Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran stocken. Gleichzeitig verlegt Washington drei Flugzeugträger in die Region.
Rätselraten um Iran-GesprächeTrump sagt Gespräche ab, während Militärpräsenz wächst

Nach Trumps Ansicht haben die USA im Iran-Krieg alle Trümpfe in der Hand.
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Die diplomatischen Gespräche zur Beilegung der Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran stagnieren. US-Präsident Donald Trump annullierte am Samstag kurzfristig eine angesetzte Reise seiner Verhandlungsführer nach Pakistan, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet. Dies war bereits das zweite Mal binnen sieben Tagen. Trump begründete den Schritt unter anderem mit einem unannehmbaren Vorschlag der iranischen Seite.
Aus Teheran war zuvor signalisiert worden, dass man direkte Gespräche mit Washington ablehne. Außenminister Abbas Araghtschi reiste zwar nach Pakistan, traf sich dort aber nach eigener Aussage ausschließlich mit den pakistanischen Mediatoren. Auf der Plattform X bewertete Araghtschi die Visite als „sehr fruchtbar“ und teilte mit, er habe seine Konzepte für eine beständige Lösung des Konflikts vorgelegt. An die Adresse der USA gerichtet, ergänzte er: „Es bleibt abzuwarten, ob die USA es mit der Diplomatie wirklich ernst meinen.“ Ob und wann eine weitere Gesprächsrunde stattfinden wird, ist momentan offen.
Trump spricht von internen Konflikten im Iran
US-Präsident Trump äußerte auf X, es herrschten „innerhalb ihrer ‚Führung‘ enorme interne Streitigkeiten und Verwirrung“. Keiner wisse, wer die Verantwortung trage, „nicht einmal sie selbst“. Die ursprüngliche Planung sah vor, dass der amerikanische Sondergesandte Steve Witkoff gemeinsam mit Trumps Schwiegersohn Jared Kushner nach Islamabad reist. Eine Sprecherin des Weißen Hauses hatte am Freitag erklärt, die iranische Seite habe um eine persönliche Unterredung gebeten – eine Darstellung, die von Teheran sofort zurückgewiesen wurde.

Bleiben nun doch zu Hause: Jared Kushner und Steve Witkoff reisen nicht nach Pakistan. (Archivbild)
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Das von Teheran präsentierte Dokument sei unzureichend gewesen, führte Trump weiter aus. „Interessanterweise erhielten wir, sobald ich ihnen abgesagt hatte, innerhalb von zehn Minuten ein neues Papier, das viel besser war“, erklärte der US-Präsident. Anders als bei früheren Gelegenheiten vermied Trump Drohgebärden und zeigte sich stattdessen entspannt. Washington habe die vorteilhaftere Position inne. „Wenn sie sprechen wollen, müssen sie nur anrufen.“
US-Marine verstärkt Aufgebot in der Golfregion
Zu den strittigen Themen der Verhandlungen gehören das iranische Nuklearprogramm, die Weiterentwicklung ballistischer Raketen und die amerikanische Forderung nach freier Durchfahrt in der Straße von Hormus. Teheran verlangt seinerseits unter anderem Kompensation für entstandene Kriegsschäden.
Während Trumps Rhetorik gemäßigter wird, baut die amerikanische Armee ihre Kapazitäten in der Golfregion aus. Informationen aus den USA zufolge operiert nun zusätzlich der Flugzeugträger „USS George H.W. Bush“ im Verantwortungsbereich des Regionalkommandos Centcom. Dies markiert den ersten gleichzeitigen Einsatz von drei amerikanischen Flugzeugträgern im Nahen Osten seit dem Jahr 2003. Die Träger beherbergen zusammen über 200 Luftfahrzeuge sowie circa 15.000 Angehörige der Marine und Marineinfanterie.

Mittlerweile werden drei US-Flugzeugträger in der Region eingesetzt. (Archivbild)
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Washington beabsichtigt, durch eine maritime Blockade für alle Wasserfahrzeuge, die iranische Häfen anlaufen oder von dort auslaufen, den Druck auf die iranische Regierung zu steigern. Im Gegenzug greift Teheran regelmäßig Frachtschiffe in der Straße von Hormus an. Die Passage durch diese für den globalen Energiehandel entscheidende Wasserstraße ist seit Beginn der Auseinandersetzung beinahe vollständig kollabiert.
Frachter aus Irans „Schattenflotte“ von US-Marine gestoppt
In der Zwischenzeit haben amerikanische Streitkräfte einen Frachter der iranischen „Schattenflotte“ aufgebracht, der mit Sanktionen belegt ist. Laut einer Mitteilung des US-Regionalkommandos Centcom auf der Plattform X wurde das Wasserfahrzeug im Arabischen Meer von einem Hubschrauber des Zerstörers „USS Pinckney“ zum Anhalten gezwungen. Es wird nun zurück in Richtung Iran eskortiert. Das Schiff mit dem Namen „M/V Sevan“ ist einer von 19 Frachtern, gegen die am Freitag amerikanische Sanktionen verhängt wurden. Die Maßnahmen richten sich gegen Schiffe, deren Besitzverhältnisse unklar sind und welche nach amerikanischer Darstellung eine wesentliche Rolle für die iranischen Einnahmen aus dem Export von Öl und Gas spielen. (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)
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