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Kriminalität2025 mehr Delikte in Leverkusen – Betrügereien nehmen um ein Fünftel zu

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Fahndungsplakate in der Polizeiwache Leverkusen Heymannstraße

Fahndungsplakate in der Polizeiwache Leverkusen Heymannstraße (Archivbild)

Die Gesamtzahl der Fälle ist unter den sieben Polizeiinspektionen des Kölner Präsidiums immer noch die bei weitem niedrigste.

Die Zahl der polizeilich registrierten Fälle von Kriminalität ist in Leverkusen im vergangenen Jahr gestiegen. Sie hat 2025 um 1,74 Prozent auf 11.856 Fälle zugenommen. Leverkusen – im Jargon des zuständigen Kölner Polizeipräsidiums die Polizeiinspektion 7 (PI 7) –   ist damit im vergangenen Jahr neben der Polizeiinspektion 6  (PI 6), die den Kölner Südosten umfasst, die einzige der sieben Inspektionen, in denen die Kriminalität insgesamt zunahm. In den anderen fünf Inspektionen sank die Zahl der aufgenommenen Fälle von Kriminalität dagegen. Das zeigt die polizeiliche Kriminalstatistik für 2025, die am Montag veröffentlicht wurde.

Blickt man auf die Gesamtzahl der bei der Polizei aktenkundigen Fälle, liegt die Stadt aber immer noch an letzter Stelle. In der Kölner Polizeiinspektion 2 (PI 2), das ist der Kölner Südwesten, wurden 14.016 Kriminalfälle erfasst. Die PI 2 liegt damit an zweitletzter Stelle unter den sieben Inspektionen.

Gesamtkriminalität in den Kölner Polizeiinspektionen

Gesamtkriminalität in den Kölner Polizeiinspektionen

Bei der Analyse einzelner Deliktfelder und Kriminalitätsarten zeigt sich, dass es bei sehr im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung stehenden Gewaltkriminalität in Leverkusen gegenüber 2024 einen Rückgang gab. Die Polizei registrierte im Jahreslauf 496 Fälle. Das ist ein Rückgang  um 3,88 Prozent bei Mord, Totschlag, schwerer oder gefährlicher Körperverletzung, Vergewaltigung und weiteren Sexualdelikten, Raub und Geiselnahmen und weiteren Arten von Gewaltkriminalität. Die Gewaltkriminalität nahm auch in drei Polizeiinspektionen auf Kölner Stadtgebiet ab, in drei weiteren sank sie hingegen wie in Leverkusen.

Bei den Sexualdelikten verzeichnet das Präsidium in Leverkusen einen geringen Zuwachs um 0,43 Prozent auf 234 Fälle im vergangenen Jahr. Diese Form der Kriminalität wuchs 2025 in den anderen Inspektionen zum Teil erheblich, nur die Polizeiinspektion 1, Köln-Mitte, verzeichnet einen Rückgang.

Die Zahl der Fälle von Straßenkriminalität stieg in Leverkusen hingegen relativ deutlich um 4,22 Prozent auf jetzt 2818 Fälle. Bei der Straßenkriminalität – also Taten, die unter freiem Himmel begangen wurden – gibt es gewissen Überschneidungen zur Gewaltkriminalität. Denn zur Straßenkriminalität zählt die Polizei sexuelle Belästigung, exhibtionistische Handlungen, Raubüberfälle, gefährliche und schwere Körperverletzung, Geiselnahmen, Formen von Diebstahl und Sachbeschädigungen. Außer im PI 7 nahm die Straßenkriminalität nur im PI 6 zu.

Den Anstieg der Kriminalität Leverkusen insgesamt verursachte aber vor allem die um mehr als ein Fünftel gestiegene Zahl der Fälle von Betrug. Betrügereien nahmen 2025 um 20,37 Prozent auf 1566 Taten zu. Darunter zählen auch die vielen Fälle von Betrug zum Nachteil älterer Menschen, also der berüchtigte Enkeltrick am Telefon oder das Vortäuschen einer amtlichen Identität, wenn Betrüger sich zum Beispiel als Polizisten ausgeben.

Auch der kräftige Anstieg der Fälle von Sachbeschädigung trug zu dem Anstieg der Kriminalität erheblich bei. Die Polizei registrierte 1040 Fälle in der Stadt, das sind 9,24 Prozent mehr als 2024. Und während der Autodiebstahl in Leverkusen aus der Mode zu kommen scheint – die Polizei zählte 39, ein Minus von 7,14 Prozent – hat der Diebstahl von Armaturen aus Pkw oder von leichtsinnig vergessenen Wertgegenständen in Autos in der Stadt Konjunktur: Die Beamtinnen und Beamten nahmen 850 Fälle auf. Das entspricht einem Plus von 3,53 Prozent.

Der deutliche Rückgang von registrierten Rauschgiftdelikten von 2024 zu 2025 dürfte vor allem auf das Cannabis-Konsum-Gesetz zurückzuführen sein, das seit 1. April 2024 in Kraft ist. Die Zahl der Straftaten im Zusammenhang mit illegalen Drogen nahm um fast 45 Prozent auf 124 Fälle ab.