Washington stellt Teheran massive Militärschläge in Aussicht. Gleichzeitig laufen im Hintergrund Verhandlungen über eine zeitnahe Beendigung des Konflikts.
Eskalation im IranUSA drohen mit Angriffen und planen offenbar Waffenruhe

Trump (rechts) und sein Kriegsminister Hegseth versuchen den Spagat zwischen Drohungen und Diplomatie.
Copyright: Molly Riley/White House/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa
Die Administration in Washington hat Teheran mit einer Verschärfung der Militärschläge gedroht, falls die dortige Führung nicht einlenkt. Regierungssprecherin Karoline Leavitt sagte: „Wenn sie nicht begreifen, dass sie militärisch besiegt wurden und dies auch weiterhin sein werden, wird Präsident (Donald) Trump dafür sorgen, dass sie härter getroffen werden als je zuvor“. Es fänden zwar weiterhin „produktive“ diplomatische Gespräche statt. Ungeachtet dieser Verhandlungen sei Trump jedoch gewillt, „die Hölle im Iran losbrechen zu lassen“.
Erwartung in Israel: Trump könnte allein handeln
In Israel wird Medienberichten zufolge erwartet, dass Präsident Trump schon am Wochenende unilateral eine Feuerpause mit dem Iran ausrufen könnte. Laut Meldungen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) nannte der Fernsehsender N12 aus Israel den kommenden Samstag als denkbaren Termin. Das Nachrichtenportal „ynet“ geht von spätestens Mitte der nächsten Woche aus.
Solche Mutmaßungen werden durch Aussagen von Regierungssprecherin Leavitt befeuert. Am Mittwoch erklärte sie, man sei „sehr kurz davor“, die wesentlichen Ziele der Militäroperation zu erzielen, und dies sogar schneller als erwartet. Anfänglich habe die Administration mit einer Dauer von vier bis sechs Wochen für die Erfüllung der Mission im Iran gerechnet. Ihre Offensive hatten die Vereinigten Staaten und Israel am 28. Februar gestartet. Laut Leavitt hat die Teheraner Führung jetzt die Möglichkeit zur Kooperation mit Trump. Eine Bedingung sei die Aufgabe des Nuklearprogramms sowie das Ende der Bedrohungen gegen die USA und deren Verbündete.

Die US-Regierung ging nach eigenen Angaben ursprünglich von vier bis sechs Wochen Krieg aus.
Copyright: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
US-Vorschlag und iranisches Dementi
Von offizieller Seite weist die politisch-militärische Führung der Islamischen Republik jede Form von Gesprächen mit Washington zurück. Informationen aus Sicherheitskreisen des Nachbarstaates Pakistan zufolge existiert jedoch ein Kontakt zwischen den USA und dem Iran bezüglich einer potenziellen Beendigung des Krieges. Aus Ägypten kam am Mittwoch ebenfalls die Bestätigung, dass ein US-Konzept für ein Kriegsende vorliege und an die iranische Seite weitergeleitet wurde.
Zu Details äußerte sich das Weiße Haus nicht. Regierungssprecherin Leavitt bestätigte, Meldungen über ein 15-Punkte-Konzept gesehen zu haben, ergänzte aber: „Das Weiße Haus hat diesen vollständigen Plan nie bestätigt.“ Journalisten mahnte sie, nicht über „spekulative“ Entwürfe aus nicht genannten Quellen zu schreiben. Sie gestand allerdings zu, dass einige der kolportierten Punkte zutreffend seien.
Nach wie vor ist offen, wer in Teheran momentan die maßgeblichen Entscheidungen fällt. Innerhalb der iranischen Führung herrscht offensichtlich großes Misstrauen. Es gibt Befürchtungen, die US-Regierung könnte von eventuellen militärischen Vorhaben ablenken wollen. Als Beispiele werden eine Operation auf der Ölinsel Charg im Persischen Golf oder in der Straße von Hormus, die für den Welthandel entscheidend ist, genannt.

Wer trifft in Teheran die Entscheidungen - Modschtaba Chamenei oder ein anderer Anführer?
Copyright: Vahid Salemi/AP/dpa
Befürchtungen um zentrale Handelswege
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi äußerte laut der Agentur Isna die Warnung, dass „das Eindringen ausländischer Streitkräfte in den Bereich der Straße von Hormus nur zu weiteren militärischen Spannungen führen wird“. Auf der Plattform X mahnte Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf vor einer denkbaren „Besetzung einer iranischen Insel“ durch „Feinde“. Falls dies geschehe, habe der unterstützende Staat mit Attacken auf seine komplette kritische Infrastruktur zu rechnen.
Wie die Nachrichtenagentur Tasnim meldete, hatte ein Sprecher des Zentralkommandos der iranischen Armee zuvor mitgeteilt, dass die Situation in der Meerenge nicht zum Vorkriegszustand zurückkehren werde. Die Durchfahrt bleibe sämtlichen Schiffen mit Bezug zu den USA oder Israel verwehrt. Darüber hinaus nannte der staatliche iranische Kanal PressTV fünf Forderungen für eine Feuerpause, zu denen ein komplettes Ende des Krieges und Entschädigungszahlungen gehören.
Israel intensiviert Militärschläge vor möglicher Feuerpause
Berichten in den Medien nach intensiviert das israelische Militär seine Offensiven im Iran. Ziel sei es, vor einer eventuell nahenden Feuerpause so viele militärische Erfolge wie möglich zu verbuchen. Der Sender N12 meldete, dass in einer Besprechung mit Premierminister Benjamin Netanjahu eine „Priorisierung von Zielen“ verabschiedet wurde. Unter Berufung auf israelische Regierungsbeamte schreibt auch die „New York Times“, dass die Armee Israels eine maximale Anzahl an Schlüsselzielen attackiere. Grund sei die Sorge, Washington könnte eine schnelle Beendigung des Krieges erzwingen.
Pistorius: Deutsche Beteiligung an Friedenssicherung denkbar
Falls eine Feuerpause zustande kommt, ist Deutschland nach Aussage von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gewillt, sich an der Sicherung des Friedens zu beteiligen. „Dieser Krieg ist eine Katastrophe für die Volkswirtschaften der Welt“, sagte Pistorius. „Wenn wir zu einer Waffenruhe kommen, werden wir jeden Einsatz für eine Absicherung des Friedens diskutieren, insbesondere um den freien Seeverkehr in der Straße von Hormus abzusichern.“
Im Vorjahr hatte Präsident Trump nach einem zwölftägigen Krieg mit dem Iran eine Feuerpause ausgerufen. Im Anschluss beschuldigte er sowohl die iranische als auch die israelische Seite, diese gebrochen zu haben. Medienberichten zufolge unterband er damals eine letzte Mission israelischer Kampfflugzeuge im Iran während eines Gesprächs mit Netanjahu entschieden. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
