Amtsleiter Julian Seeger berichtet, wie Oberberg aufgestellt ist und was für den Ernstfall noch alles getan werden muss.
Flut und DürreKreis will sich auf Katastrophen noch besser einstellen

Einen großen Stromausfall gab es im Jahr 2024 im Raum Engelskirchen, der auch den Kreis forderte.
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Corona, Dürre, Hochwasser, Stromausfall oder Großbrände. Oberberg hat in den letzten Jahren schon so einiges erlebt. Wie sich der Oberbergische Kreis darauf einstellt, was er unternimmt, um die Bevölkerung so gut als möglich zu schützen, darüber berichtete Julian Seeger jetzt im Ausschuss für Gesundheit und Notfallvorsorge des Oberbergischen Kreises. Bereits im Jahr 2024 hatte der Kreistag einstimmig einen Katastrophenschutzbedarfsplan sowie die schrittweise Umsetzung der daraus resultierenden Maßnahmen beschlossen. Seeger berichtete nun als Leiter des Amtes für Brand-, Zivil- und Katastrophenschutz, über die wesentlichen Eckpunkte des Planes und wie weit die Umsetzung gekommen ist.
Seeger erläuterte, dass der Kreis sich bei einem Büro Hilfe eingekauft habe für die Erstellung eines solchen Planes. „Wo ist bei uns konkreter Handlungsbedarf, was kann uns drohen“, seien Fragen gewesen, die man sich gestellt habe. Ein Vulkanausbruch sei unwahrscheinlich aber eine Flut habe die Region schon erlebt, sagte der Kreisbrandmeister. Schmerzlich seien auch die Waldbrände auf dem Gummersbacher Hömerich und im letzten Jahr erst noch in Lindlar gewesen. Ausgangspunkt für den Katastrophenschutzbedarfsplan sind sechs Musterszenarien.
Einige Punkte werden mit Nachdruck angegangen
Diese sind eine Versorgungsmangellage, ein Stromausfall, Hitzewelle/Dürre, ein Terroranschlag, Starkregen/Hochwasser sowie eine Pandemie. Daraus seien dann die Anforderungen abgeleitet worden: „Wo ist Grundlagenarbeit erforderlich, wo sind Kapazitäten vorhanden, die angepasst werden müssen, und wo sind wir bestens aufgestellt, sprich, wo gibt es ein funktionierendes System.“ Der Amtsleiter sagte, dass es in allen drei Bereichen eine Vielzahl von Punkten gebe. Es gebe Sachen, die mit Nachdruck angegangen werden müssten. So etwa die Sicherstellung der Alarmierung der Mitglieder von Krisenstäben, die kontinuierliche Aus- und Fortbildung sowie die Definition von Einberufungskriterien für die Komponenten des Krisenmanagements.
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Zu dem Konzept gehört aber auch, wie man die Trinkwasserversorgung im Falle einer Katastrophe sicherstellen kann, dass die Kreisverwaltung weiter arbeitsfähig ist und dass der Zivilschutz und die zivile Verteidigungsfähigkeit funktionieren. In diesem Jahr wurde in diesem Kontext bereits ein Waldbrandtanklöschfahrzeug in Oberberg stationiert. Die Ausschreibung für ein weiteres ist auf dem Weg. Das erste Fahrzeug kommt nach Marienheide, das zweite wird in Gummersbach stationiert. Mit hoher Priorität angegangen werden soll in diesem Jahr die Erstellung einer Risikoanalyse Trinkwasserversorgung im Oberbergischen. Genau wie die Vorplanung erweiterter Logistikbedarfe. Dazu gehören die Beauftragung eines hochgeländegängigen und hochwatfähigen Gerätewagens Logistik oder die Inbetriebnahme eines Katastrophenschutzlagers.
Seeger sagte, dass der Kreis jederzeit in der Lage sein müsse, 3000 Menschen zu evakuieren. „Alles das lagern wir in der Nähe des Notfallzentrums auf der Kotthauserhöhe in zwei Hallen mit einer Fläche von 2600 Quadratmetern“, so der Amtsleiter. Die Liegenschaft sei für die Lagerung umgebaut worden. Auf der weiteren Agenda stehen Themen wie Wasserrückhaltung, eine Sandabfüllanlage und die Sicherstellung der Kommunikation. Auch die geplante Anschaffung einer Großpumpe ist weiter Thema, wobei Seeger sagte, dass man inzwischen dazu tendiere, nicht eine große, sondern mehrere mittelgroße Pumpen zu beschaffen. Zum Katastrophenschutzbedarfsplan gehört aber auch das Klimawandelanpassungsgesetz. Dazu gehören Themen wie Kommunikation und Vernetzung, die Ansprache der Bevölkerung zur Selbsthilfefähigkeit oder mit Blick auf mögliche Waldbrände deren Entstehung zu vermeiden, deren Früherkennung zu verbessern oder die Erstbekämpfung zu beschleunigen.


