Die Gebäudewirtschaft muss sich die Frage gefallen lassen, wie es um die Bauüberwachung bestellt ist.
KommentarDie Leverkusener Schulbaugesellschaft soll jetzt beweisen, dass sie es besser kann


Eine Baustelle, keine Bauarbeiter: Anbau am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium
Copyright: Stefanie Schmidt
Aufmerksame Leser dieser Zeitung haben ein Déjà-vu. Gerade vergangene Woche wurde hier über die beiden Gymnasien in Wiesdorf und Schlebusch berichtet, die einen Anbau zur G9-Erweiterung bekommen. Gleicher Zweck, gleicher Zeitrahmen, ähnliche Größenordnung. Der Bau am Lise-Meitner-Gymnasium ist seit Jahresbeginn in Betrieb, am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium steht noch nicht mal der Rohbau. Nun das Gleiche mit zwei ebenfalls vergleichbaren Grundschulbauten.
Der Unterschied liegt jeweils in der Vergabe. Wo die Stadt einen Generalunternehmer beauftragt, läuft der Bau – oder steht bereits. Wo die Stadt selbst den Bau leitet, häufen sich die Katastrophenmeldungen. Offensichtlich liegt ein Grund des Übels im Vergaberecht. Dass die Stadt Angebote annehmen muss, bei denen sie schon vorher „Bauchschmerzen“ hat, ist ein Unding. Zusätzlich verzögert sich alles um Monate, wenn ein Gewerk seine Arbeit nicht macht und die Leistung erneut europaweit ausgeschrieben werden muss, mit den entsprechenden Fristen und bürokratischem Aufwand.
Wird eigentlich überwacht?
Dennoch liegt die Bau- und Planungshoheit bei diesen Bauten beim Fachbereich Gebäudewirtschaft. Und wenn sich Baumängel und Verzögerungen in diesem Maße häufen, müssen sich die Verantwortlichen durchaus die Frage gefallen lassen, wie konsequent die Bauüberwachung hier betrieben wird.
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Als die CDU den Vorschlag einer Schulbaugesellschaft in den Raum stellte, war der Protest aus der Gebäudewirtschaft groß, die sich ihrer Kernkompetenz beraubt fühlte. Mittlerweile hat man sich darauf geeinigt, die Gesellschaft als Tochter der Levi zu gründen und ihr zunächst einzelne Bauprojekte zukommen zu lassen, um mehr Tempo im Schulbau zu machen.
Ob diese Schulbaugesellschaft wirklich effizienter bauen kann, als die Stadtverwaltung, muss sie noch beweisen. Einen Versuch ist es aber auf jeden Fall wert. Vor allem für die Kinder. Jenen, die jetzt noch länger in Übergangsquartieren auf die Fertigstellung ihrer Schule warten oder im vorhandenen Schulbau enger zusammenrücken müssen, wird das nicht mehr helfen.
Aber vielleicht den vielen, die noch in längst sanierungsbedürftigen Schulen ausharren, wie etwa der Waldschule und der Astrid-Lindgren-Schule. Von den noch desaströseren Zustanden an den Förderschulen in Alkenrath und Opladen gar nicht zu sprechen. Arbeit gibt es genug.


