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Biersammlung zu verschenkenFamilie in Zülpich muss 13.000 Flaschen loswerden – seltenes Kölsch dabei

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Bierflaschen in einem Regal.

Bierflaschen in einem Regal – in Zülpich bei Euskirchen lagern rund 13.000 Exemplare in einem Wohnhaus. (Symbolbild)

13.000 Bierflaschen im Haus: In Zülpich stehen neue Besitzer vor einer Mammutaufgabe – und suchen dringend eine Lösung für den kuriosen Fund.

Laut einem Bericht des WDR sorgt eine außergewöhnliche Hinterlassenschaft in Zülpich (Kreis Euskirchen) für Aufmerksamkeit: In einem Wohnhaus lagern rund 13.000 gefüllte Bierflaschen. Die Sammlung stammt von Heinz Bütgen, der mit seiner Ehefrau Ute über Jahrzehnte hinweg Flaschen aus verschiedenen Ländern zusammengetragen hat.

Ausgehend von einer einzelnen Flasche Anfang der 1990er Jahre entwickelte sich daraus ein umfangreiches Hobby, das schließlich weite Teile des Hauses füllt. „Jede neue Flasche war (…) eine große Freude“, erinnerte sich Bütgen in einem früheren RTL-Beitrag an seine Sammelleidenschaft.

Familie plant Renovierung – 13.000 Bierflaschen müssen weichen

Nach dem Tod des sammelnden Ehepaars wurde das Haus an neue Eigentümer verkauft. Lara und Christian Mörsch möchten dort mit ihrer Familie einziehen und planen eine umfassende Renovierung. Für die Arbeiten müssen die rund 13.000 Bierflaschen jedoch entfernt werden.

„Das hat mich tatsächlich schon mehrfach schlaflose Nächte gekostet“, sagt Christian Mörsch mit Blick auf die Menge und die offene Frage der Entsorgung. Ein einfaches Wegkippen kommt für das Paar nicht infrage – auch aus rechtlichen Gründen: „Man darf halt nur bis zu 100 Liter im Abfluss entsorgen (…) sonst gilt das als Umweltverschmutzung“, sagt Lara Mörsch. Stattdessen hoffen sie, dass sich Abnehmer für zumindest einen Teil der Sammlung finden.

Seltene Bierflaschen aus alten Brauereien entdeckt

Ein Sammler hat in einem Bericht von RTL West bereits einen ersten Überblick über die Bestände gewonnen und dabei auch seltene Exemplare entdeckt. Einige Flaschen stammen von Brauereien, die heute nicht mehr existieren, darunter auch seltene Kölsch-Sorten wie „DuMont Kölsch“ oder „Ganser Kölsch“, das seit 2018 nicht mehr gebraut wird.

Gleichzeitig zeigt sich auch die Herausforderung: „Es ist überhaupt nicht sortiert (…) das wundert mich ein wenig“, so die Einschätzung des Sammlers, der sich immerhin zwei Kästen mit seltenen Bieren sichert. 

Ein Teil der Sammlung wurde bereits ausgeräumt, dabei hilft auch Lara Mörschs Vater Gregor tatkräftig mit. Weitere Interessierte können nach Absprache vorbeikommen und Flaschen mitnehmen, um den Aufwand zu verringern. Gleichzeitig steht auch im Raum, Freunde und Bekannte zu einer Ausschütt-Party einzuladen, falls sich nicht genügend Abnehmer finden. „6000 Liter Bier – das tut schon weh, wenn man das alles entsorgen muss“, sagt Gregor. Der reine Pfandwert der rund 13.000 Flaschen – sofern sie überhaupt einen Pfand haben – liegt bei etwa 1000 Euro.

Einige Flaschen sollen jedoch im Haus bleiben: Geplant ist eine kleine Erinnerungswand für den früheren Besitzer, während der Großteil der Sammlung nach und nach abgegeben wird.