine wartende Mutter der „Süddeutschen Zeitung“ berichtete, konnten die Angehörigen nun erleichtert begrüßt werden. Eine Frau, die ebenfalls festsaß, sprach von einem „Fiebertraum“. Sie habe anfangs große Angst bei den Explosionen gespürt. Viele der Ankommenden waren einfach nur erschöpft und wollten schnell nach Hause – für sie war München nur eine Zwischenstation. Fast alle berichteten von einer guten Organisation durch die Reiseveranstalter.
Die Tui plant, alle Kreuzfahrt-Urlauber innerhalb der nächsten Tage mit Partner-Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad nach Deutschland zurückzubringen. Außerdem stünden eigene Flugzeuge von TUIfly bereit. Für Sonderflüge seien aber behördliche Maßnahmen nötig. Auch Abstimmungen zwischen Regierungen müssten stattfinden.
Bundesregierung lässt Lufthansa-Airbus am Mittwoch starten
Von Samstag bis Montag waren wegen des Iran-Kriegs in der Region fast 13.000 Flüge gestrichen worden – allein aus Deutschland saßen dort rund 30.000 Pauschalurlauber fest, dazu kommt eine unbekannte Zahl Individualreisender.
Die Bundesregierung will noch am Mittwoch einen Lufthansa-Airbus von Maskat im Oman starten lassen, um Bundesbürger zurückzuholen. Weitere Flüge sind in den kommenden Tagen geplant. Vulnerable Gruppen wie Kinder, Kranke und Schwangere stehen hier im Vordergrund. Die Passagiere müssten zunächst aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in den Oman ausreisen. Das Auswärtige Amt habe in diesem Zusammenhang sein Personal verstärkt, sagte Außenminister Johann Wadephul. „Aber es hängt natürlich auch davon ab: Wer schafft diesen Landweg. Wer kann sich ein Fahrzeug besorgen.“ (mit afp/dpa)

