Kuba, Gavin Newsom und ein angebliches Gespräch: Donald Trump sorgt gleich mit mehreren Aussagen für Aufsehen – und kassiert Häme.
US-Präsident sorgt dreifach für Wirbel„Trumps geistiger Verfall ist eine ernste Angelegenheit“

US-Präsident Donald Trump hat am Montag (16. März) gleich mit mehreren Aussagen für Aufsehen gesorgt. (Archivbild)
Copyright: IMAGO/ZUMA Press Wire
US-Präsident Donald Trump sorgt regelmäßig mit seinen Aussagen und Auftritten für weltweites Aufsehen – nun hat der Republikaner in wenigen Stunden gleich dreifach einen Anlass dafür geboten. Thematisch – auch das ist nichts Neues – gibt es kaum einen Zusammenhang zwischen den jüngsten Aufregern des US-Präsidenten, der sich am Montag (16. März) überaus kommunikativ zeigte. Dafür erntete er Empörung, aber auch Zweifel an seinem Geisteszustand sowie reichlich Häme.
1. Trump droht Kuba: „Ich kann damit machen, was ich will“
Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus hat Trump bereits vielen Ländern mit einer Übernahme gedroht – da waren die Ansprüche auf die dänische Insel Grönland, provokante Worte in Richtung Kanada und schließlich die tatsächliche Militäroperation in Venezuela. Nun hat Trump das nächste Land ins Visier genommen und eine „Übernahme“ Kubas angedeutet.
Er glaube, dass er die Ehre haben werde, Kuba zu übernehmen, sagte der Republikaner vor Journalisten im Weißen Haus. „Ich denke, ich kann damit machen, was ich will, wenn Sie die Wahrheit wissen wollen“, fügte der US-Präsident hinzu. Konkreter wurde Trump nicht.
Die wirtschaftlich schwer angeschlagene Karibikinsel steht unter erhöhtem Druck aus Washington. Trump hatte Kubas Zugang zu Öl durch eine Blockade und Zolldrohungen gegen Öllieferanten weitgehend gestoppt. Am Montag ist es auf Kuba zu einem totalen Stromausfall gekommen. Ursache sei ein „vollständiger Zusammenbruch des nationalen Stromnetzes“, teilte die Energiebehörde der kommunistisch regierten Insel am Montag mit.
Die kubanische Botschaft in Frankreich wurde unterdessen deutlicher. Der Stromausfall sei „direkte Folge“ der amerikanischen Öl-Blockade, hieß es auf der Plattform X. „Was die USA dem kubanischen Volk aus einer bloßen politischen Laune heraus antun, ist unmenschlich“, schrieb die Botschaft weiter.
2. Blick in die Zukunft? Trump nennt Gegner „Präsident der USA“
Bereits seit Monaten liefern sich Trump und Gavin Newsom, demokratischer Gouverneur von Kalifornien, immer wieder Scharmützel – teilweise mit deftigen Worten. Nachdem der US-Präsident in der vergangenen Woche versucht hatte, Newsom aufgrund seiner Legasthenie als unfähig dastehen zu lassen, versuchte der Republikaner nun nachzulegen – und leistet sich dabei einen peinlichen Fauxpas.
Während Trump ausführte, dass US-Präsidenten keine Lernschwäche haben sollten, bezeichnete er seinen Widersacher kurzerhand als Präsidenten. „Ich weiß, es ist höchst umstritten, so etwas Schreckliches zu sagen. Der Präsident der Vereinigten Staaten, Gavin Newsom, hat zugegeben, dass er Lernschwierigkeiten hat, Legasthenie. Ach … alles an ihm ist dumm“, erklärte Trump und bemerkte seinen eigenen Fehler dabei nicht.
Newsom ließ sich die Chance auf einen Konter jedoch nicht entgehen. „An alle Kinder mit Lernschwierigkeiten: Lasst euch von niemandem – nicht einmal vom Präsidenten der Vereinigten Staaten – einschüchtern“, schrieb Newsom auf seinem persönlichen X-Account. „Legasthenie ist keine Schwäche. Sie ist eure Stärke“, fügte der Demokrat hinzu.
Deutlicher wurde unterdessen das Presseteam des Kaliforniers. „Die Medien müssen endlich über Donald Trumps geistigen Verfall berichten – das ist eine ernste Angelegenheit“, hieß es dort hämisch.
3. Trump spricht von Gespräch mit Ex-Präsident, aber keiner weiß davon
Gleich zweimal behauptete Trump am Montag, er habe von einem Vorgänger im Weißen Haus eine Art Geständnis erhalten. Ein ehemaliger US-Präsident habe in einem privaten Gespräch ihm gegenüber sein Bedauern darüber geäußert, den Iran in seiner Amtszeit nicht selbst angegriffen zu haben, erklärte der Republikaner.
„Es gibt allerdings ein kleines Problem“, bemerkte dazu wenig später die Associated Press. Vertreter der vier noch lebenden ehemaligen Präsidenten – drei Demokraten und ein Republikaner – hätten auf Anfrage erklärt, keiner von ihnen habe in letzter Zeit Kontakt zu Trump gehabt, berichtete die US-Nachrichtenagentur.
Auf die Frage, mit welchem ehemaligen Präsidenten er gesprochen habe, sagte Trump derweil: „Das kann ich Ihnen nicht sagen. Ich möchte ihn nicht in Verlegenheit bringen. Das wäre sehr schlecht für seine Karriere, obwohl er ja keine Karriere hat.“
Auch für diese Aussagen musste sich der Republikaner wenig später Spott gefallen lassen – dieses Mal vom Kremlgegner Garri Kasparow, der zu Trumps schärfsten Kritikern gehört.
„Vielleicht meinte er Dmitri Medwedew“, schrieb Kasparow nun zu Trumps Ausführungen und spielte auf den ehemaligen russischen Präsidenten an, der mittlerweile vor allem als kriegslüsterner Scharfmacher in Erscheinung tritt. (mit dpa)

