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TransportdrohnenLuftbrücke für  Laborproben startet in Bergisch Gladbach

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Das Foto zeigt das Beladen einer der Transportdrohnen, die auch über dem Oberbergischen fliegen soll.

Bis zu drei Kilogramm Nutzlast sollen künftig rund siebenmal täglich von Bergisch Gladbach nach Reichshof-Wehnrath geflogen werden.

Mehrmals am Tag sollen künftig Drohnen mit drei Metern Spannbreite zwischen Bergisch Gladbach und dem oberbergischen Reichshof pendeln. 

Senkrecht startende Drohnen mit einer Spannweite von drei Metern sollen künftig medizinische Laborproben von Bergisch Gladbach-Hebborn nach Reichshof-Wehnrath transportieren – und das mehrmals am Tag.

Schon nächste Woche beginnen erste Testflüge. Dabei dürfen die Drohnen auch bewohntes Gebiet überfliegen. Das wirft Fragen auf. Diese Woche standen Alexandra Potthoff und Christopher Bergau von der Dortmunder Firma Morpheus Logistik, die für die Flugrouten zuständig sein wird, dazu Rede und Antwort.

Was für Drohnen kommen zum Einsatz?

Die Dortmunder Firma Morpheus Logistik, die die Route betreiben wird, setzt sogenannte Langstreckengleiter (Spannweite: drei Meter; Tempo: 115 Kilometer pro Stunde) ein, zu erkennen an der fast dreieckigen Silhouette sowie an den Farben Rot und Orange und dem weißen Logo. Mit einer Zuladung von zwei bis drei Kilo wiegt eine Drohne bis zu 25 Kilogramm. Energie kommt aus mitgeführten Akkus.

Das Bild zeigt eine der Drohnen der Firma Morpheus Logistik, die in Reichshof zum Einsatz kommen sollen, im Vorbeiflug.

So sehen die Drohnen der Firma Morpheus Logistik, die in Reichshof zum Einsatz kommen sollen, von unten aus.

Was genau transportieren die Drohnen?

Transportiert werden medizinische Laborproben – etwa aus Arztpraxen – in gesicherten Transportbehältern von Bergisch Gladbach-Hebborn nach Reichshof-Wehnrath zur Analyse bei der Firma Med-Labor Union. Die „Luftbrücke“ ersetzt Transporte über die Straße. Dem negativen Drohnen-Image setze man entgegen, dass es bei den Flügen um medizinische Grundversorgung gehe.

Wo starten, landen und fliegen die Drohnen – und wann?

Die Drohnen starten (und landen) senkrecht auf dem Gelände der Med-Labor Union, ehe sie in 70 bis 100 Metern Höhe in den Flug übergehen. Sie sollen nach festem Flugplan zwischen 8 und 20 Uhr verkehren und etwa sieben Flüge pro Tag absolvieren. Die feste Route, deren genauer Verlauf nicht veröffentlicht wird, ist vom Luftfahrtbundesamt genehmigt worden.

Werden die Drohnenflüge für Lärm sorgen?

Bei Start und Landung sei eine Drohne in der Nähe zu hören, so Morpheus. In der Flugphase gleite sie größtenteils „und ist am Boden in der Regel nur sehr kurz und aus größerer Entfernung wahrnehmbar, wenn sie den Bereich überfliegt“.

Wie steht es um die Sicherheit der Flüge?

„Die Drohnenflüge werden nach strengen luftfahrtrechtlichen Vorgaben durchgeführt“, so Morpheus. „Vor dem Start des Betriebs müssen umfangreiche Genehmigungs- und Sicherheitsprüfungen durchlaufen werden.“ Der Betrieb erfolge nach denselben Grundprinzipien der bemannten Luftfahrt. Alle relevanten Systeme wie Antrieb und Steuerung verfügten über ein Backup. Geschulte Operatoren würden jeden Flug in Echtzeit überwachen und könnten eingreifen – bis hin zur Einleitung von Notlandungen. Die Drohnen seien zudem mit Fallschirmen ausgerüstet. Jeder Einsatz sei vollständig versichert.

Das Foto zeigt eine Drohne der Firma Morpheus Logistik vor dem Start.

Drohnen der Firma Morpheus Logistik vor dem Start.

Sind die Drohnen auch mit Kameras ausgestattet?

Ja, mit zwei Kameras. Diese nehmen aber weder Fotos noch Videos auf, versichert Morpheus. Sie dienen „ausschließlich der technischen Navigation und der sicheren Durchführung des Fluges“. Der Betrieb der Drohnen erfolge unter Einhaltung der geltenden Datenschutzbestimmungen. Dazu heißt es auf der Website von Morpheus: „Datenschutz und Sicherheit haben für uns oberste Priorität. Aus diesem Grund kooperieren wir ausschließlich mit deutschen Unternehmen. Diese Zusammenarbeit garantiert den Datenschutz- sowie die DSGVO-Konformität unserer Lösungen, das Einhalten gesetzlicher Vorschriften und ein absolutes Höchstmaß an Sicherheit.“

Wieso macht der Transport von medizinischen Laborproben per Drohne Sinn?

Die geplante „Luftbrücke“ zwischen Reichshof-Wehnrath und Bergische Gladbach ersetzt Transportfahrten über die A4, die auch ohne die anstehenden Brückensanierungen schon regelmäßig verstopft ist. Schnellere Transporte (Dauer: circa 30 Minuten) sind gut für zeitkritische Proben, die schneller ausgewertet werden können, Ergebnisse liegen schneller vor. Außerdem sollen rund 6,9 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.