Donald Trump äußert sich in einer Rede an die Nation zum Iran-Krieg. Die Kritik am US-Präsidenten folgt sofort.
Trump sorgt für Empörung„Gab es je eine noch wirrere und erbärmlichere Kriegsrede?“
US-Präsident Donald Trump hat sich in der Nacht auf Donnerstag (2. April) in einer Rede an die Nation zum amerikanischen Krieg gegen den Iran geäußert – und muss sich nun scharfe Kritik gefallen lassen. Insbesondere demokratische Politikerinnen und Politiker kommentieren die Rede des US-Präsidenten mit scharfen Worten.
Trump hatte zuvor in seiner Rede an die Nation behauptet, die USA hätten ihre Hauptziele im Iran-Krieg nahezu erreicht. Die iranische Marine und Luftwaffe seien zerstört und die Raketen des Landes so gut wie aufgebraucht oder unbrauchbar, sagte Trump im Weißen Haus.
Donald Trump: „Wir werden sie in die Steinzeit zurückversetzen“
Die USA seien auf dem Weg, alle militärischen Ziele „sehr bald“ zu erreichen. Er werde nie erlauben, dass der Iran in den Besitz von Atomwaffen gelange, erklärte der US-Präsident zudem, und kündigte „extrem harte“ Angriffe innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen an.

US-Präsident Donald Trump spricht über den Iran-Krieg in der Cross Hall des Weißen Hauses in Washington.
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„Wir werden sie in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen“, sagte Trump. „Wir werden sie in die Steinzeit zurückversetzen, wo sie hingehören“, fügte er hinzu und drohte erneut mit Angriffen auf iranische Energieanlagen.
US-Regierung auf Schlingerkurs im Iran-Krieg
Die USA haben seit Beginn der Kampfhandlungen diverse Angaben zu ihren Kriegszielen gemacht. Zu den häufig genannten Zielen zählt etwa die Zerstörung der Luftwaffe, Marine und des Raketenarsenals des Irans. Trump behauptete teils schon kurz nach Kriegsbeginn, dass diese Ziele beinahe erreicht seien. Der Iran wies dies zurück. Kritiker werfen Trump vor, keinen klaren Plan zu haben und einen Schlingerkurs zu verfolgen.
Auch nach der Rede an die Nation gibt es entsprechende Attacken auf den US-Präsidenten, vorrangig aus dem demokratischen Lager. „Gab es jemals eine noch wirrere, zusammenhangslosere und erbärmlichere Kriegsrede eines Präsidenten?“, fragte etwa Chuck Schumer, demokratischer Fraktionschef im US-Senat, auf der Plattform X angesichts Trumps Rede an die Nation.
Scharfe Kritik an Donald Trump: „Er ist vollkommen ungeeignet“
Das Vorgehen des US-Präsidenten im Iran werde als „einer der größten politischen Fehler in der Geschichte unseres Landes eingehen“, fügte Schumer hinzu. Trump habe es versäumt, Ziele zu formulieren, und zudem „Verbündete vor den Kopf gestoßen“ sowie die „alltäglichen Probleme der Amerikaner ignoriert“, hieß es weiter. „Er ist vollkommen ungeeignet, das Amt des Oberbefehlshabers auszuüben, und die ganze Welt weiß das“, fügte Schumer hinzu.
Der demokratische Senator Richard Blumenthal erklärte derweil, Trump habe in seiner Rede lediglich „Lügen wiedergekäut“ und sei der Lage nicht gerecht geworden. „Trump bot Wunschdenken – aber keinen konkreten Plan“, fügte Blumenthal auf X hinzu.
„Abscheulich, entsetzlich, bösartig“
Scharfe Kritik gab es auch von der demokratischen Kongressabgeordneten Yassamin Ansari, die iranisch-amerikanischer Herkunft ist. „Er spricht von einem Land mit 90 Millionen Menschen“, schrieb die Demokratin in sozialen Netzwerken mit Blick auf Trumps Ankündigung, den Iran „in die Steinzeit“ zurückzuversetzen. „Abscheulich, entsetzlich, bösartig“ seien die Worte des US-Präsidenten gewesen, hieß es weiter von Ansari.
Republikaner lobten Trumps Rede unterdessen. Senator Lindsey Graham sagte bei Fox News, Trump habe seinen „Segen“, die Militäroperationen nach eigenem Ermessen fortzusetzen. „Absolut richtig“, seien Trumps Worte gewesen, befand auch der republikanische Senator Ted Cruz. „Die Operation ‚Epic Fury‘ ist eine Investition in die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder“, schrieb Trumps Parteikollege auf X.
Republikaner stützen Donald Trump – Märkte haben offenbar Zweifel
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, der von der US-Regierung zum „Kriegsminister“ umbenannt wurde, stellte sich ebenfalls hinter Trump – und explizit auch hinter die Ankündigung extremer Angriffe auf den Iran. „Zurück in die Steinzeit“, schrieb Hegseth ohne weiteren Kommentar nach Trumps Rede auf der Plattform X.
Die Märkte scheinen dem Versprechen des US-Präsidenten, dass der Iran-Krieg bald beendet sein werde, unterdessen angesichts des Schlingerkurses in den vergangenen Wochen keinen Glauben mehr zu schenken.
Nach Trumps Rede an die Nation stieg der Ölpreis erneut. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent mit Auslieferung im Juni liegt derzeit bei über 107 Dollar. Die asiatischen Börsen stürzten unterdessen nach den Worten des US-Präsidenten in eine Talfahrt. Der japanische Leitindex Nikkei 225 sank bis kurz vor Handelsschluss um knapp 2,5 Prozent, der südkoreanische Kospi lag sogar 4,9 Prozent im Minus. (mit dpa)

