Wer an Kniearthrose leidet, sollte das Gelenk nicht schonen. Ein Fachmann erläutert, welche Sportarten und Übungen sich positiv auswirken.
Bewegung statt SchonungWelcher Sport bei Kniearthrose hilft und welcher schadet

Sanfte Bewegungsformen wie Nordic Walking eignen sich gut bei Kniearthrose.
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Nach einer frischen Kniearthrose-Diagnose lautet der erste Impuls oft, das betroffene Gelenk zu schonen. Allerdings erweist sich genau das Umgekehrte als förderlich: körperliche Aktivität. „Je besser das Knie trainiert ist, umso langsamer schreitet der Gelenkverschleiß fort“, erklärt der Orthopäde Sven Ostermeier, wie die dpa meldet.
Welche sportlichen Betätigungen mit Kniearthrose möglich sind, sorgt bei Betroffenen mitunter für Überraschung. Bei einem Gelenkverschleiß sind Kniebeugen daher keineswegs tabu; sie können stattdessen sogar von Nutzen sein. Der Sportmediziner erläutert, dass Kniebeugen die Muskulatur an der Vorderseite des Oberschenkels stärken und dadurch das Kniegelenk stabilisieren. Zusätzlich begünstigt die Bewegung des Knies die Versorgung des Knorpels mit Nährstoffen.
Kniebeugen: Auf die richtige Ausführung kommt es an
Eine sachgemäße Durchführung ist dabei jedoch entscheidend. Die Fußstellung sollte parallel sein, während das Gewicht des Körpers auf den Fersen ruht. Auf diese Weise wird ein Einknicken der Knie nach innen verhindert, eine Bewegung, die eine starke Belastung für das Gelenk und die Knorpel darstellt. Ein gewisses Maß an Behutsamkeit ist ebenfalls geboten. Sollten während der Ausführung stechende Schmerzen im Knie auftreten, ist es ratsam, die Übung abzubrechen.
Diese Sportarten sollten Betroffene meiden
Grundsätzlich mögen von Arthrose betroffene Knie keine abrupten Beschleunigungs- und Bremsmanöver. Fachleute empfehlen deshalb, auf Disziplinen mit häufigen Richtungsänderungen, etwa Squash, Fußball, Volleyball oder Badminton, zu verzichten.
Schonendere Bewegungsabläufe, die mit geringen Stoßbelastungen einhergehen, sind besser geeignet. Eventuell kann das bisherige Training entsprechend modifiziert werden. Personen, die häufig gejoggt sind, können im Nordic Walking eine gelenkschonende Option finden. Wer gerne in den Bergen unterwegs ist, sollte für den Abstieg zukünftig die Seilbahn bevorzugen, da beim bergab Gehen das Kniegelenk mit einem Vielfachen des eigenen Körpergewichts belastet wird.
Begeisterte Radfahrer müssen auf ihren Sport nicht verzichten. „Bewältigen Sie steile Anstiege am besten in einem kleinen Gang“, empfiehlt Ostermeier. Schwimmen gehört ebenfalls zu den Sportarten, die bei Arthrose ratsam sind. Optimal sind hierbei Kraulen oder Rückenschwimmen. Laut dem Fachmann kann die scherenartige Beinbewegung beim Brustschwimmen die Kniebeschwerden intensivieren.
Sportpläne mit Arzt oder Ärztin besprechen
Das Ausmaß der Schmerzen, der individuelle Fitnesszustand und der Krankheitsverlauf sind Faktoren, die darüber entscheiden, welches Trainingsprogramm für Betroffene geeignet ist. Aus diesem Grund sollten die sportlichen Vorhaben mit dem behandelnden Facharzt oder der zuständigen Fachärztin abgestimmt werden. Informationen zur Person: Prof. Sven Ostermeier fungiert als leitender Orthopäde der Gelenk-Klinik in Gundelfingen. (red)
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