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Projekt AlltagshilfeLeverkusener Inklusionsgruppe unterstützt bei Umgang mit Behörden

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Uwe Bartels (l.), Andreas Hollstein (m.) und Birgit Lennarz (r.) vor der Begegnungsstätte „Einfachda“

Die Inklusionsgruppe Leverkusen stellt ihr jüngstes Projekt vor und hofft, dass mehr Aufmerksamkeit generiert wird.

Die Inklusionsgruppe Leverkusen der Begegnungsstätte „Einfach da“ macht auf ihr jüngstes Projekt aufmerksam. In der Breidenbachstraße stellte die Gruppe, vertreten durch Mitgründer Andreas Hollstein, zuletzt die Alltagshilfe vor: Jeden Dienstag von 12 bis 14 Uhr bieten die Ehrenamtlichen Unterstützung beim Umgang mit Behörden an – ob Anträge zur Verhinderungspflege, Vorsorgevollmachten oder Patientenverfügungen.

Die Idee entstand aus dem Alltag. „Die verschiedenen Mitglieder der Inklusionsgruppe wurden wiederholt angefragt: Könnte man nicht bei diesem oder jenem helfen?“, erzählt Uwe Bartels, Schriftführer der Gruppe. Irgendwann sei klar geworden, dass man daraus etwas Verlässliches machen müsse. „Und dann haben wir uns überlegt, das zu institutionalisieren – und am besten die Türen zu öffnen, damit jede Person, die einen Informationsbedarf hat, sich an uns wenden kann.“

Angebot ist ganz gut angelaufen

Was konkret gemeint ist, beschreibt Bartels: „Es gibt Personen, die Sprachschwierigkeiten haben und Probleme mit irgendwelchen Bescheiden – sei es Arbeitsamt, sei es Jobcenter. Es gibt die Frage: Wie fülle ich einen Antrag für die Verhinderungspflege aus? Oder Fragen zu Patientenvollmachten. Bei all diesen Dingen helfen wir, geben Informationen und helfen beim Ausfüllen von Dokumenten.“ Anfangs lief es noch zögerlich an. „Das war ein bisschen schleppend, aber mittlerweile läuft es ganz gut an. Vier, fünf Leute hatten schon einen Termin“, sagt Hollstein. Das übergeordnete Ziel formuliert er schlicht: „Wir wollen, dass die Menschen ihren Alltag einfacher gestalten können – und dass Anträge irgendwann in einfacher Sprache geführt werden, damit das jeder verstehen kann und sie vielleicht gar nicht mehr gebraucht werden.“

Das Angebot ist eingebettet in die Begegnungsstätte „Einfach da“ der katholischen Kirchengemeinde St. Stephanus – seit mehr als zehn Jahren ein offener Ort für alle, die Gesellschaft suchen, Hilfe brauchen oder einfach nur ankommen wollen. Neben dem offenen Treff, der montags und dienstags von 15 bis 17 Uhr sowie freitags von 10 bis 12 Uhr stattfindet, haben sich im Laufe der Jahre verschiedene Gruppen gebildet: ein Literaturkreis, eine Handarbeitsrunde, eine Spielegruppe – und die Inklusionsgruppe, die sich seit 2016 für mehr Barrierefreiheit in der Stadt einsetzt. „Wir müssen da immer wieder am Ball bleiben “, sagt Hollstein. 

Wer die Begegnungsstätte und ihre Gruppen neben den Sprechzeiten kennenlernen möchte, hat dazu am 4. Juli Gelegenheit: Auf dem Wiesdorfer Marktplatz findet von 12 bis 16 Uhr das Sommerfest von „Einfach da“ statt – mit Tombola und vermutlich sonnigem Wetter. „Wir haben so viele verschiedene Gruppen – die meisten treffen sich in ihrer eigenen Runde. Und damit wir uns alle untereinander besser vernetzen können, brauchen wir einmal im Jahr unser gemeinsames Sommerfest“, sagt Lennarz.

Weitere Informationen zu den Angeboten sind unter www.einfachda.de oder unter www.inklusionsgruppe-leverkusen.de verfügbar.