Leverkusen kann sich den offen ausgetragenen Zwist zwischen den Bauverantwortlichen nicht leisten.
KommentarZwischen Stadt und Levi muss der Oberbürgermeister auf den Tisch hauen


Stefan Hebbel und Björn Krischick mit dem Modell des Campus Niederfeldstraße.
Copyright: Leverkusener Immobiliengesellschaft
Eins sei allen Beteiligten zugestanden: Ein Haushaltssicherungskonzept aufzustellen, in dem möglichst viele der dringend benötigten Bauprojekte umgesetzt werden können, ist eine hochkomplexe Sache. Es gibt rechtliche Hürden, die Mitsprache der Bezirksregierung, Interessenkonflikte und die Gefahr, dass durch Verzögerungen und Stillstand immer höhere Kosten entstehen. Das alles muss kein Einzelner aus dem Ärmel schütteln können – schon gar nicht in Abwesenheit eines hauptamtlichen Kämmerers.
Umso verwerflicher ist der offensichtliche und öffentlich vor dem Stadtrat ausgetragene Disput zwischen Stadtverwaltung und Levi. Wohlgemerkt nicht zwischen zwei konkurrierenden Wirtschaftsunternehmen, sondern zwischen Mutter und Tochter. Von außen ist schwer zu beurteilen, wer wann welche Informationen (schlecht) kommuniziert oder möglicherweise zu einem für seine Seite günstigen Zeitpunkt ausgespielt hat. Zum Beispiel direkt in der Ratssitzung.
Man spricht lieber über- als miteinander
Das Statement von Marc Adomat allerdings spricht Bände. „Ich persönlich habe nicht mit Björn Krischick gesprochen“, sagt er in lapidarem Tonfall. Aber man habe das ja im Finanzausschuss gesagt. Ob die Levi da gewesen sei? Weiß er nicht mehr. Aber es sei ja nicht so, als habe man das nicht kommuniziert.
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Adomat sieht es als Interimskämmerer nicht als notwendig an, sich bei einer weitreichenden Entscheidung mit dem Geschäftsführer der betroffenen städtischen Immobilienbaugesellschaft zusammenzusetzen? Dass es in der Kommunikation nicht gerade rund läuft, zeigt das Beispiel Förderschule an der Wupper. Eigentlich sollte diese von der Levi in Opladen neu gebaut werden, die Stadt entschied sich relativ spontan für eine Umsiedlung nach Rheindorf. Darüber, wann die Levi darüber informiert wurde, kamen in der Redaktion widersprüchliche und dazu ungewöhnlich vehemente Aussagen an. Man spricht hier eindeutig lieber über- als miteinander.
Und genau das kann die Stadt sich in ihrer Situation nicht leisten. Stefan Hebbel hatte damals noch als CDU-Vorsitzender die Idee einer Schulbaugesellschaft in die Levi selbst eingebracht und damit die Bedeutung der Tochtergesellschaft zur Baubeschleunigung anerkannt. Jetzt ist es seine Aufgabe als Oberbürgermeister, einmal kräftig auf den Tisch zu hauen. Und alle Beteiligten auf Dauer an diesen zu bekommen.


