Zum 15. Oktober 2026 soll der Umbau des Neuen Stadthauses in Bergisch Gladbach abgeschlossen sein
ProjektStadthaus-Umbau in Bergisch Gladbach dauert bis Oktober

In einer Skizze der Planer: das neue Stadthaus Bergisch Gladbach nach dem Umbau
Copyright: ASTOC Architects and Planners
Im Oktober 2024 hat der Umbau des ehemaligen AOK-Verwaltungsgebäudes zum Neuen Stadthaus Bergisch Gladbach begonnen. Im Dezember 2025 sollte das Gebäude, grundsaniert und an die Anforderungen angepasst, an die Verwaltung übergeben werden. Nach dem Einzug der Mitarbeitenden sollte zur Jahresmitte 2026 der Verwaltungsbetrieb gestartet werden.
Wer den aktuell mit grünen Planen zugehängten Frontbereich des Hauses sieht, wird schon ahnen, dass alles noch Zeit braucht. Nach Neuem Stadthaus sieht hier aktuell noch wenig aus. Viele Gründe sorgten für die Verzögerungen: Eigentümerwechsel und neue Abstimmungen mit der Stadt bewirkten häppchenweise die Bauzeitverlängerung.
Ausharren in den alten Büros
Die knapp 300 Mitarbeitenden der Verwaltung müssen weiter in den sanierungsbedürftigen Stadthäusern am Konrad-Adenauer-Platz und an der Gohrsmühle ausharren. Zuletzt sollte Mitte September 2025 der Umbau abgeschlossen sein. Am Donnerstag dann die Nachricht einer weiteren Verzögerung. Jetzt soll am 15. Oktober 2026 der Fertigstellungstermin sein, einen Monat später. Unvorhergesehenes bei der Fassadendämmung habe sich ergeben, dies habe der Vermieter vor der Übergabe an die Stadt einzurichten.
Alles zum Thema Bensberg
- Kollision mit Lieferwagen 76-jähriger Radfahrer in Bergisch Gladbach schwer verletzt
- Keyless-Go ausgenutzt? Diebe räumen Auto in Bergisch Gladbach aus
- Projekt Stadthaus-Umbau in Bergisch Gladbach dauert bis Oktober
- Baby-News Sportmoderatorin Laura Papendick erwartet zweites Kind
- Betrugsvorwürfe Verfahren gegen Rhein-Bergs ehemaligen JU-Vorsitzenden eingestellt
- Bergisch Gladbach Grenzenlose Musik endet an der Treppe
Wie die Stadt betont, helfen energetische und technische Verbesserungen mit Wärmepumpe, Gebäudesteuerung und Photovoltaik , um die Zukunftsfähigkeit des Gebäudes zu erhöhen. Die lange Umbauzeit schlägt sich auf der Kostenseite nieder, und zwar deutlich. Kostensteigernde Maßnahmen von rund 1,64 Millionen Euro (brutto) würden insgesamt im Gebäude umgesetzt oder seien geplant, berichtet die Stadt.
Maßstäbe für das Arbeiten
Aufgrund der Finanzierungssituation ergeben sich auf diese Weise für das auf 25 Jahre abgeschlossene Vertragswerk Mehrkosten von voraussichtlich 3,56 Millionen Euro. Weitere kleinere Anpassungen seien absehbar, meldete die Stadt ebenfalls am Donnerstag. Sie würden sich aber in einem deutlich geringeren Umfang bewegen. Zu den Mehrkosten kommen selbstredend die Mietkosten. Bei Abschluss des Mietvertrags im Jahr 2022, seinerzeit noch mit anderen Eigentümern, berichtete die Stadt von einem Quadratmeterpreis von 18,95 Euro.
Ein Inflationsindex von bis zu fünf Prozent sei möglich. Der Gebäudekomplex an der Bensberger Straße 76 entstand 1965 (das ist der Altbau), ein Anbau ergänzt seit 1994 das Ensemble. Angesichts von Preissteigerungen und Umbauverzögerungen gerät die angestrebte Neustrukturierung der städtischen Arbeitswelten ein wenig in den Hintergrund.
Das Neue Stadthaus soll Maßstäbe setzen für ein mobiles, digitales und papierarmes Verwaltungarbeiten. Rund 95 Prozent der einziehenden Bereiche arbeiten mit der Elektronischen Akte, auch sind laut Stadt 95 Prozent der Bestandsakten digitalisiert. „Die Entkernung und Abrissarbeiten sind nahezu abgeschlossen, das Projekt befindet sich nun in der Phase des Innenausbaus“, zitiert die Stadt den zuständigen Geschäftsbereichsleiter David Sprenger.
Anpassung erforderlich
„Natürlich erfordern Projekte dieser Größenordnung eine kontinuierliche Überprüfung und Anpassung von Kosten und Terminen.“ Gearbeitet werden soll im neuen Verwaltungsgebäude mit „Desksharing“. Dass Wort aus dem Englischen bedeutet, dass sich die Mitarbeitenden Schreibtische teilen. 175 vollausgestattete Arbeitsplätze sollen im Stadthaus entstehen bei einem Bedarf von 284 Mitarbeitenden.
Eine „Sharingquote“ von 62 Prozent liegt den Planungen zugrunde. Aufgeteilt wird das Gebäude in ein Frontoffice für die Bürgerinnen und Bürger, in Großraumbüros, Kurzzeit-Arbeitsplätze (Stichwort Halbtagsjobs), Lounges, „Thinktanks“, Konferenzsäle und Besprechungsräume. Im Durchschnitt sollen die Mitarbeitenden 42 Prozent ihrer Arbeitszeit im Büro verbringen. Sie sind angehalten, ihren Arbeitsplatz zum Feierabend aufgeräumt zu hinterlassen.
Am folgenden Tag arbeitet ein Kollege dort. Insgesamt stehen rund 4500 Quadratmeter Bürofläche zur Verfügung. Die Alt-Immobilien haben eine lange Geschichte. Der erste Büroteil diente ab Dezember 1953 als Kreishaus Rhein-Berg, der zweite ab September 1955 als Finanzamt. Ihre Nachnutzung ist offen.

