Irans Revolutionsgarden melden den Tod ihres Geheimdienstchefs. Das Regime und Trump überziehen einander mit Drohungen. Alle Infos im Liveblog.
Krieg in NahostTrump droht: USA könnten „ganzen“ Iran „in einer Nacht“ auslöschen

US-Präsident bei einer Pressekonferenz am 6. April im Weißen Haus.
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Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog.
6. April
Leichen nach Raketenangriff in Haifa geborgen
19.30 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat dem Iran erneut mit massiven und verheerenden Luftangriffen gedroht. „Das ganze Land könnte in einer Nacht ausgelöscht werden, und diese Nacht könnte morgen sein“, sagte Trump am Montag bei einer Pressekonferenz zum Iran-Krieg im Weißen Haus.
Der US-Präsident hatte ein Teheran gestelltes Ultimatum mehrfach verlängert, derzeit gilt es offenbar bis Dienstag 20.00 Uhr (Ortszeit, Mittwoch 02.00 Uhr MESZ). Er droht mit der massiven Zerstörung von Kraftwerken und Brücken im Iran, sollte die Straße von Hormus nicht bis Ablauf der Frist geöffnet werden. Am Sonntag schrieb Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social: „Öffnet die verdammte Meerenge, ihr verrückten Bastarde, oder ihr werdet in der Hölle leben.“
14.17 Uhr: Beim direkten Einschlag einer iranischen Rakete in ein Wohnhaus in der israelischen Stadt Haifa sind vier Menschen getötet worden. Sie waren bei dem Angriff unter Trümmern verschüttet worden - und konnten nach Angaben der Rettungskräfte am Montag nach stundenlanger Suche nur noch tot geborgen werden. Laut einem Armeevertreter wurde das Haus direkt von einer iranischen Rakete getroffen.
Der Iran setzt laut Medien erneut Streumunition bei Angriffen auf Tel Aviv und Haifa ein. Human Rights Watch sieht dadurch eine langfristige Gefahr für Zivilisten.

Israelische Such- und Rettungskräfte arbeiten an einem Wohnhaus, das durch einen iranischen Angriff zerstört wurde.
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Israel und Hisbollah beschießen sich weiter gegenseitig
12.45 Uhr: Der gegenseitige Beschuss zwischen Israel und der Hisbollah dauert an. Das israelische Militär greift nach eigenen Angaben Ziele in Beirut an, insbesondere in den südlichen Vororten (Dahija). Anwohner berichten von mehreren Explosionen, aufsteigendem Rauch und zerstörten Gebäuden. Zuvor waren die Bewohner erneut zur Flucht aufgerufen worden. Angaben zu möglichen Opfern in der Hauptstadt lagen zunächst nicht vor.
Auch in anderen Landesteilen kommt es zu schweren Angriffen. Laut staatlicher Nachrichtenagentur wurden bei Attacken nahe Nabatija im Süden mindestens fünf Menschen getötet, weitere zwei in der Bekaa-Ebene im Osten. Zudem starben bei einem Angriff nahe der israelischen Grenze zwei Sanitäter. Während Israel seine Bodeneinsätze im Südlibanon fortsetzt und den Tod mehrerer Hisbollah-Mitglieder meldet, reklamiert die Miliz ihrerseits Angriffe auf israelische Ziele für sich. Dabei wurden unter anderem Raketen auf Orte im Norden Israels abgefeuert.
Mehrere Tote bei Luftangriffen nahe Teheran
11.22 Uhr: Bei israelisch-amerikanischen Luftangriffen sind iranischen Angaben zufolge zahlreiche Menschen im Iran getötet worden. In den Bezirken Schahriar und Baharestan nahe der iranischen Hauptstadt Teheran seien mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen und 20 weitere verletzt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna.
Ziel der Bombardierungen war den Angaben zufolge unter anderem ein Wohngebiet südwestlich der Hauptstadt. Zwei dreistöckige Gebäude seien völlig zerstört worden, berichtete Irna unter Berufung auf die lokale Feuerwehr. Mehrere Leichen seien aus den Trümmern geborgen worden.
Bei den Angriffen kamen sechs Kinder ums Leben, wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete. Drei Mädchen und drei Jungen waren demnach jünger als zehn Jahre.
Irans Revolutionsgarden melden Tod ihres Geheimdienstchefs
10.21 Uhr: Irans Revolutionsgarden haben den Tod ihres Geheimdienstchefs bei einem US-israelischen Angriff gemeldet. Der einflussreiche und gebildete Chef des Geheimdienstes des Korps der Islamischen Revolutionsgarden, Madschid Chademi, sei „im Morgengrauen“ bei einem US-israelischen Angriff getötet worden, teilten die Revolutionsgarden am Montag im Onlinedienst Telegram mit. Die Revolutionsgarden sprachen unter Verwendung von Teherans Sprachgebrauch für Israel und die USA von einem „verbrecherischen Terroranschlag des amerikanisch-zionistischen Feindes“.

Rettungskräfte des iranischen Roten Halbmonds räumen mit einem Bulldozer die Trümmer eines Wohnhauses weg, das bei einem amerikanisch-israelischen Angriff getroffen wurde.
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Weitere Hinrichtung nach Protesten im Iran
9.32 Uhr: Der Iran hat ein weiteres Todesurteil im Zusammenhang mit den jüngsten Massenprotesten vollstreckt. Dem Mann wurde zur Last gelegt, bei den Aufständen im Januar in eine Militäranlage vorgedrungen zu sein, wie die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan berichtete. Drei weitere in dem Prozess verurteilte Männer wurden bereits hingerichtet.
Die Justiz wirft ihnen vor, in einen „militärisch klassifizierten Standort“ der paramilitärischen Basidsch-Miliz in Teheran eingedrungen und dort Feuer gelegt zu haben. Ein versuchter Diebstahl von Waffen soll gescheitert sein.
Menschenrechtler sprachen von einem grob unfairen Prozess. „Diese Hinrichtungen sind Teil der Überlebensstrategie der Islamischen Republik, ein Krieg gegen die eigene Bevölkerung im Schatten äußerer Konflikte“, schrieb Mahmood Amiry-Moghaddam, Direktor der Organisation Iran Human Rights (IHRNGO), auf X.

Dieses am 9. Januar aufgenommene Foto soll Iraner bei einem Protest gegen die Regierung in Teheran zeigen. (Archivbild)
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Iran reagiert auf Drohungen von US-Präsident Trump
7.28 Uhr: Der Iran hat auf das jüngste Ultimatum von US-Präsident Donald Trump zur Öffnung der Straße von Hormus mit eigenen Drohungen reagiert. Sollten die USA und Israel ihre Angriffe eskalieren, könnten für den globalen Energiemarkt wichtige Schifffahrtswege jenseits der Straße von Hormus gefährdet sein, warnte Ali-Akbar Welajati, außenpolitischer Berater des obersten Führers des Irans, laut dem regierungstreuen iranischen Sender Press TV. Davon betroffen sein könnte die Meerenge Bab al-Mandab und damit die Einfahrt zum Roten Meer und zum weiter nördlich gelegenen Suezkanal.
Trump hatte der Führung in Teheran zuvor erneut mit Angriffen auf Kraftwerke und Brücken gedroht, sollte diese bis Dienstagabend 20 Uhr US-Ostküstenzeit (2 Uhr MESZ am Mittwoch) nicht einlenken. „Öffnet die verdammte Straße (von Hormus), ihr verrückten Mistkerle, oder ihr werdet in der Hölle landen“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.
Der iranische Parlamentspräsident Mohammed-Bagher Ghalibaf schrieb auf der Plattform X, mit „Kriegsverbrechen“ lasse sich „nichts erreichen“. Die einzige Lösung bestehe darin, „die Rechte des iranischen Volkes zu respektieren und dieses gefährliche Spiel zu beenden“. Ghalibaf warnte, die „leichtsinnigen Schachzüge“ könnten die gesamte Region in Flammen aufgehen lassen. Trump hat sein Ultimatum zum dritten – und möglicherweise letzten Mal – verschoben.

Das Bild zeigt Mohammed Bagher Ghalibaf, Irans Parlamentspräsident, in einer Sitzung des Parlaments.
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5. April
Donald Trump bestätigt Rettung: „Wir haben ihn“
6.29 Uhr: US-Präsident Donald Trump bestätigte die Rettung des vermissten US-Soldaten inzwischen offiziell. „Wir haben ihn“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social in Großbuchstaben. Es sei eine der gewagtesten Such- und Rettungsaktionen des US-Militärs in der Geschichte der USA gewesen. Dutzende Kampfflugzeuge waren demnach im Einsatz. Der Soldat sei verletzt worden, aber es werde ihm gut gehen, schrieb Trump.
Trump beschrieb den Einsatz mit dramatischen Worten: Der US-Soldat sei von „unseren Feinden gejagt worden“, sie seien ihm stündlich näher gekommen. „Doch er war nie wirklich allein“, schrieb Trump weiter. Die Militärführung hätte seinen Standort in den Bergen „rund um die Uhr“ überwacht und seine Rettung akribisch geplant.
Hätte der Iran das Besatzungsmitglied zuerst gefunden, hätte Teheran dies nach Einschätzung von Experten als Druckmittel nutzen können. Iranische Medien hatten von hohen Geldsummen berichte, die für die Ergreifung des US-Soldaten versprochen worden sein sollen.
Vermisster US-Soldat im Iran gerettet
6.19 Uhr: Das im Iran vermisste Besatzungsmitglied des abgeschossenen US-Kampfjets ist Medienberichten zufolge von US-Suchtrupps gefunden worden. US-Spezialkräfte hätten den Waffenoffizier gerettet, berichtete das US-Nachrichtenportal „Axios“ am frühen Morgen unter Berufung auf drei US-Beamte. Der arabische Sender Al Jazeera meldete, der Vermisste sei geborgen worden, aber aufgrund andauernder Kämpfe noch nicht in Sicherheit und außer Landes.
Der arabische Sender zitierte einen namentlich nicht genannten US-Regierungsbeamten, wonach der vermisste Waffenoffizier nach einem „heftigen Feuergefecht“ geborgen worden sei. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. Die den Revolutionsgarden nahestehende iranische Nachrichtenagentur Tasnim hatte zuvor von Luftangriffen in einem Gebiet berichtet, in dem sich der Vermisste befunden habe.
Der Pilot des am Freitag abgeschossenen Kampfjets war laut übereinstimmenden Medienberichten bereits zuvor gerettet worden
4. April
Ungewissheit nach Absturz: Rätsel um vermissten US-Crewmann
14.28 Uhr: Nach dem Abschuss eines US-Kampfjets im Süden des Iran ist das Schicksal eines Crewmitglieds weiterhin ungeklärt. Sowohl US-Streitkräfte als auch iranische Einheiten suchen derzeit nach dem vermissten Soldaten. Laut Berichten von n-tv handelt es sich dabei um einen Waffensystemoffizier, der sich gemeinsam mit dem Piloten an Bord einer F-15E befand.
Während ein Crewmitglied bereits geborgen und medizinisch versorgt wurde, fehlt von dem zweiten bislang jede Spur. Die US-Seite hat eine umfangreiche Such- und Rettungsaktion eingeleitet. In der Region wurden unter anderem Hubschrauber und Flugzeuge gesichtet, die an der Operation beteiligt sein sollen.
Der Iran hatte zuvor erklärt, den Kampfjet abgeschossen zu haben. Auch die USA bestätigten den Verlust der Maschine. Sollte der vermisste Soldat in iranische Hände geraten, könnte dies die Lage im Konflikt weiter verschärfen.
Schwere Explosionen im Iran
12.47 Uhr: Der Iran hat Luftangriffe auf die Sonderwirtschaftszone der Petrochemie in Mahschahr gemeldet. Die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete unter Berufung auf das Gouverneursamt, dass es drei Einschläge und heftige Explosionen gegeben habe.

Ein iranischer Wachmann steht vor dem petrochemischen Komplex Mahshahr in der Provinz Khuzestan im Südwesten des Iran. (Archivbild)
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Getroffen wurden demnach die Petrochemieunternehmen Fadschr 1 und 2, Ridschal und Amirkabir. Es sei sehr wahrscheinlich, dass es Todesopfer und Verletzte gegeben habe. Israels Armee wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Angriff äußern.
Tasnim berichtete unter Berufung auf den Sprecher für Notfallsituationen in der Sonderwirtschaftszone, dass eine vollständige Evakuierung aller aktiven Industrieeinheiten in der Region angeordnet worden sei. Mahschahr ist eine Hafenstadt in der iranischen Provinz Chusesten nahe der Grenze zum Irak.
Luftangriff trifft wichtigen Grenzübergang – Tote und Verletzte
11.18 Uhr: Der wichtige Grenzübergang Schalamtscheh in Chorramschahr ist nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim Ziel eines amerikanisch-israelischen Luftangriffs geworden. Dabei seien schwere Schäden entstanden. Der Übergang zählt zu den zentralen Verbindungen für den Handel und den Personenverkehr zwischen dem Iran und dem Irak.
Wie die staatliche irakische Nachrichtenagentur INA berichtet, wurde bei dem Angriff eine Person getötet, fünf weitere Menschen wurden verletzt. Der Grenzübergang ist derzeit für den gesamten Verkehr gesperrt.
Israels Armee meldete am Morgen unterdes Angriffe der Luftwaffe am Freitag auf wichtige Infrastruktureinrichtungen der iranischen Führung in Teheran. Ziele waren demnach unter anderem Anlagen zur Luftabwehr sowie zur Waffenproduktion.
Iranische Raketen treffen Industriegebiet – Stromausfälle im Raum Tel Aviv
10.11 Uhr: Bei iranischen Raketenangriffen in der Nacht wurde laut israelischen Medien in der Wüste Negev im Süden des Landes ein Industriegebiet getroffen.
Dort brach den Berichten zufolge ein Brand aus. Medien meldeten zudem, dass es in weiten Teilen der Stadt Rosch Haajin im Großraum Tel Aviv zu Stromausfällen gekommen sei, da bei iranischem Beschuss eine Hochspannungsleitung beschädigt worden sei. Zudem habe es in mehreren Vororten von Tel Aviv Schäden gegeben. Laut dem israelischen Rettungsdienst Magen David Adom wurde ein Mann leicht verletzt.
3. April
Iran schießt weiteren US-Kampfjet ab
21.59 Uhr: Der Iran hat nach eigenen Angaben einen weiteren US-Kampfjet abgeschossen. Das iranische Staatsfernsehen berichtete unter Berufung auf die Streitkräfte der Islamischen Republik, ein Kampfjet vom Typ A-10 sei von der iranischen Luftabwehr getroffen worden. Die Maschine sei in den Persischen Golf gestürzt.
Crewmitglied von abgeschossenem Kampfjet gerettet
19.17 Uhr: Laut US-Medien wie den Sendern CNN und CBS ist eines der beiden Besatzungsmitglieder von US-Soldaten gerettet worden. Nach dem zweiten Crewmitglied werde noch gesucht. Bei der abgeschossenen Maschine handelt es sich um einen Kampfjet vom Typ F-15E. Dieser hat zwei Besatzungsmitglieder: den Piloten und einen Waffensystemoffizier.
USA bestätigen Abschuss von Kampfjet im Iran
16.50 Uhr: Die US-Regierung hat übereinstimmenden Medienberichten zufolge bestätigt, dass ein Kampfflugzeug über dem Iran abgeschossen worden ist. Das amerikanische Militär habe eine Rettungsaktion gestartet, um die Besatzung zu finden, bevor iranische Soldaten zu den Piloten gelangen, berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf amerikanische und israelische Regierungskreise.
Es werde nach zwei Besatzungsmitgliedern gesucht, berichtet die „Washington Post“. Es wäre demnach der erste Verlust eines US-Kampfflugzeuges seit Kriegsbeginn im März. Ob die Besatzung überlebt hat, ist unklar.
Iranische Staatsmedien melden Abschuss von US-Kampfflugzeug
16.05 Uhr: Iranische Medien haben am Freitag den Abschuss eines US-Kampfflugzeuges gemeldet. Das Fernsehen zeigte Bilder, die den Jet am Boden zeigen sollen. Das US-Zentralkommando (Centcom) reagierte zunächst nicht auf eine Nachfrage.
Die iranische Nachrichtenagentur Fars meldete, die Armee sei auf der Suche nach dem oder den abgeschossenen Piloten. Laut dem TV-Bericht wurde ein Kopfgeld für die Ergreifung ausgesetzt.
(red/afp/dpa)
