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Rückgang um sechs ProzentWeniger Straftaten in Bahnhöfen

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10.04.2026 Köln. Im Hauptbahnhof gilt jetzt ein Alkoholverbot. Die DB Sicherheit soll es umsetzen. Foto: Alexander Schwaiger

Sicherheitskräfte auf Streife im Kölner Hauptbahnhof: Die Zahl der Gewaltdelikte gegen Bahn-Beschäftigte ist 2025 um elf Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Foto: Alexander Schwaiger

Besorgniserregend ist die Zahl der Gewaltdelikte gegen Bahnpersonal. Sie stieg um elf Prozent von 2412 im Jahr 2024 auf 2689. 

Die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2025 zeigt, dass Straftaten an Bahnhöfen hierzulande im gleichen Umfang zurückgegangen sind wie an anderen Orten in Deutschland (minus sechs Prozent). Das hat der Interessenverband Allianz pro Schiene ausgewertet. Insgesamt wurden rund 180.000 Straftaten registriert, davon rund 7.600 Gewaltdelikte. Dabei hat sich die Zahl an Bahnhöfen im Vergleich zu den Gesamtzahlen sogar überdurchschnittlich stark verringert. Der Geschäftsführer des gemeinnützigen Verkehrsbündnisses, Dirk Flege, sieht darin eine ermutigende Entwicklung.

Gleichzeitig hat aber die Gewalt gegenüber Bahn-Beschäftigten in den zurückliegenden Jahren deutlich zugenommen. Dieser Entwicklung müsse man auch mit deutlich mehr Personal entgegentreten, so Flege. „Es ist eine gute Entwicklung, dass Bahnhöfe sicherer geworden sind und mehr Vorfälle aufgeklärt werden konnten. Das zeigt, dass der Einsatz von Sicherheitspersonal und Videotechnik wirkt. Klar ist aber auch, dass weniger Kriminalität kein Selbstläufer ist und dass es weiterhin kluge Konzepte braucht, damit alle Menschen sich sowohl tagsüber als auch in Randzeiten an Bahnhöfen sicher und wohl fühlen. Ein Alkoholkonsum-Verbot an Bahnhöfen könnte ein weiterer wichtiger Schritt sein.“

Ein Alkoholkonsum-Verbot an Bahnhöfen könnte ein weiterer wichtiger Schritt sein
Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene

Bislang gibt es in Deutschland nur fünf große Bahnhöfe mit einem Alkoholverbot. In Köln wurde es Anfang April eingeführt. Vorreiter sind Nürnberg (seit 2012), München (seit 2018) und Bremen (seit Mai 2025). In Hamburg hatte die Stadt im April 2024 rund um den Bahnhof das Trinken von Alkohol untersagt, dem hatte sich die Bahn angeschlossen.

Besorgniserregend sei der Anstieg von Gewaltdelikten gegenüber Mitarbeitenden der Deutschen Bahn. Wie aus Daten der Polizeilichen Eingangsstatistik der Bundespolizei hervorgeht, hat sich die Zahl der Angriffe auf DB-Beschäftigte um elf Prozent von 2.412 im Jahr 2024 auf 2.689 im Jahr 2025 erhöht.

„Seit Jahren nimmt die Zahl der Gewalttaten gegen Bahnbeschäftigte zu“, sagte Flege. „Diesen Trend gilt es entschieden zu stoppen. Es ist gut, dass es mehr Bodycams und Videoüberwachung an Bahnhöfen gibt. Wir begrüßen auch, dass es Pilotprojekte gibt, in denen mehr Personal in ausgewählten Zügen eingesetzt wird.“

Mittelfristig müsse aber klar sein, dass Doppelbesetzungen nur dann sinnvoll sind, wenn dafür nicht an anderer Stelle ein Zug ganz ohne Zugbegleiter unterwegs ist. „Wir halten daran fest, dass bei neuen Aufträgen zur Erbringung von Schienenpersonennahverkehr in der Regel vorgegeben sein sollte, zwei Zugbegleiter einzusetzen. Diese Entscheidung muss zügig getroffen werden, damit das zusätzliche Personal schnell aufgebaut werden kann“, so Flege.