Die Koalitionsspitzen ringen weiter um eine Entlastung der Bürger von den hohen Energiekosten.
Bericht über drastische MaßnahmenRegierung diskutiert Reduzierung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Eine Person hält eine ausgefüllte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in der Hand. Im Hintergrund ist unscharf ein Tisch mit Medikamenten zu sehen. (Symbolbild)
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Die Spitzen von Union und SPD prüfen einem Medienbericht zufolge einschneidende Maßnahmen zur Reduzierung des hohen Krankenstands. Wie „Bild“ (Montagsausgabe) unter Berufung auf Koalitionskreise berichtete, speiste die Unionsseite in die Gespräche unter anderem die Idee ein, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu reduzieren. So könnte der bisherige Zeitrahmen von sechs Wochen, in denen der Arbeitgeber den Lohn für einen kranken Arbeitnehmer weiter bezahlt, gekürzt werden.
Außerdem gebe es die Überlegung, dass Arbeitgeber nur noch einmal im Jahr Lohnfortzahlung leisten müssen, berichtete „Bild“. Das hieße, wenn die Maximallänge erreicht ist, würde bei einem erneuten Krankheitsfall sofort die Krankenkasse mit dem niedrigeren Krankengeld einspringen müssen.
Koalition will Krankentage nach unten drücken
Zudem ist nach Angaben der Zeitung die Wiedereinführung des Karenztages im Gespräch. Das würde die Unternehmen finanziell entlasten. In Regierungskreisen werde aber darauf hingewiesen, dass „am Ende nur gilt, was insgesamt geeint wurde“. Sicher sei, dass Deutschland „die höchste Zahl von Krankentagen in Europa hat“. Beide Koalitionspartner würden das gerne nach unten drücken, hieß es.
Das Ringen der Koalitionsspitzen um eine Entlastung der Bürger von den hohen Energiekosten und um gemeinsame Reformvorhaben war am Wochenende zunächst ohne öffentlich bekannt gewordenes Ergebnis geblieben. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), die SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas sowie CSU-Chef Markus Söder und andere Teilnehmende berieten ohne inhaltliche Stellungnahmen.
Widerstand aus der SPD
Am Dienstag folgte auf den „Bild“-Bericht schließlich Widerstand aus der SPD gegen die angeblichen Überlegungen. Dies sei kein Ziel seiner Partei, sagte SPD-Fraktionsvize Esra Limbacher am Montag in der Sendung „Frühstart“ von RTL und ntv. „Ganz im Gegenteil: Wir kämpfen dafür, dass diese Lohnfortzahlung weiter vorhanden ist.“
Allerdings wollte Limbacher Änderungen generell auch nicht ausschließen. In Zukunft könnten nicht mehr alle Probleme mit mehr Geld gelöst werden, sagte er, „sondern wir brauchen ganz klare Strukturreformen in unserem Land“. In allen Bereichen müsse offen diskutiert werden. Maßnahmen dürften nicht sofort für unmöglich erklärt werden. (afp)
