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Jugendarbeit Leverkusen„Lange Nacht der Jugendhäuser“ bringt Jugendliche zusammen

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Bei der Langen Nacht der Jugendhäuser gab es Sport- und Kreativangebote bis in den späten Abend.

Bei der Langen Nacht der Jugendhäuser gab es Sport- und Kreativangebote bis in den späten Abend.

Die „Lange Nacht der Jugendhäuser“ zeigt, wie vielfältig und lebendig Jugendarbeit ist – und wie wichtig diese Orte für junge Menschen sind.

Noch ist die Tanzfläche im Jugendzentrum Bunker in Schlebusch leer. Die Kinder toben draußen über den Hof. Es ist kurz nach 17.30 Uhr, die Kinderdisco hat längst begonnen, doch die Energie entlädt sich zunächst im Freien. Hicham El Hammouzhi bleibt gelassen. Gemeinsam mit drei Kollegen betreut der 23-Jährige den Abend. „Die Kids durften ihre Playlist selbst zusammenstellen. Da finden sich viele durch Tiktok bekannte Songs und Deutschrap“, sagt er. Sein Wunsch für den Abend ist klar: „Ich hoffe, dass alle mit einem Lächeln nach Hause gehen.“ Er bleibt zuversichtlich, dass sich die Tanzfläche noch füllt.

Die „Lange Nacht der Jugendhäuser“ ist für viele Einrichtungen auch eine Gelegenheit, nach vorne zu schauen. Im Bunker etwa soll der Fitnessbereich bald erweitert werden. Ein Laufband und ein Treppen-Fitnessgerät, auch bekannt als Stairmaster, sind geplant. Auf dem Treppen-Fitnessgerät bewegt man sich, als würde man eine Treppe nach oben laufen.

Erst Action, dann Lagerfeuer

Ein ganz anderes Bild zeigt sich wenig später vor dem Haus der Jugend in Opladen. Es ist gegen 20 Uhr, und ein süßlich-rauchiger Duft liegt in der Luft. Über einem kleinen Feuer rösten Jugendliche Marshmallows, das Knistern der Flammen mischt sich mit den Gesprächen.

Azra und Darja sitzen dicht am Feuer. Die beiden sind 20 Jahre alt und besuchen das Jugendhaus immer noch regelmäßig. „Heute haben wir drinnen Tischtennis gespielt“, erzählt Darja. Für Azra ist es vor allem die Atmosphäre, die den Treff für sie besonders macht. „Ich mag die Gesellschaft und wie herzlich die Gruppe hier ist.“ Dass das Angebot auch Ausflüge bietet, schätzen beide besonders. „Wir waren schon im Trampolinpark oder einfach in der Natur unterwegs“, sagt Darja.

Darja und Azra am Lagerfeuer.

„Ich mag die Gesellschaft und wie herzlich die Gruppe hier ist“, sagt Azra (r.).

Am Nachmittag war im Haus der Jugend noch mehr Action: Rund 30 Kinder nahmen an einem Graffiti-Workshop mit Kunstlehrer Carsten Klett teil, andere probierten sich auf dem BMX-Rad aus. Insgesamt 82 Kinder und Jugendliche waren an diesem Abend dabei. „Normalerweise kommen täglich bis zu 50 Kinder zwischen sechs und 18 Jahren“, erklärt Leiter Jonas Inden. Still wird es hier so schnell nicht: In den Osterferien stehen unter anderem ein Virtual-Reality-Workshop am 31. März und ein Ausflug zum Schlittschuhlaufen am 9. April an.

Wenn die Hexe erwacht

„Und jetzt erwacht die Hexe.“ Mit ernster Stimme leiten Michelle Rieger und ihre Kollegin die nächste Runde ein. Im Mädchentreff „MaBuKa“ sitzen Mädchen zwischen elf und 15 Jahren im Kreis und spielen „Werwolf“. Die Spannung ist greifbar. Das Kartenspiel dreht sich um das Dorf Düsterwald, in dem Werwölfe unerkannt unter den Bewohnern leben. Während die Bürger versuchen, sie zu entlarven, schmieden die Wölfe im Verborgenen Pläne, um das Dorf zu vernichten.

Die Mädchen zeigen ihre verdeckten Spielkarten.

Normaler Dorfbewohner oder doch ein Werwolf? Die Mädchen spielten das Kartenspiel im Mädelstreff MaBuKa.

Schon am Nachmittag war der Treff gut besucht: Rund 35 Kinder stellten bunten Schleim her und belegten amerikanische Snack-Klassiker. „Ich fand es super heute, weil wir Hotdogs gegessen haben. Die waren echt lecker“, sagt die zwölfjährige Maria. Shelly ergänzt: „Es war ein sehr aufregender Abend. Ich bin oft hier und mag es, mit den anderen Mädels Zeit zu verbringen.“ Auch im Mädelstreff geht es in den Ferien weiter, die Angebote mit Anmeldung sind schon ausgebucht. Am 1. April zur Osterbäckerei können Mädchen ab acht Jahren einfach ab 11 Uhr vorbeikommen.

Die „Lange Nacht der Jugendhäuser“ wurde von der Jugendszene Leverkusen organisiert und ist ihr erstes gemeinsames Projekt als neuer Verein. Mehrere Jugendzentren haben gleichzeitig mitgemacht, um ihre Angebote zu zeigen und Jugendliche zusammenzubringen. Die Jugendszene Leverkusen wurde zwar bereits 2007 gegründet, besteht aber erst seit Dezember 2025 offiziell als eingetragener Verein.