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Bergisch GladbachHakenkreuze vor Parteibüro der Linken

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Fünf Vertreter der Stadt halten die Fahne in die Kamera.

Die Stadt Bergisch Gladbach zeigt Flagge.

Bündnis für Demokratie und Vielfalt stellt sich hinter die Betroffenen und ruft zur demonstrativen Unterstützung auf.

Die Hakenkreuz-Schmierereien vor dem Büro des Kreisverbands der Linken an der Paffrather Straße in Bergisch Gladbach werden vom Bündnis gegen Rassismus und für Vielfalt auf das Schärfste verurteilt. Den Vorfall, bei dem auch junge Menschen belästigt worden seien, wertet der Verein als Angriff gegen die Demokratie: „Das ist ein Versuch, Menschen einzuschüchtern.“

Das Bündnis stellt sich in seiner Stellungnahme mit allen angeschlossenen 35 Gruppierungen und deren Unterstützer an die Seite der Betroffenen und aller, die sich in der Stadt für Demokratie, Menschenrechte, und ein respektvolles Zusammenleben einsetzen.

„Solche Taten dürfen wir nicht ignorieren“, warnt Redouan Tollih, Vorsitzender des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration, „wer Menschen einschüchtert, weil sie sich gegen Rassismus engagieren, greift unser Zusammenleben an.“

Der Polizei liegt bisher keine Anzeige vor

Der Angriff auf das Parteibüro der Linken mitten in den aktuell laufenden Internationalen Wochen gegen Rassismus ist in der Stadt kein Einzelfall. In 2025 beschmierten Unbekannte die Moschee im Stadtteil Heidkamp mit Fäkalien. Am SPD Info-Stand im Wahlkampf wurde ein Glas mit Buttersäure ausgegossen.

Zu den verfassungsfeindlichen Nazi-Schmierereien liegt der Kreispolizeibehörde bisher keine Anzeige vor. Zudem könne die Polizei nicht feststellen, dass sich rechtsextreme Angriffe in den vergangenen Monaten häufen würden, sagt eine Sprecherin auf Anfrage dieser Zeitung.

Tomás Santillán, Einzelratsmitglied Die Linke, sieht in den Vorfällen ein Warnsignal: „Wenn Neonazis linke Büros markieren und junge Mitglieder einschüchtern, ist das ein Angriff auf den demokratischen Raum.“ Rechte Gewalt entwickle sich schrittweise. Es brauche eine klare Haltung, Solidarität und entschlossenes Handeln“, fordert Santillán.

Der Widerstand gegen Rassismus darf nicht mit dem Ende der Aktionswochen aufhören
Brigitta Opiela, stellvertrende Bürgermeisterin

Ein sichtbares Zeichen dafür, dass sich die Stadt zu einer offenen, vielfältigen Gesellschaft bekennt, ist die neue Fahne, die das Bündnis für Demokratie und Vielfalt jetzt der Stadt übergeben hat. Die Aufschrift lautet: Kein Ort für Rassismus!

„Der Widerstand gegen Rassismus darf nicht mit dem Ende der Aktionswochen aufhören“, betont Brigitta Opiela. Als stellvertretende Bürgermeisterin nahm sie gemeinsam mit ihren beiden Kollegen Anna Maria Scheerer und Josef Willnecker in Vertretung des erkrankten Bürgermeisters Marcel Kreutz die Flagge entgegen.

„Wenn wir anfangen wegzuschauen, haben genau die gewonnen, die Angst verbreiten wollen“, ruft Dettlef Rockenberg – im Bündnis vertritt er den Stadtsportverband und den Stadtverband Eine Welt – alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich für ein respektvolles demokratisches Miteinander einzusetzen.