Die Erftbaskets aus Bad Münstereifel sind Tabellenführer in der Landesliga und Meisterschaftsfavorit. Am Samstag treffen sie auf den TuS Zülpich.
Basketball LandesligaDie Erftbaskets aus Bad Münstereifel sind hungrig aufs Derby

Ein Duell aus dem Hinspiel: Tobias Kehren (l.) gegen Jan Züll.
Copyright: Rocco Bartsch
Es gab in der Vergangenheit schon Derbys zwischen dem TuS Zülpich und den Erftbaskets Bad Münstereifel, in denen es ums Überleben ging. Vor drei Jahren etwa, als beide Mannschaften, damals noch in der Oberliga, im Abstiegskampf steckten. Mittlerweile sind beide Teams in der Landesliga angekommen – und spielen dort eine gute (Zülpich) oder sogar sehr gute (Bad Münstereifel) Saison.
Der TuS hat 16 Punkte und eine ausgeglichene Bilanz, die Erftbaskets sind mit 30 Punkten Tabellenführer. Am Samstag um 20 Uhr treffen sie in der Dieter-Pritzsche-Halle in Zülpich aufeinander. Und die Heimmannschaft will nach Angaben von Trainer Christian Antons nicht zum „Meisterschaftsbeeinflusser“ werden. „Wir sichern allen einen fairen Wettbewerb zu und werden bis zum Schluss alles reinwerfen“, so der Coach der Römerstädter.
Acht Siegen stehen acht Niederlagen gegenüber
Sein Team habe bei der Overtime-Niederlage gegen Blatzheim vor zwei Wochen bewiesen, dass man auch gegen die Spitzenteams der Liga mithalten könne. „Entsprechend treten wir gegen die Erftbaskets an, um die Partie zu gewinnen“, sagt Antons, der sich vor dem Derby aber nicht in die Karten schauen lassen will. Er habe mit seinem Co-Trainer Christoph Gier noch einige taktische Kniffe im Kopf. „So viel sei verraten: Wir spielen wieder knallharte Verteidigung“, so Antons.
Mit der bisherigen Saison sei er zufrieden. Den acht Siegen stehen acht Niederlagen gegenüber. Die Bilanz sei völlig in Ordnung – vor allem, weil man in der Hinrunde immer wieder nur mit sechs Akteuren in die Spiele gegangen sei. „Dafür haben wir sehr gut agiert“, berichtet der TuS-Übungsleiter. Die Integration der Jugendspieler – teilweise aus der Not heraus – habe gut funktioniert. Manuel Dahmen, Maximilian Kinzig, Ben Schmitz und Iosua Asandei seien längst fester Bestandteil der Mannschaft.
Trainer zieht eine positive Zwischenbilanz
„Wir mussten einige knappe Niederlagen hinnehmen, weil uns durch die personelle Situation die Substanz gefehlt hat. Aber auch das hat die Mannschaft geformt“, so Antons. Die Erftbaskets sind für den Zülpicher Coach nach wie vor der Meisterschaftsfavorit. „Sie spielen, angeführt von Chris Beier, fast eine perfekte Saison und geben in jedem Training 100 Prozent. Davor ziehe ich echt meinen Hut“, sagt Antons.
Das Lob hört Bad Münstereifels Trainer Florian Hammes bestimmt gerne. Angesichts des Tabellenstandes verwundert es nicht, dass er eine positive Saisonzwischenbilanz zieht. „Nur das Spiel gegen Blatzheim war ärgerlich, das haben wir hergeschenkt“, so Hammes. Dafür habe man andere knappe Spiele für sich entschieden, besonders die Partien gegen Rhöndorf und Roleber hätten seiner Ansicht nach auch anders ausgehen können.
Wenn man zufrieden ist, verliert man Spiele.
Dass keine Mannschaft in der Landesliga durchmarschiert, war ihm von Anfang an klar. „Man muss zwei bis vier Niederlagen immer einkalkulieren und dann aus ihnen lernen“, so Hammes. Verbesserungspotenzial sieht er auch noch: Eine konstante Entwicklung seines Teams sei schwierig, auch angesichts einer nicht immer so guten Trainingsbeteiligung. Für den Aufwand, den man betreibt, sei man zufrieden.
Allerdings ist genau das das Wort, das er nicht gerne hört: „Wenn man zufrieden ist, verliert man Spiele. Deshalb sind wir unzufrieden und weiter hungrig.“ In den kommenden Wochen hat seine Mannschaft aber auch gar keine Zeit, um satt zu sein. Ein Lokalderby sei immer ein Motivationsschub. Und dann steht nur zwei Wochen später die vielleicht entscheidende Partie in Blatzheim an. „Da muss man dann als Trainer auch nicht viel machen, denn die Mannschaft bleibt fokussiert“, so Hammes.
Gegen Zülpich setzt er auf den Grundbaustein, die gute und aggressive Defense. Und dann sollen seine Spieler die richtigen Abschlüsse suchen. Ein Selbstläufer werde das Derby nicht. „Zülpich ist mit Simon [Benentreu, Anm.] jetzt ein bisschen besser aufgestellt, sie haben seitdem auch eine positive Bilanz, und er wird mit Niklas [Virnich, Anm.] seine Punkte machen“, so Hammes. Dem TuS Zülpich wünscht er, dass er nun, wo der Klassenerhalt sicher ist, den jungen Leuten im Team eine Chance gibt.
„Wir haben diesen Schritt auch in der ersten und zweiten Mannschaft gemacht. Und es ist schön zu sehen, wie sich die jungen Leute entwickeln.“ So führe man U16- und U18-Spieler an die beiden Teams heran. Dennoch sei es positiv, auch „extrem erfahrene Ältere“, wie etwa Nuno Fragueira, zu haben. Für das Derby hat er aber die Qual der Wahl. „Alle sind an Bord, ich muss also ein paar aussortieren, die dann aber trotzdem mit auf der Bank sitzen.“
Die Erftbaskets haben Hallenprobleme
Es klang dramatisch: „Die Erftbaskets müssen demnächst mit 14 Jugendmannschaften aus den Hallen in Euskirchen raus“, sagte Martin Mehrens (CDU) im jüngsten Bildungs- und Sozialausschuss der Stadt Bad Münstereifel. Er appellierte an Bürgermeister Sebastian Glatzel (SPD), Gespräche mit dem St.-Angela-Gymnasium über eine Rückkehr der Erftbaskets in deren Sporthalle zu führen. Laut Glatzel seien diese bereits terminiert. „Das ist ein massives Problem und existenzbedrohend für den Verein“, so der Bürgermeister.
„Das ist eine schwierige Situation für einen so erfolgreichen Verein“, ergänzte Thilo Waasem (SPD). Er äußerte Unverständnis darüber, dass „Sporthallen in Trägerschaft von Dritten leer stehen“, und nannte dieses Vorgehen „Irrsinn“. Die Erftbaskets wollen sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern, da sie sowohl in Gesprächen mit der Stadt Euskirchen als auch mit dem Erzbistum Köln als Eigentümer der Sporthalle des St.-Angela-Gymnasiums stehen.
Stadt will noch Gespräche mit den Vereinen führen
Allerdings relativierte Vorstandsmitglied Frank Beier die Aussage von Martin Mehrens: „Wir dürfen ab der nächsten Saison nur noch an zwei Wochenenden im Monat die Willi-Maurer-Halle in Euskirchen nutzen, nicht mehr jedes Wochenende.“ Das reiche für den Spielbetrieb von zehn Mannschaften von der Jugend bis zu den Senioren allerdings nicht aus.
„Ein Kernkriterium bei der Hallenbelegung ist die Gleichbehandlung aller Vereine. Durch Umstände wie Hallensanierungen kann es dabei zu Verschiebungen kommen, die regelmäßig Flexibilität erforderlich machen“, sagt Tim Nolden, Pressesprecher der Stadt Euskirchen, auf Anfrage.
Die städtische Aufgabe sei eine bestmögliche Koordination der vorhandenen Hallenzeiten im Sinne aller Euskirchener Vereine. Im vorliegenden Fall seien noch keine Entscheidungen getroffen worden, da die Gespräche mit dem Verein noch geführt werden müssten.

